US-Präsident Donald Trump steht wenige Monate vor den Zwischenwahlen 2026 zunehmend unter Druck. Mehrere aktuelle Umfragen zeigen sinkende Zustimmungswerte und deuten darauf hin, dass viele seiner politischen Vorhaben selbst bei Teilen der republikanischen Wählerschaft auf Skepsis stoßen.
Eine Analyse von CNN kommt deshalb zu dem Schluss, dass Trump sich deutlich von jenem populistischen Politikstil entfernt habe, mit dem er 2016 erstmals das Weiße Haus eroberte. Damals präsentierte er sich als Vertreter gewöhnlicher Amerikaner gegen ein vermeintlich abgehobenes politisches Establishment. Zehn Jahre später scheint diese Strategie zumindest teilweise an Wirkung verloren zu haben.
Zustimmung fällt auf 33 Prozent
Besonders deutlich wird die Entwicklung in einer aktuellen Umfrage von Reuters und Ipsos.
Demnach sind nur noch 33 Prozent der Amerikaner mit Trumps Amtsführung zufrieden. Das ist einer der niedrigsten Werte seiner aktuellen Präsidentschaft.
Noch auffälliger fällt die Zahl der besonders überzeugten Anhänger aus: Nur 13 Prozent aller Befragten stimmen seiner Arbeit ausdrücklich stark zu.
Selbst unter Republikanern liegt dieser Wert lediglich bei 35 Prozent.
Damit bleibt Trump zwar weiterhin die dominierende Figur innerhalb seiner Partei, doch die uneingeschränkte Begeisterung innerhalb seiner politischen Basis scheint abzunehmen.
Neue Zölle gegen Kanada trotz geringer Zustimmung
Als Beispiel für diese Entwicklung nennt CNN Trumps Handelspolitik gegenüber Kanada.
Der Präsident drohte zuletzt mit Zöllen von bis zu 50 Prozent auf kanadische Waren.
Umfragen zeigen allerdings seit längerem, dass solche Maßnahmen bei einer Mehrheit der Bevölkerung auf Ablehnung stoßen.
In einer CNN-Umfrage erklärten im Frühjahr 65 Prozent der Befragten, Trumps Zollpolitik habe negative Auswirkungen auf ihre persönliche finanzielle Situation.
Bereits frühere Erhebungen hatten gezeigt, dass zwischen 60 und 64 Prozent der Amerikaner zusätzliche Zölle gegen Kanada ablehnten.
Trotzdem verschärfte Trump den Ton gegenüber dem Nachbarland wenige Wochen vor den Zwischenwahlen erneut.
„Lake America“ sorgt für weitere Kontroversen
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt Trump mit der Idee, den Ontariosee in „Lake America“ umzubenennen.
Damit griff er ein politisches Motiv auf, das bereits bei der von ihm verwendeten Bezeichnung „Gulf of America“ für den Golf von Mexiko für Diskussionen gesorgt hatte.
Auch solche symbolischen Namensänderungen stoßen laut verschiedenen Umfragen bei großen Teilen der Bevölkerung auf Ablehnung.
Vizepräsident JD Vance sorgte zusätzlich für Schlagzeilen, als er Kanada als „Bundesstaat“ bezeichnete und dies anschließend als Freudschen Versprecher darstellte.
Trump hatte zuvor mehrfach öffentlich darüber gesprochen, Kanada könne der 51. Bundesstaat der USA werden.
Eine entsprechende Idee lehnten laut einer Umfrage der Marquette University rund 75 Prozent der Amerikaner ab.
Rechenzentren werden zum politischen Streitthema
Auch beim Ausbau großer Rechenzentren verfolgt Trump eine Position, die laut CNN nicht dem derzeit verbreiteten Stimmungsbild entspricht.
Die Anlagen werden für künstliche Intelligenz, Cloud-Dienste und andere digitale Anwendungen benötigt, benötigen jedoch enorme Mengen an Strom und Wasser.
Nach einer Gallup-Umfrage lehnen bis zu sieben von zehn Amerikanern neue Rechenzentren in ihrer unmittelbaren Wohnregion ab.
Vor allem Sorgen über steigende Stromkosten, Wasserverbrauch und Veränderungen des Landschaftsbildes spielen dabei eine Rolle.
