Während US-Präsident Donald Trump dem Iran ein neues Ultimatum stellt und mit massiven Angriffen droht, haben mehrere asiatische Staaten längst pragmatisch reagiert: Sie verhandeln direkt mit Teheran, um ihren Schiffen die sichere Passage durch die Straße von Hormus zu sichern. Damit zeigt sich bereits vor Ablauf von Trumps Frist, dass viele Länder in Asien nicht auf Washingtons Drohkulisse setzen, sondern auf klassische Diplomatie.
Die strategisch entscheidende Meerenge ist seit Beginn der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg zu einem globalen Krisenherd geworden. Rund ein Fünftel der weltweiten Energieexporte läuft normalerweise durch die Straße von Hormus. Entsprechend nervös reagieren vor allem asiatische Staaten, deren Volkswirtschaften stark von Öl- und Gaslieferungen aus der Golfregion abhängen.
Zuletzt meldeten die Philippinen eine Einigung mit Teheran. Nach Angaben der Regierung in Manila sicherte der Iran philippinisch beflaggten Schiffen eine „sichere, ungehinderte und zügige Passage“ zu. Für das Land ist das von zentraler Bedeutung: Rund 98 Prozent seines Öls bezieht es aus dem Nahen Osten. Auch Pakistan erklärte bereits Ende März, der Iran habe 20 pakistanischen Schiffen die Durchfahrt zugesichert. Indien wiederum erhielt aus Teheran demonstrativ beruhigende Signale – indische Tanker seien „in sicheren Händen“, hieß es aus der iranischen Botschaft.
Selbst China, der wichtigste Abnehmer iranischen Öls, bestätigte, dass zuletzt mehrere chinesische Schiffe die Meerenge passieren konnten. Peking hält enge Beziehungen zu Teheran und bemüht sich gemeinsam mit Pakistan um eine Vermittlerrolle zwischen den USA und Iran.
Unklar bleibt allerdings, wie belastbar diese Zusagen tatsächlich sind. Experten weisen darauf hin, dass bislang offen ist, ob die Garantien für alle Schiffe eines Landes gelten oder nur für einzelne, speziell abgestimmte Fahrten. Ebenso ist unbekannt, ob für die Passage Gebühren oder politische Gegenleistungen fällig werden.
Fest steht jedoch: Während Trump weiter mit militärischer Eskalation droht, haben energieabhängige Staaten in Asien längst begonnen, ihre Versorgung auf eigene Faust abzusichern. Die Straße von Hormus wird damit nicht nur zum militärischen Krisenpunkt – sondern auch zum Lehrstück darüber, dass in geopolitischen Notlagen oft jene vorankommen, die reden, statt drohen.
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