Verbündete zweifeln an Washingtons Kurs
Der von US-Präsident Donald Trump ausgehandelte Iran-Deal sorgt in den Golfstaaten offenbar für erhebliche Sorgen. Während Washington das Abkommen als Schritt zu mehr Stabilität im Nahen Osten verkauft, wächst in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Kuwait die Skepsis.
Viele Regierungen am Persischen Golf sehen das Abkommen nicht als Erfolg, sondern als möglichen Wendepunkt zu ihren Ungunsten. Experten warnen sogar vor einer Stärkung Teherans.
Vertrauen in die USA schwindet
Über Jahrzehnte galt die Partnerschaft mit den USA als zentrale Sicherheitsgarantie für die arabischen Golfstaaten. Doch spätestens seit den Angriffen auf saudische Ölanlagen im Jahr 2019 und dem jüngsten Krieg gegen den Iran stellen viele Verantwortliche die Frage, wie verlässlich Washington tatsächlich noch ist.
Die Sorge: Die USA ziehen sich schrittweise aus ihrer traditionellen Rolle als Schutzmacht der Region zurück. Gleichzeitig könnte der Iran politisch und wirtschaftlich gestärkt aus den Verhandlungen hervorgehen.
Streitpunkt Straße von Hormus
Besonders kritisch wird am Golf gesehen, dass der Iran künftig eine offizielle Rolle bei der Überwachung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus erhalten soll. Durch diese Meerenge werden große Teile der weltweiten Öl- und Gasexporte transportiert.
Für die Golfstaaten bedeutet dies, dass ein erheblicher Teil ihres Außenhandels künftig unter iranischer Mitwirkung abgewickelt werden könnte.
Wichtige Fragen bleiben offen
Zudem behandelt das Abkommen weder das iranische Raketenprogramm noch die Unterstützung verbündeter Milizen in der Region. Genau diese Themen gelten in vielen Golfstaaten als die eigentlichen Sicherheitsprobleme.
Auch der geplante Wiederaufbaufonds für den Iran sorgt für Diskussionen. Nach den bisherigen Plänen sollen rund 300 Milliarden US-Dollar für den Wiederaufbau bereitgestellt werden. Mehrere Golfstaaten erklärten jedoch bereits, dass sie bislang keine konkreten Informationen über eine finanzielle Beteiligung erhalten hätten.
Golfstaaten suchen nach Alternativen
Die Entwicklungen führen dazu, dass einige Staaten ihre Sicherheitsstrategie überdenken. Neben engeren Beziehungen zu regionalen Partnern wie der Türkei wird auch über eigene militärische Fähigkeiten und neue regionale Sicherheitsabkommen nachgedacht.
Langfristig könnte sich dadurch die Machtbalance im Nahen Osten verändern. Denn während die USA weiterhin der wichtigste Partner bleiben, wächst in der Region der Wunsch, sich unabhängiger von Washington aufzustellen.
Fazit
Der neue Iran-Deal mag den aktuellen Konflikt entschärfen. Für viele Staaten am Persischen Golf bleiben jedoch erhebliche Zweifel. Dort wächst die Befürchtung, dass Washington vor allem einen schnellen diplomatischen Erfolg gesucht hat, während zentrale Sicherheitsinteressen seiner traditionellen Verbündeten auf der Strecke geblieben sein könnten.
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