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MDR spart den „Tatort“ weg – Hauptsache die Verwaltung hungert nicht

2530862 (CC0), Pixabay
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Als treuer MDR-Zuschauer fragt man sich inzwischen ernsthaft:
Wofür bezahlen wir eigentlich Rundfunkbeitrag?

Damit in Leipzig und Dresden keine Krimis mehr gedreht werden?
Damit der Osten im Sonntagsprogramm langsam komplett verschwindet?
Oder damit irgendwo in den Verwaltungsfluren weiter gemütlich Pensionstabellen gepflegt werden?

Der MDR setzt jetzt also den „Tatort Dresden“ und den „Polizeiruf 110“ aus Magdeburg für ganze drei Jahre aus. Offiziell wegen Geldmangel.

Natürlich.
Geld fehlt ja grundsätzlich immer nur bei den Programmen, die Zuschauer tatsächlich sehen wollen.

Produktionen sterben – die Verwaltung offenbar nicht

Man muss sich das vorstellen:
Da verschwinden erfolgreiche Formate mit regionaler Identität, während gleichzeitig beim öffentlich-rechtlichen Apparat weiterhin Gehälter, Strukturen und Pensionen laufen, als hätte man gerade die Gelddruckmaschine im Keller gefunden.

Beim MDR spart man offenbar zuerst bei:

  • Schauspielern,
  • Kameraleuten,
  • Autoren,
  • Produktionsfirmen
  • und den Geschichten aus dem Osten.

Nicht aber bei den Wasserköpfen der Verwaltung.

Denn irgendwo müssen die Intendantenetagen ja schließlich auch weiterhin ordentlich beheizt werden.

Bald nur noch ARD-Resteplatte?

Als Zuschauer bekommt man zunehmend das Gefühl:
Der MDR produziert bald gar nichts Eigenes mehr und zeigt einfach nur noch das, was andere ARD-Anstalten übriglassen.

Heute fällt der „Tatort Dresden“ weg.
Morgen vielleicht der „Polizeiruf“.
Und übermorgen läuft dann rund um die Uhr:

  • „Best of NDR-Dokumentationen“
  • Wiederholungen aus Köln
  • und eine SWR-Weinwanderung aus dem Schwarzwald.

Regionalität?
Ostdeutsche Geschichten?
Eigene Handschrift?

Scheint inzwischen eher optional zu sein.

Schauspieler schlagen Alarm

Selbst die Darsteller Cornelia Gröschel und Martin Brambach warnen inzwischen offen davor, dass über Jahre gewachsene Strukturen kaputtgehen könnten.

Denn Filmproduktionen funktionieren eben nicht wie ein Lichtschalter:
„Mal drei Jahre ausmachen und dann später wieder an.“

Wenn Teams zerfallen, Leute wegziehen und Produktionen sterben, kommt vieles schlicht nicht zurück.

Der Osten verschwindet langsam aus dem Fernsehen

Besonders bitter:
Mit jedem gestrichenen Format verschwindet auch wieder ein Stück ostdeutsche Realität aus dem Fernsehen.

Der MDR sollte eigentlich genau dafür da sein:
Geschichten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erzählen.

Nicht nur Gebühren verwalten.

Fazit

Natürlich muss gespart werden.
Aber vielleicht sollte man irgendwann anfangen, dort zu sparen, wo Zuschauer keinen Verlust merken —
und nicht genau bei den Formaten, die Menschen wirklich einschalten.

Denn wenn der MDR irgendwann nur noch aus Verwaltung, Gremien und Wiederholungen besteht, stellt sich tatsächlich die Frage:
Warum braucht man ihn dann überhaupt noch?

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