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Trump verteidigt Eingreifen im Balogun-Fall: „Ich hielt das nicht für ein Foul“

MIH83 (CC0), Pixabay
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US-Präsident Donald Trump hat erstmals ausführlich Stellung zu seiner Rolle im Wirbel um die Rote Karte gegen den US-Nationalspieler Folarin Balogun genommen. Trump erklärte, er habe FIFA-Präsident Gianni Infantino lediglich darum gebeten, die umstrittene Entscheidung überprüfen zu lassen. Eine Anweisung oder Einflussnahme auf das Verfahren habe es nach seinen Worten nicht gegeben.

„Ich habe nur um eine Überprüfung gebeten. Ich habe niemandem vorgeschrieben, wie entschieden werden soll“, sagte Trump im Oval Office. Aus seiner Sicht habe Balogun kein Foul begangen. Vielmehr seien zwei Spieler mit hoher Geschwindigkeit auf den Ball zugelaufen und dabei zusammengestoßen. „Er hat nichts falsch gemacht“, erklärte der Präsident.

Die Aussagen folgen auf eine Entscheidung der FIFA, Balogun trotz der zunächst ausgesprochenen Roten Karte und der automatischen Sperre für das Achtelfinale gegen Belgien zuzulassen. Die Entscheidung sorgte international für Diskussionen über die Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit des Turniers.

Trump betonte, er könne dem Weltverband keine Vorgaben machen. Über den Einspruch habe ein unabhängiges Gremium entschieden, das aus seiner Sicht die richtige Entscheidung getroffen habe. Gleichzeitig äußerte er Zweifel an der Leistung des Schiedsrichters und bezeichnete dessen Verhalten als „etwas verdächtig“. Journalisten forderte er auf, sich die Vergangenheit des Unparteiischen genauer anzusehen.

Bereits während des WM-Spiels war die Szene kontrovers diskutiert worden. Der Schiedsrichter hatte das Einsteigen Baloguns zunächst nicht als Foul bewertet. Erst nach einem Hinweis des Video-Assistenten wurde die Situation erneut überprüft. Dabei wurden dem Schiedsrichter Zeitlupenbilder gezeigt, auf denen zu erkennen war, wie Baloguns Stollen den Knöchel eines bosnischen Gegenspielers trafen. Anschließend wurde die Aktion als grobes Foulspiel gewertet und Balogun mit der Roten Karte des Feldes verwiesen.

Kritiker bemängelten anschließend nicht nur die Härte der Entscheidung, sondern auch den Ablauf der Videoüberprüfung. Nach ihrer Auffassung sei fraglich, ob die verwendeten Zeitlupenaufnahmen den geltenden Protokollen entsprochen hätten.

Trump bezeichnete den Platzverweis als „schrecklich“ und „ungerecht“. Wäre Balogun nicht für das Achtelfinale spielberechtigt gewesen, hätte dies nach seiner Einschätzung einen erheblichen Imageschaden für die Weltmeisterschaft bedeutet.

Ein Vertreter der US-Regierung erklärte zudem, Trump habe lediglich nachvollziehen wollen, weshalb die Rote Karte ausgesprochen und eine Sperre verhängt worden sei. Gleichzeitig räumte der Präsident ein, ihm sei zunächst nicht bewusst gewesen, dass eine Rote Karte automatisch den Ausschluss für das folgende Spiel bedeute. Erst später habe er erfahren, dass Balogun dadurch das Achtelfinale verpassen würde.

Nach Angaben eines Regierungsvertreters übermittelten die USA der FIFA im Rahmen des Berufungsverfahrens zusätzliche Informationen. Worin diese bestanden, wurde jedoch nicht bekannt gegeben. Trump selbst betonte erneut, er habe mit der endgültigen Entscheidung nichts zu tun gehabt.

Für zusätzlichen Zündstoff sorgt der Protest des belgischen Fußballverbandes. Dieser legte gegen die Entscheidung der FIFA Einspruch ein und erklärte, bislang weder eine offizielle Begründung noch eine formelle Entscheidung des Weltverbandes erhalten zu haben. Deshalb sehe man sich gezwungen, die Spielberechtigung Baloguns für das Achtelfinale anzufechten.

Während die US-Nationalmannschaft am Abend auf Belgien trifft, befindet sich Donald Trump bereits auf dem Weg zum NATO-Gipfel in der Türkei. Die Diskussion um den Fall Balogun dürfte die Weltmeisterschaft damit auch über den sportlichen Wettbewerb hinaus weiter begleiten.

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