Im Insolvenzverfahren rund um die Laura Privatstiftung von René Benko zeigt sich einmal mehr:
Bei Signa ist selbst die erste Rechnung nur der Anfang.
Beim Landesgericht Innsbruck wurden jetzt zunächst gerade einmal 32,7 Millionen Euro an Forderungen anerkannt — bei insgesamt angemeldeten Ansprüchen von rund 1,7 Milliarden Euro.
Oder anders gesagt:
Das ist ungefähr so, als würde man beim Mount Everest erst den Parkplatz vermessen.
Die richtig teuren Briefe kommen offenbar noch
Denn der eigentliche Milliardenbrocken liegt laut Berichten noch auf dem Tisch:
Fonds aus dem Nahen Osten, internationale Schiedsverfahren und Forderungen in gigantischer Höhe.
Allein der Signa-Gläubiger Mubadala aus Abu Dhabi bekam bereits über 700 Millionen Euro von einem Schweizer Schiedsgericht zugesprochen. Insgesamt könnten am Ende Forderungen von bis zu 1,5 Milliarden Euro anerkannt werden.
Man merkt:
Die Dimensionen bei Signa bewegen sich längst irgendwo zwischen Immobilienkrimi und geopolitischem Großprojekt.
Der Masseverwalter braucht vermutlich sehr viel Kaffee
Für Insolvenzverwalter Stefan Geiler beginnt jetzt die vermutlich komplizierteste Schnitzeljagd Österreichs.
Die Laura Privatstiftung hält Beteiligungen an hunderten Gesellschaften, Immobilien in mehreren Ländern, Start-ups, Firmenanteilen, Luxusobjekten und allerlei Konstruktionen, bei denen vermutlich selbst Steuerberater gelegentlich leise weinen.
Zu den bekannten Immobilien zählen:
- die berühmte Villa N in Igls,
- ein Chalet in Lech,
- ein Forstgut in der Steiermark
- sowie weitere Objekte in Deutschland und Italien.
Kurz gesagt:
Der Insolvenzverwalter muss jetzt praktisch einen kompletten Immobilienkosmos auseinanderbauen.
„Buchwert“ klingt schöner als Realität
Offiziell sollen die Beteiligungen laut KSV noch Buchwerte von mehreren hundert Millionen Euro haben.
Das Problem:
Buchwerte und tatsächlich realisierbare Werte sind in Insolvenzen manchmal ungefähr so verwandt wie Instagram-Fotos und Realität.
Viele Beteiligungen seien laut Berichten sogar vermögenslos oder mit Pfandrechten belastet.
Benko inzwischen raus
Eine fast schon poetische Randnotiz:
René Benko selbst gehört inzwischen gar nicht mehr zu den Begünstigten der Stiftung.
Was irgendwie wirkt wie:
Der Kapitän ist längst von Bord gegangen, während die Gläubiger noch prüfen, wem eigentlich das Schiff gehört.
Fazit
Die erste Prüfungstagsatzung zeigt vor allem eines:
Das Insolvenzverfahren rund um die Laura Privatstiftung dürfte Österreich noch viele Jahre beschäftigen.
Denn irgendwo zwischen Luxusimmobilien, Milliardenforderungen, internationalen Schiedsgerichten und verschachtelten Beteiligungen versucht jetzt jemand herauszufinden:
Was ist eigentlich wirklich noch etwas wert?
Und vermutlich wird dabei noch die eine oder andere Überraschung auftauchen.
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