Trump hingegen wirbt offensiv für die Anlagen und bezeichnete sie als wirtschaftliche „Geldmaschinen“ und „Cash Cows“.
Auch republikanische Politiker, die lokale Moratorien gegen neue Rechenzentren unterstützen, kritisierte er.
Umbauten und Namensgebung in Washington umstritten
Weitere Kritik betrifft Trumps Umgang mit staatlichen Institutionen und Gebäuden.
Laut einer Umfrage sind rund sechs von zehn Amerikanern der Meinung, der Präsident sei bei Veränderungen staatlicher Institutionen wie dem Kennedy Center zu weit gegangen.
Nur neun Prozent halten es demnach für angemessen, noch während einer laufenden Präsidentschaft staatliche Gebäude nach Trump zu benennen.
Dennoch verfolgt die Regierung entsprechende Pläne weiter.
Auch umfangreiche Umbauten und Renovierungsprojekte in Washington stehen in der Kritik.
Eine Erhebung der „Washington Post“ zeigte zuletzt, dass solche Projekte von den Befragten ungefähr im Verhältnis zwei zu eins negativ bewertet werden.
Iran-Krieg belastet Zustimmungswerte
Ein besonders schwerwiegendes Thema ist der Krieg gegen den Iran.
Vor Beginn des militärischen Eingreifens hatten Umfragen eine deutliche Mehrheit gegen eine amerikanische Intervention gezeigt.
Nach Darstellung der CNN-Analyse widerspricht der Konflikt damit auch einem wichtigen Bestandteil von Trumps früherem politischen Profil.
Über Jahre hatte Trump versprochen, die USA aus kostspieligen internationalen Kriegen herauszuhalten.
Inzwischen dauert der Konflikt bereits mehrere Monate an. Gleichzeitig droht die Regierung mit weiteren Maßnahmen gegen den Iran und dessen Handelspartner.
Streit um Impfpolitik
Auch die Gesundheitspolitik sorgt weiter für Kontroversen.
Trump und Teile seiner Regierung haben zuletzt erneut Zweifel an etablierten Impfprogrammen geäußert und Änderungen an der bisherigen Impfpolitik angekündigt.
Nach Erhebungen der Gesundheitsorganisation KFF lehnen rund sechs von zehn Amerikanern den derzeitigen Umgang der Regierung mit diesem Thema ab.
CNN kritisiert in seiner Analyse insbesondere, dass viele Aussagen Trumps über Impfstoffe wissenschaftlich nicht ausreichend belegt seien.
Wirtschaft bleibt wichtigste Sorge vieler Amerikaner
Besonders problematisch für Trump könnte allerdings sein, dass viele Bürger andere Prioritäten setzen.
Umfragen zeigen seit Monaten, dass Themen wie Lebenshaltungskosten, Inflation, Lebensmittelpreise, Wohnen und Gesundheitskosten zu den größten Sorgen der Bevölkerung gehören.
Trump spricht dagegen regelmäßig von einem wirtschaftlichen „goldenen Zeitalter“.
Diese Einschätzung teilen jedoch nur wenige Amerikaner.
In der aktuellen Reuters-Ipsos-Umfrage bezeichneten lediglich vier Prozent der Befragten die US-Wirtschaft als „sehr stark“.
Zugleich glaubt eine deutliche Mehrheit, dass sich die Regierung nicht ausreichend auf Inflation und Lebenshaltungskosten konzentriert.
Zwischenwahlen werden zum Stimmungstest
Damit entwickeln sich die Zwischenwahlen im November zunehmend zu einem wichtigen Test für Trump und die Republikanische Partei.
Dabei geht es nicht nur um die Frage, wie populär einzelne politische Maßnahmen sind.
Entscheidend wird auch sein, ob republikanische Wähler trotz wachsender Zweifel weiterhin geschlossen hinter ihrer Partei stehen.
Trump verfügt nach wie vor über eine loyale politische Basis. Doch aktuelle Umfragen zeigen, dass diese Gruppe kleiner geworden ist und viele Amerikaner seine Politik zunehmend kritisch betrachten.
Sollte sich dieser Trend bis zum Wahltag fortsetzen, könnten die Zwischenwahlen zeigen, wie stark Parteibindung noch wirkt, wenn selbst Teile der eigenen Anhängerschaft mit dem politischen Kurs des Präsidenten unzufrieden sind.
Ich lese 33% und muss kotzen.