Der frühere Söhne-Mannheims-Musiker Marlon B. James ist im Alter von 60 Jahren gestorben. Der Rapper und Sänger wurde Medienberichten zufolge auf Jamaika erschossen. Mit seinem Tod verliert die deutsche Musikszene einen Künstler, der den unverwechselbaren Klang der Söhne Mannheims über viele Jahre mitgeprägt hat.
Es ist eine Nachricht, die Freunde, Weggefährten und Fans erschüttert: Marlon B. James ist tot. Der frühere Musiker der Söhne Mannheims wurde 60 Jahre alt. Wie WELT unter Berufung auf den Sprecher der Gruppe berichtet, wurde sein Tod inzwischen aus dem Kreis seiner Familie bestätigt. Die Band reagierte tief betroffen auf die Nachricht.
Nach Medienberichten aus Jamaika soll James bei einem bewaffneten Angriff in einer Bar in Robin’s Bay im Norden Jamaikas ums Leben gekommen sein. Bewaffnete Angreifer sollen das Feuer auf ihn und zwei weitere Männer eröffnet haben. Alle drei Männer starben an ihren Verletzungen. Zu den Hintergründen und zum Motiv der Tat gibt es bislang keine gesicherten Angaben.
Ein prägender Teil der Söhne Mannheims
Marlon B. James gehörte zu jener Generation von Musikern, die den besonderen Klang der Söhne Mannheims begründeten. 1999 stieß er zu dem Mannheimer Künstlerkollektiv und wirkte bereits an dessen 2000 veröffentlichtem Debütalbum „Zion“ mit. Damit war er Teil einer Bandgeschichte, die deutsche Pop-, Soul-, Reggae- und Hip-Hop-Musik über viele Jahre hinweg miteinander verband.
Die Söhne Mannheims wurden mit Liedern wie „Geh davon aus“, „Vielleicht“, „Und wenn ein Lied“ und „Das hat die Welt noch nicht gesehen“ einem Millionenpublikum bekannt. James stand dabei vielleicht nicht immer so sehr im Mittelpunkt wie einige seiner Bandkollegen – doch sein musikalischer Beitrag gehörte zum Fundament des Kollektivs.
Über viele Jahre war er Teil dieser ungewöhnlichen Formation, in der unterschiedliche Stimmen, Stile und Persönlichkeiten zusammenfanden. Gerade diese Vielfalt machte die Söhne Mannheims zu einer der außergewöhnlichsten deutschen Bands ihrer Zeit.
Ein neues Leben auf Jamaika
2017 ließ Marlon B. James seine aktive Mitgliedschaft bei den Söhnen Mannheims ausklingen. Anschließend verlagerte er seinen Lebensmittelpunkt nach Jamaika – auf jene Karibikinsel, zu der er persönliche und musikalische Wurzeln hatte.
Dort begann ein neuer Abschnitt seines Lebens, fernab der großen deutschen Konzertbühnen. Nun endete dieses Leben auf tragische und gewaltsame Weise.
Die Nachricht seines Todes hat auch seine ehemaligen Bandkollegen tief getroffen. Die Söhne Mannheims veröffentlichten ein Schwarz-Weiß-Foto von James und erinnerten mit Zeilen aus ihrem Lied „Das hat die Welt noch nicht gesehen“ an ihren früheren Weggefährten. Zudem kündigte die Band an, ein Piano-Konzert in Graz seinem Andenken zu widmen.
Was bleibt, ist die Musik
Der Tod von Marlon B. James macht noch einmal bewusst, dass hinter den großen Liedern und bekannten Bandnamen Menschen stehen, deren gemeinsame Wege irgendwann auseinandergehen – deren Musik aber bleibt.
James gehörte zu den Musikern, die die frühen und prägenden
Kommentar hinterlassen