Wenn Steven Spielberg einen Film über Außerirdische macht, hört Hollywood genau hin.
Und wenn dieser Film dann auch noch den Titel „Disclosure Day“ trägt, also sinngemäß „Tag der Offenlegung“, dann laufen bei UFO-Fans weltweit die Server heiß.
Kaum waren die ersten Trailer veröffentlicht, war das Internet überzeugt:
„Das muss die Fortsetzung von ‚Unheimliche Begegnung der dritten Art‘ sein!“
Spielberg musste die Spekulationen sogar persönlich bremsen.
Offiziell ist „Disclosure Day“ keine Fortsetzung seines legendären UFO-Klassikers von 1977.
Inoffiziell wirkt es allerdings so, als hätte Spielberg fast 50 Jahre später genau dort wieder angesetzt, wo damals alles begann.
Als Spielberg Watergate mit Außerirdischen kombinierte
Die meisten erinnern sich an „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ wegen der spektakulären Raumschiffe, der berühmten fünf Töne zur Kommunikation mit Außerirdischen oder Richard Dreyfuss, der am Küchentisch Kartoffelbrei zu einem geheimnisvollen Berg auftürmt.
Doch hinter der Science-Fiction-Geschichte steckt etwas anderes:
Eine gigantische Regierungsverschwörung.
Spielberg beschrieb die ursprüngliche Idee seines Films damals selbst als:
„UFOs und Watergate.“
Und genau das bekommt man zu sehen.
Während normale Bürger versuchen herauszufinden, was am Himmel geschieht, lügen Regierungsstellen, fälschen Informationen und erfinden Notlagen, um die Wahrheit vor der Öffentlichkeit zu verbergen.
Wer den Film heute sieht, könnte meinen, Spielberg habe weniger einen Science-Fiction-Film und mehr einen Dokumentarfilm über modernes Krisenmanagement gedreht.
Die Regierung weiß etwas – sagt aber nichts
Im Film wird eine angebliche Chemiekatastrophe erfunden, um Menschen von einem bestimmten Gebiet fernzuhalten.
Militärtransporte fahren unter falschen Firmenlogos durchs Land.
Fernsehnachrichten verbreiten Geschichten, die mit der Realität wenig zu tun haben.
Und die eigentliche Wahrheit kennen nur wenige Eingeweihte.
Das klingt heute erstaunlich vertraut.
Nicht unbedingt wegen Außerirdischer.
Sondern wegen der grundsätzlichen Frage:
Wie viel weiß der Staat – und wie viel erzählt er der Öffentlichkeit tatsächlich?
Von Roswell bis zum Pentagon
Die UFO-Thematik hat sich seit den 1970er Jahren längst vom Randthema zum Mainstream entwickelt.
Begonnen hat vieles mit dem berühmten Roswell-Zwischenfall von 1947.
Seitdem existieren zahllose Spekulationen über abgestürzte Flugobjekte, geheime Bergungen und angebliche Kontakte mit außerirdischen Lebensformen.
Lange wurden solche Geschichten belächelt.
Dann veröffentlichte die „New York Times“ 2017 Informationen über geheime UFO-Untersuchungen des Pentagons.
Plötzlich war klar:
Der amerikanische Staat hatte tatsächlich jahrelang Programme betrieben, die sich mit unbekannten Flugobjekten beschäftigten.
Damit waren zwar keine Außerirdischen bewiesen.
Aber eine Verschwörungstheorie hatte zumindest einen realen Kern bekommen.
Disclosure Day trifft den Nerv der Zeit
Genau hier setzt Spielbergs neuer Film an.
In „Disclosure Day“ geht es um einen Whistleblower, der geheime Informationen über jahrzehntelang vertuschte außerirdische Kontakte veröffentlichen will.
Eine geheime Behörde versucht ihn daran zu hindern.
Killer werden auf ihn angesetzt.
Akten verschwinden.
Die Regierung schweigt.
Kurz gesagt:
Alles, was Verschwörungsfans seit Jahrzehnten vermuten, wird zum Hollywood-Blockbuster.
Die Wahrheit ist heute komplizierter geworden
Der vielleicht spannendste Punkt ist allerdings:
Heute geht es längst nicht mehr nur um UFOs.
Es geht um Vertrauen.
Vertrauen in Regierungen.
Vertrauen in Behörden.
Vertrauen in Medien.
Und die Frage, wer überhaupt noch bestimmt, was wahr ist.
In einer Zeit von sozialen Netzwerken, Leaks, Geheimdokumenten und KI-generierten Inhalten wirkt ein Film über staatliche Vertuschungen fast realistischer als manche politische Debatte.
Spielberg stellt die große Frage
Spielberg selbst formulierte es kürzlich so:
„Wenn jemand weiß, dass wir nicht allein im Universum sind – warum hat man es uns dann nicht gesagt?“
Ob Außerirdische tatsächlich existieren, bleibt offen.
Die bisher veröffentlichten Pentagon-Berichte liefern dafür keine überzeugenden Beweise.
Viele der angeblichen UFO-Aufnahmen lassen sich durch technische oder natürliche Phänomene erklären.
Trotzdem verschwindet das Thema nicht.
Im Gegenteil.
Fazit
„Unheimliche Begegnung der dritten Art“ war nie nur ein Film über Außerirdische.
Es war ein Film über Misstrauen gegenüber der Macht.
Über Geheimnisse.
Über die Frage, ob Regierungen mehr wissen, als sie zugeben.
Fast fünf Jahrzehnte später scheint Spielberg überzeugt zu sein, dass diese Fragen aktueller sind als je zuvor.
Und vielleicht liegt genau darin das Geheimnis seines neuen Films:
Es geht am Ende gar nicht um UFOs.
Es geht um die Wahrheit.
Und die war schon immer schwerer zu finden als jeder fliegende Unterteller.
Kommentar hinterlassen