Nach dem schweren Zugunglück in Nordfrankreich verdichten sich die Hinweise auf eine vorsätzliche Manipulation an der Bahnstrecke. Ermittler gehen inzwischen davon aus, dass Sabotage die Ursache für die Entgleisung gewesen sein könnte. Nach Angaben aus Ermittlerkreisen wurde an der Strecke ein Schienenteil entdeckt, das auf einen gezielten Eingriff hindeutet.
Der Regionalzug war am Vorabend mit insgesamt 186 Fahrgästen in der Normandie zwischen Rouen und Caen unterwegs, als er plötzlich entgleiste. Bei dem Unfall wurden 44 Menschen verletzt.
Besonders schwer betroffen ist nach Angaben der Behörden eine 18-jährige Frau. Sie befand sich nach dem Unglück in einem kritischen Zustand.
Der Lokführer wurde nach dem Unfall routinemäßig auf Alkohol- und Drogenkonsum untersucht. Beide Tests verliefen negativ. Hinweise auf ein Fehlverhalten des Zugführers liegen damit bislang nicht vor.
Die Rettungsarbeiten liefen mit einem großen Kräfteaufgebot. Rund 130 Feuerwehrleute waren am Unglücksort im Einsatz, um Verletzte zu versorgen und Passagiere aus dem Zug zu bringen.
Für die Dauer der Bergungs- und Rettungsarbeiten wurde der Bahnverkehr auf dem betroffenen Streckenabschnitt im Département Seine-Maritime eingestellt. Zudem ließ der Infrastrukturbetreiber SNCF Réseau die Stromversorgung der Strecke abschalten, damit die Einsatzkräfte gefahrlos arbeiten konnten.
Die Ermittlungen zur genauen Ursache dauern an. Im Mittelpunkt steht nun vor allem die Frage, wer den mutmaßlichen Eingriff an den Gleisen vorgenommen haben könnte und welches Motiv dahinterstand.
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