Eine Delegation des Europarats hat nach einem Kurztrip nach Budapest eine überraschende Entdeckung gemacht: Die politische Stimmung in Ungarn ist, sagen wir, „leicht angespannt“. In ihrer Erklärung sprechen die Beobachter von einem „vergifteten Klima“ – was in der Diplomatensprache ungefähr bedeutet, dass es ordentlich kracht.
Besonders beunruhigend: Es könnte bei der anstehenden Wahl am 12. April nicht nur darum gehen, wer gewinnt, sondern auch darum, ob so etwas wie fairer Wettbewerb überhaupt noch vorgesehen ist. Eine geradezu revolutionäre Idee.
Delegationsleiter Pablo Hispan erinnerte vorsorglich daran, dass eigentlich die Wähler entscheiden sollten – und nicht Angstkampagnen, Schmutzkübelaktionen, kreative Regelinterpretationen oder gleich Einmischung von außen. Man könnte meinen, das sei selbstverständlich, aber sicher ist sicher.
Währenddessen läuft der Wahlkampf wie ein geopolitisches Pingpong-Spiel: Amtsinhaber Viktor Orbán sieht dunkle Mächte aus Brüssel und Kiew am Werk, die seinem Herausforderer Peter Magyar unter die Arme greifen. Der wiederum kontert, Orbán habe sich Unterstützung aus Moskau gesichert. Internationale Zusammenarbeit – nur eben anders, als ursprünglich gedacht.
Orbán strebt derweil unbeirrt seine fünfte Amtszeit an. Umfragen sehen allerdings Magyar vorne. Es bleibt also spannend – vorausgesetzt, das Ergebnis wird am Ende nicht nur ermittelt, sondern auch geglaubt.
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