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Ferrari sucht den Rückwärtsgang: Marketing-Chef nach Elektro-Schock auf der Abschussrampe

Up-Free (CC0), Pixabay
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Bei Ferrari hat offenbar jemand festgestellt, dass man zwar Supersportwagen bauen kann, aber nicht unbedingt jeden Trend mitmachen muss. Nur wenige Wochen nach der Präsentation des ersten Elektro-Ferrari hat der traditionsreiche Autobauer seinen langjährigen Marketing-Chef Enrico Galliera verabschiedet.

Offiziell natürlich völlig freiwillig. Wie immer. Galliera wolle sich neuen beruflichen Herausforderungen widmen. Vermutlich irgendwo, wo niemand das Wort „Luce“ erwähnt.

Der Grund für die plötzliche Trennung könnte rein zufällig mit jenem Elektro-SUV zusammenhängen, den Ferrari Ende Mai der Weltöffentlichkeit präsentierte. Das Problem: Viele Fans hielten den neuen Ferrari zunächst für einen verspäteten Aprilscherz.

Besonders das Design des Modells sorgte für Schnappatmung bei Puristen. Einige Ferrari-Liebhaber fragten sich, ob versehentlich ein Familienvan, ein Kühlschrank und ein chinesischer Elektro-Crossover gleichzeitig auf den Designertisch gefallen seien.

In sozialen Netzwerken herrschte zeitweise mehr Alarmstimmung als nach einer Niederlage der italienischen Fußball-Nationalmannschaft. Der Name „Luce“ bedeutet zwar „Licht“, viele Fans sahen darin jedoch eher das Erlöschen einer jahrzehntelangen Ferrari-Tradition.

Nun soll es Massimiliano Di Silvestre richten. Der ehemalige BMW-Manager übernimmt ab Juli das Marketing. Seine Mission: Den Kunden erklären, warum ein fünf­sitziger Elektro-SUV mit Ferrari-Logo eigentlich genau das ist, worauf die Menschheit seit Enzo Ferrari gewartet hat.

Ferrari-Chef Benedetto Vigna bedankte sich unterdessen artig bei Galliera für dessen Verdienste um die Marke. Übersetzt aus dem Managerdeutsch bedeutet das ungefähr: „Vielen Dank für alles – und viel Glück.“

Während Ferrari weiterhin von einem „starken Interesse“ am neuen Elektro-Modell spricht, warten Beobachter gespannt auf die Bestellzahlen. Denn Interesse kann vieles bedeuten. Man interessiert sich schließlich auch für Verkehrsunfälle, ohne gleich einen nachstellen zu wollen.

Ende Juli will Ferrari die Zahlen vorlegen. Dann wird sich zeigen, ob der „Luce“ tatsächlich die Zukunft der Marke verkörpert – oder ob die Kunden lieber weiterhin zwölf Zylinder hören möchten, statt Software-Updates herunterzuladen.

Bis dahin gilt in Maranello offenbar die neue Firmenphilosophie: Volle Energie voraus – und falls etwas schiefgeht, wird zuerst das Marketing aufgeladen.

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