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Trumps Gaza-„Friedensrat“: Viel Show, wenig Geld, null Glaubwürdigkeit

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Donald Trump wollte mal wieder Geschichte schreiben. Nicht als Brandstifter, sondern – man höre und staune – als Friedensstifter. Das Ergebnis seines groß angekündigten Gaza-„Friedensrats“ sieht allerdings eher nach dem aus, was man von Trump inzwischen kennt: viel PR, große Klappe, leere Kassen.

Denn von den vollmundig angekündigten 17 Milliarden Dollar für den Wiederaufbau des zerstörten Gazastreifens ist bislang gerade einmal ein trauriger Rest zusammengekommen. Statt Milliardenregen gibt es aktuell nicht einmal einen ordentlichen Nieselregen: Weniger als eine Milliarde Dollar soll bisher tatsächlich geflossen sein.

Mit anderen Worten: Trumps angeblicher Masterplan für Gaza droht schon zu scheitern, bevor überhaupt irgendjemand ernsthaft anfangen konnte, Trümmer wegzuräumen.

Von zehn Ländern, die bei der großen Washingtoner Showveranstaltung angeblich Geld zugesagt hatten, sollen laut Reuters bislang nur drei Staaten tatsächlich gezahlt haben:
die Vereinigten Arabischen Emirate, Marokko – und ausgerechnet die USA selbst.

Der Rest? Offenbar irgendwo zwischen diplomatischer Ausrede, politischer Vorsicht und der Erkenntnis verschwunden, dass man sich auf Trumps Nahost-Theater ungefähr so verlassen kann wie auf einen Regenschirm aus Küchenpapier.

Besonders peinlich: Das von den USA unterstützte Nationale Komitee für die Verwaltung Gazas (NCAG) sollte eigentlich nach einer Entwaffnung der Hamas die Kontrolle übernehmen und so etwas wie den geordneten Neustart organisieren. Blöd nur: Ohne Geld lässt sich selbst mit den schönsten PowerPoint-Folien kein zerstörtes Kriegsgebiet verwalten.

Oder wie es Trumps „Friedensrats“-Gesandter Nikolaj Mladenow offenbar ziemlich trocken formuliert haben soll:
„Derzeit ist kein Geld verfügbar.“

Das ist in seiner Schlichtheit fast schon poetisch.
Trump verspricht Frieden, Wiederaufbau und Stabilität – und am Ende heißt es sinngemäß:
Sorry, Kasse leer.

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen:
Zehn Tage bevor die USA und Israel den nächsten großen Kriegsschauplatz mit Angriffen auf Iran eröffneten, veranstaltete Trump in Washington noch eine Konferenz, bei der Golfstaaten Milliarden für Gaza zusagten. Ein klassischer Trump-Moment: erst die Welt mit großen Worten beeindrucken, dann den nächsten Flächenbrand anzünden – und sich anschließend wundern, dass plötzlich niemand mehr den Scheckblock zückt.

Laut Insidern hat ausgerechnet der Iran-Krieg die Finanzierungsprobleme massiv verschärft. Überraschung! Wer gleichzeitig den Nahen Osten befrieden, Gaza neu ordnen und nebenbei mit Benjamin Netanjahu den nächsten regionalen Großbrand lostritt, darf sich nicht wundern, wenn Investoren und Geldgeber irgendwann skeptisch werden.

Denn auch in der Golfregion weiß man längst:
Trumps Friedenspläne halten oft ungefähr so lange wie ein Truth-Social-Post, bevor der nächste Eskalationsanfall kommt.

Das eigentliche Problem ist aber tiefer. Dieser sogenannte „Friedensrat“ war von Anfang an weniger ein belastbarer Wiederaufbauplan als vielmehr ein politisches Schaufensterprojekt. Ein typischer Trump-Entwurf: groß inszeniert, aggressiv vermarktet, strategisch dünn unterfüttert und am Ende abhängig von Geld, das andere zahlen sollen.

Und wenn das Geld nicht kommt?
Dann bleibt nur das übliche Muster:

  • große Ankündigung
  • mediale Selbstbeweihräucherung
  • geopolitische Instabilität
  • finanzielles Chaos
  • und am Ende die Erkenntnis, dass außer Schlagzeilen wenig Substanz vorhanden war

Während Gaza weiter in Trümmern liegt, Menschen weiter leiden und echte Perspektiven weiter fehlen, zerfällt Trumps angeblicher Friedensplan also an genau dem, woran solche Projekte ohne echte politische Glaubwürdigkeit oft scheitern: an der Realität.

Kurz gesagt:
Trump wollte sich als Architekt des Friedens inszenieren.
Geliefert hat er bislang eher ein Luxusmodell des politischen Leerlaufs – mit großen Versprechen, kaum Geld und der diplomatischen Stabilität eines wackeligen Gartenstuhls.

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