Es gibt Momente, da schreibt die Weltpolitik die besten Witze selbst.
Während sich Washington und Havanna seit Monaten gegenseitig vorwerfen, den Weltuntergang vorzubereiten, haben sich nun tatsächlich hochrangige Militärvertreter beider Länder getroffen.
Ja, richtig gelesen:
Die USA und Kuba haben miteinander gesprochen.
Nicht übereinander.
Nicht auf X.
Nicht über Sanktionen.
Sondern tatsächlich miteinander.
Historiker sprechen bereits vom diplomatischen Ereignis des Monats.
Guantanamo – der romantischste Treffpunkt der Karibik
Das Treffen fand ausgerechnet vor dem US-Stützpunkt Guantanamo Bay statt.
Also genau an dem Ort, über den beide Seiten seit Jahrzehnten streiten.
Man hätte sich auch auf einem Minenfeld treffen können.
Die Atmosphäre wäre ähnlich entspannt gewesen.
Das große Geheimnis
Offiziell wurde über „operative Sicherheitsfragen“ gesprochen.
Was genau das bedeutet, verriet niemand.
Mögliche Gesprächsinhalte:
- „Greift ihr uns an?“
- „Nein, greift ihr uns an?“
- „Nein.“
- „Gut.“
- „Bis nächste Woche.“
Danach verabschiedete man sich offenbar als diplomatische Freunde auf Zeit.
Die Drohnen-Frage
Besonders lustig wirkt das Treffen vor dem Hintergrund der jüngsten Berichte.
Demnach soll Kuba angeblich Hunderte Militärdrohnen gekauft haben und Szenarien für Angriffe auf Guantanamo diskutieren.
Kuba sagt:
„Unsinn.“
Die USA sagen:
„Wir beobachten das.“
Und die Welt fragt sich:
„Wie genau beobachtet man eigentlich jemanden, von dem man glaubt, dass er einen beobachtet?“
Donald Trump und die Immobilienbranche
Für zusätzliche Entspannung sorgt Donald Trump.
Der Präsident hatte zuletzt mehrfach erklärt, man müsse vielleicht die Kontrolle über Kuba übernehmen.
Was für normale Menschen nach Geopolitik klingt, hört sich bei Trump gelegentlich eher nach einer Immobilienbesichtigung an.
Man wartet eigentlich nur noch auf die Ankündigung:
„Kuba hat großes Potenzial. Fantastische Lage. Direkt am Meer.“
Kuba sucht verzweifelt Benzin
Währenddessen steckt Kuba in einer schweren Wirtschaftskrise.
Es fehlt an Strom.
Es fehlt an Treibstoff.
Es fehlt an Geld.
Kurz gesagt:
Der Staat versucht aktuell, mit weniger Energie auszukommen als manche deutsche Kommune an einem Sonntagnachmittag.
Die Kunst der Diplomatie
Am Ende vereinbarten beide Seiten, die Kommunikation aufrechtzuerhalten.
Das klingt zunächst banal.
Ist aber angesichts der Geschichte beider Länder ungefähr so sensationell, als würden zwei Nachbarn nach 60 Jahren Zaunkrieg beschließen, sich künftig freundlich zuzunicken.
Fazit
Die USA werfen Kuba vor, gefährlich zu sein.
Kuba wirft den USA vor, gefährlich zu sein.
Beide treffen sich trotzdem.
Und beide erklären anschließend, das Gespräch sei positiv verlaufen.
Man könnte fast glauben, Diplomatie funktioniert tatsächlich noch.
Oder zumindest so lange, bis der nächste Politiker ein Mikrofon findet.
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