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Trump und der Iran-Krieg: Die Rechnung bitte an den Architekten

CharlesRondeau (CC0), Pixabay
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Donald Trump ist wieder einmal enttäuscht von Europa.

Deutschland, Italien und Großbritannien hätten ihm im Krieg gegen den Iran nicht ausreichend geholfen, klagte der US-Präsident nun im Weißen Haus. Man habe Europa jahrzehntelang beschützt, Milliarden ausgegeben und als man selbst Hilfe gebraucht habe, seien die Verbündeten plötzlich beschäftigt gewesen.

Das ist eine bemerkenswerte Sichtweise. Denn sie führt zu einer Frage, die bislang erstaunlich selten gestellt wird:

Herr Präsident, warum genau sollen andere Länder einem Krieg beitreten, den Sie selbst begonnen haben und den Sie inzwischen offenbar möglichst schnell wieder loswerden möchten?

Schließlich wurde der Feldzug gegen den Iran weder in Berlin noch in Rom oder London geplant. Die strategische Blaupause kam aus Washington. Dort saßen Donald Trump und Verteidigungsminister Pete Hegseth am Steuer. Dort wurde entschieden, dass man den Konflikt militärisch lösen könne. Dort entstand die Überzeugung, man könne den Iran unter Druck setzen, ohne eine langfristige Eskalation zu riskieren.

Heute, Monate später, klingt die Geschichte etwas anders.

Die Benzinpreise sind hoch. Die Umfragewerte niedrig. Die Geduld der Wähler begrenzt. Und plötzlich sollen die Europäer erklären, warum sie nicht begeistert genug waren, sich an einem Konflikt zu beteiligen, dessen Erfolgsaussichten von Anfang an höchst fragwürdig erschienen.

Man stelle sich die Situation im privaten Leben vor:

Jemand kauft ohne Rücksprache ein marodes Segelboot, fährt damit mitten in einen Hurrikan und ruft anschließend seine Nachbarn an:

„Wo seid ihr eigentlich? Ich brauche Hilfe!“

Die erste Gegenfrage wäre vermutlich nicht unhöflich:

„Warum bist du überhaupt in den Hurrikan gefahren?“

Genau an diesem Punkt scheint sich derzeit das transatlantische Verhältnis zu befinden.

Besonders unterhaltsam wurde es im Fall von Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Trump warf ihr vor, amerikanische Militäraktionen nicht ausreichend unterstützt zu haben. Nach dem Deal mit Iran wolle sie nun wieder befreundet sein.

Melonis Antwort fiel bemerkenswert kurz aus:

„Ich und Italien betteln niemals.“

In Rom nennt man so etwas vermutlich Diplomatie. In New York würde man sagen: Punkt für Giorgia.

Noch bemerkenswerter ist allerdings Trumps Wortwahl. Er spricht von „Kleinigkeiten“, bei denen Europa den USA hätte helfen sollen.

Nun kann man über vieles streiten. Aber ein Krieg im Nahen Osten mit globalen Auswirkungen auf Energiepreise, Sicherheitspolitik und internationale Stabilität fällt normalerweise nicht unter die Kategorie „Kleinigkeiten“.

Vielleicht liegt genau dort das Problem.

Während viele europäische Regierungen die Frage stellten, wie dieser Krieg enden soll, schien Washington lange vor allem zu wissen, wie er beginnen soll.

Der Unterschied ist nicht ganz unwichtig.

Nun reist Nato-Generalsekretär Mark Rutte nach Washington, um die Wogen zu glätten. Wahrscheinlich wird es um Bündnissolidarität, gemeinsame Verantwortung und transatlantische Partnerschaft gehen.

Vielleicht sollte bei dieser Gelegenheit aber auch jemand die einfachste aller Fragen stellen:

Wenn ein Krieg von Anfang an keinen realistischen Weg zum Sieg hatte – warum genau wurde er dann überhaupt begonnen?

Denn bevor man Verbündeten vorwirft, nicht mitgekämpft zu haben, lohnt sich gelegentlich ein Blick auf denjenigen, der die Schlacht geplant hat.

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