Nach fast 40 Tagen intensiver Kämpfe gegen Iran drängt US-Präsident Donald Trump die amerikanische Rüstungsindustrie zu höherem Tempo. Beim Verteidigungsgipfel in Pennsylvania forderte er die Hersteller auf, mehr Waffen schneller zu produzieren. Hintergrund sind die enormen Munitionsmengen, die während der „Operation Epic Fury“ verbraucht wurden. Nach Angaben der US-Regierung kostete der Krieg bislang 37,5 Milliarden Dollar – der größte Teil davon entfiel auf Munition.
Bis zum Beginn einer brüchigen Waffenruhe am 8. April griffen die USA mehr als 13.000 Ziele in Iran an. Gleichzeitig fingen amerikanische Systeme über 1.700 iranische Drohnen und Raketen ab. Trump bestreitet zwar Engpässe, doch Verteidigungsminister Pete Hegseth beantragte inzwischen weitere 87 Milliarden Dollar, um „kritische Defizite“ zu beheben.
Besonders stark beansprucht wurden Tomahawk-Marschflugkörper. Nach Schätzungen des Center for Strategic and International Studies wurden mehr als 1.000 Stück abgefeuert. Die Bestände könnten erst 2031 wieder das Vorkriegsniveau erreichen. Eine Rakete kostet rund 2,6 Millionen Dollar. Die Produktion einzelner komplexer Systeme dauert zwischen einem und fünf Jahren.
Noch angespannter ist die Lage bei der Luftabwehr. Schätzungsweise 1.430 Patriot-Abfangraketen wurden eingesetzt – bei einem Vorrat von zuvor etwa 2.330 Stück. Jede kostet rund vier Millionen Dollar, obwohl sie häufig gegen Drohnen im Wert von nur 20.000 bis 50.000 Dollar verwendet wurde. Auch die knappen THAAD-Bestände wurden stark reduziert.
Experten warnen deshalb vor einem „Fenster der Verwundbarkeit“, insbesondere mit Blick auf einen möglichen Konflikt um Taiwan. China verfügt über moderne Raketen und investiert stark in Drohnenschwärme. Zugleich benötigt die Ukraine dringend weitere Patriot-Systeme zur Abwehr russischer Angriffe.
Die US-Regierung betont dennoch, dass genügend Munition für alle strategischen Ziele vorhanden sei. Zudem seien Irans militärische Verluste wesentlich größer; seine Fähigkeit zur Herstellung neuer Raketen und Drohnen sei erheblich geschwächt worden.
Von einem unmittelbar leeren Arsenal kann daher keine Rede sein. Doch jede Rakete, die gegen Iran eingesetzt, an die Ukraine geliefert oder für einen möglichen Konflikt im Pazifik zurückgehalten wird, stammt aus einem Bestand, dessen Wiederauffüllung Jahre dauern dürfte.
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