US-Präsident Donald Trump hat sich bei einem Besuch in Irland überraschend für eine mögliche Wiedervereinigung der Insel ausgesprochen. Bei einem Treffen mit dem irischen Regierungschef Micheál Martin erklärte Trump, er würde ein vereintes Irland begrüßen und bezeichnete eine solche Entwicklung als eine „großartige Sache“. Gleichzeitig räumte er ein, dass Großbritannien bei dieser Frage ein entscheidendes Wort mitzureden hätte.
Die Aussagen fielen während Trumps zweitägigem Besuch in der Republik Irland. Der US-Präsident traf zunächst politische Vertreter und sprach anschließend mit Wirtschaftsvertretern. Später wollte er zu seinem Golfresort in Doonbeg im County Clare weiterreisen, wo derzeit die Irish Open stattfinden. Die irischen Behörden hatten sich bereits seit Monaten auf den Besuch vorbereitet und umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen getroffen.
Auf die Frage nach der Zukunft Nordirlands erklärte Trump, er wolle keine neuen Probleme verursachen, würde eine Vereinigung der Insel aber gerne sehen. Er zeigte sich überzeugt davon, dass eine Wiedervereinigung irgendwann stattfinden werde. Eine solche Entwicklung könne aus seiner Sicht für alle Beteiligten positiv sein.
Die Äußerungen sorgten unmittelbar für Aufmerksamkeit. Unter den anwesenden Journalisten soll es hörbare Überraschung gegeben haben, als Trump seine Haltung äußerte. Seine Aussagen dürften vor allem in Nordirland eine intensive politische Debatte auslösen. Dort unterstützen unionistische Parteien einen dauerhaften Verbleib Nordirlands im Vereinigten Königreich, während nationalistische Kräfte seit Jahrzehnten eine Vereinigung mit der Republik Irland anstreben.
Besonders bemerkenswert ist Trumps Position, weil Teile der nordirischen Unionisten bislang politisch große Sympathien für den US-Präsidenten gezeigt haben. Beobachter gehen deshalb davon aus, dass seine Äußerungen bei unionistischen Politikern auf deutliche Ablehnung stoßen könnten. Frühere US-Präsidenten hatten sich bei der Frage der irischen Einheit öffentlich meist zurückhaltender gezeigt.
Die Teilung Irlands reicht bis ins Jahr 1921 zurück. Während der größte Teil der Insel später zur heutigen Republik Irland wurde, blieb Nordirland Bestandteil des Vereinigten Königreichs. Über Jahrzehnte führte der Konflikt zwischen überwiegend republikanisch-nationalistischen und unionistisch-britischen Kräften zu schweren Auseinandersetzungen.
Mit dem Karfreitagsabkommen von 1998 wurde der jahrzehntelange Nordirlandkonflikt weitgehend beendet. Das Abkommen sieht grundsätzlich die Möglichkeit eines Referendums über die zukünftige staatliche Zugehörigkeit Nordirlands vor. Ein solches Referendum kann von der britischen Regierung angesetzt werden, wenn eine Mehrheit für eine Vereinigung mit der Republik Irland wahrscheinlich erscheint.
Trump äußerte sich während seines Besuchs auch zu anderen internationalen Konflikten. Zum Krieg mit dem Iran sagte er, dieser könne seiner Einschätzung nach möglicherweise kurz nach den US-Zwischenwahlen enden. Er bekräftigte gleichzeitig seine Position, dass Iran keine Atomwaffen besitzen dürfe. Nach einem Ende des Konflikts würden seiner Ansicht nach auch die Ölpreise deutlich sinken.
Auch der Krieg im Gazastreifen war Thema der Gespräche. Trump erklärte, die USA hätten dort eine Form von Frieden ermöglicht und verwies auf die Rückkehr von Geiseln nach Israel. Irlands Regierungschef Martin betonte gleichzeitig die Notwendigkeit weiterer humanitärer Hilfslieferungen für die Bevölkerung im Gazastreifen.
Beim Thema Falklandinseln sorgte Trump ebenfalls für Aufmerksamkeit. Er bezeichnete einen möglichen neuen Konflikt um die Inselgruppe als potenzielle Katastrophe und erklärte, dass die Vereinigten Staaten im Fall einer erneuten Krise möglicherweise hineingezogen würden. Anfang September hatte Trump bereits angedeutet, die bislang neutrale US-Position im Streit um die Souveränität der Falklandinseln überdenken zu können.
Neben internationalen Konflikten spielte auch das wirtschaftliche Verhältnis zwischen den USA und Irland eine wichtige Rolle. Trump bezeichnete die Beziehungen beider Länder als ausgezeichnet, machte jedoch deutlich, dass Irland seiner Ansicht nach wirtschaftlich stärker davon profitiere als die Vereinigten Staaten. Gleichzeitig lobte er die engen Verbindungen zwischen beiden Ländern und hob die Bedeutung irischer Investitionen in den USA hervor.
Die größte politische Aufmerksamkeit dürfte jedoch Trumps überraschende Position zur irischen Wiedervereinigung erhalten. Sollte die Äußerung mehr als eine spontane persönliche Bemerkung gewesen sein und sich daraus eine neue amerikanische Position entwickeln, könnte dies die politische Debatte über die Zukunft Nordirlands erheblich beeinflussen.
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