Beim VfB ist endlich wieder Trainingslager – und natürlich dauert es keine zwei Tage, bis rund um den Brustring mehr geredet wird als trainiert.
Beginnen wir mit der erfreulichen Nachricht: Ermedin Demirović bleibt. Zumindest sagt er das selbst, und nach all den Transfergerüchten der vergangenen Wochen nehmen wir jedes klare Bekenntnis inzwischen dankbar entgegen. Ein Abgang sei für ihn nie ein Thema gewesen, erklärt der Stürmer. Er fühle sich beim VfB wohl, verstehe sich hervorragend mit Sebastian Hoeneß und habe auch im Urlaub nicht plötzlich beschlossen, irgendwo anders auf Torejagd zu gehen.
Sehr schön, Ermedin. Genau so wollen wir das hören.
Braun gebrannt, erholt und offenbar bestens gelaunt ist Demirović von seinem Karibikurlaub zurückgekehrt. In der vergangenen Bundesliga-Saison erzielte er zwölf Tore und bereitete vier weitere vor. In der neuen Spielzeit möchte er daran anknüpfen, weiter treffen und der Mannschaft helfen.
Klingt vernünftig. Als VfB-Fan wäre man schließlich schon zufrieden, wenn ein Sommer einmal ohne wochenlanges Rätselraten um einen wichtigen Leistungsträger vergehen würde. Aber gut, wir wollen nicht gleich unverschämt werden.
Während Demirović also seine Zukunft geklärt hat, fehlt Jamie Leweling im Trainingslager am Chiemsee. Nach seinem WM-Urlaub wollte der Flügelspieler eigentlich wieder voll einsteigen. Stattdessen setzte ihn ein Infekt außer Gefecht. Teile des Leistungstests konnte er zunächst nicht absolvieren, beim Testspiel gegen Paris FC fehlte er ebenfalls und am Ende entschieden die Ärzte: Leweling bleibt in Stuttgart.
Gesundheit geht natürlich vor. Trotzdem hätte man ihn lieber auf dem Trainingsplatz gesehen als auf irgendwelchen unscharfen Flughafenfotos.
Denn selbstverständlich tauchte in den sozialen Medien prompt ein Bild auf, das Leweling angeblich beim Einchecken für einen Flug nach London zeigen soll. Ob er es wirklich war, lässt sich nicht zweifelsfrei erkennen. Der VfB kommentierte die Aufnahme nicht.
Mit anderen Worten: Wahrscheinlich nichts, aber genug Material, damit die Gerüchteküche wieder auf höchster Stufe läuft. Willkommen im VfB-Sommer.
Und dann wäre da noch Dženan Pejčinović. Der Wolfsburger Stürmer möchte offenbar unbedingt nach Stuttgart, soll sogar dem FC Porto abgesagt haben. Der Haken: Wolfsburg fordert weiterhin 25 Millionen Euro. Für den VfB ist das zu viel, weshalb sich der Poker inzwischen ungefähr so beweglich präsentiert wie eine Betonwand.
Demirović hätte gegen zusätzliche Konkurrenz jedenfalls nichts einzuwenden. Pejčinović sei ein guter Spieler und herzlich willkommen. Eine schlagkräftige Mannschaft brauche schließlich möglichst viele gute Fußballer.
Eine bemerkenswert entspannte Aussage. Wir Fans sind da traditionell etwas weniger gelassen. Einerseits wäre ein talentierter neuer Stürmer natürlich großartig. Andererseits sind 25 Millionen Euro auch kein Betrag, den man mal eben zwischen Maultaschen und Nachmittagskaffee überweist.
Der aktuelle Stand aus dem Trainingslager lautet also: Demirović bleibt, Leweling kuriert sich aus, Pejčinović will kommen, Wolfsburg will sehr viel Geld – und irgendwo in den sozialen Netzwerken wird bereits das nächste verschwommene Foto analysiert.
Eigentlich alles wie immer beim VfB.
Und trotzdem: Demirovićs klares Bekenntnis tut gut. Jetzt bitte gesund bleiben, Tore schießen und dafür sorgen, dass wir in der neuen Saison häufiger jubeln als über Transfergerüchte diskutieren müssen.
Die erste Besetzung der VfB Offensive Levelling, Undav, Furich, Demirowic. In der Reserve: El Kanouss, Thomas, Bouanani, Arevalo, Milosevuc, Jovanovic, Sauer, Darwich, Diehl, Malaga dazu noch Nartey der auch offensiv spielen kann. Auf jede Position warten mehr als 2 Spieler auf der Bank. Wozu noch der Pejcinovic für 25 Mio und Gehalt auch um 2-3 Mio? Hat VfB so viel Geld im Überfluss?