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Trump kündigt militärische Strafen an: Demnächst Frieden durch noch größere Explosionen

MIH83 (CC0), Pixabay
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Die Lage im Nahen Osten eskaliert weiter. Zwei saudische Öltanker sollen im Roten Meer mit Raketen und Drohnen angegriffen worden sein, die Ölpreise steigen – und US-Präsident Donald Trump erwägt als Antwort offenbar etwas, das noch größer ausfallen könnte als der bisherige Kriegseinsatz gegen den Iran.

Das bewährte internationale Krisenmanagement lautet also erneut: Wenn es brennt, zunächst prüfen, ob noch genügend Benzin vorhanden ist.

Die Huthi-Miliz erklärte, sie habe die Tanker „Encelia“ und „Layla“ angegriffen, weil diese eine von der Miliz verhängte Blockade verletzt hätten. Saudi-Arabien bestätigte, dass die „Encelia“ getroffen wurde und am Bug Feuer fing. Die Besatzung blieb demnach unverletzt. Ein Angriff auf das zweite Schiff war zunächst nicht unabhängig bestätigt.

Aber warum sollte man in einer derart angespannten Situation auf vollständige Bestätigungen warten? Die Raketen sind schließlich auch nicht für ihre Geduld bekannt.

Zwei Meerengen, doppelte Freude an den Tankstellen

Saudi-Arabien konnte einen Teil seiner Ölexporte bislang über das Rote Meer abwickeln und damit die Straße von Hormus umgehen. Durch die Angriffe drohen nun auch die Routen über das Rote Meer und die Meerenge Bab al-Mandab unsicherer zu werden.

Die Märkte reagierten prompt. Die Ölpreise stiegen kräftig, weil Händler bekanntlich schon bei dem Wort „Eskalation“ beginnen, Taschenrechner und Champagnerflaschen bereitzustellen.

Für Autofahrer bedeutet das möglicherweise höhere Preise. Für den Ölhandel bedeutet es erhöhte Volatilität. Und für diejenigen, die Raketen herstellen, vermutlich ein sehr zufriedenstellendes Quartal.

Trump erwägt die diplomatische Großlösung

Donald Trump erklärte laut einem Bericht von Axios, er stehe kurz vor einer Entscheidung über einen möglicherweise „massiven Angriff“ auf den Iran. Dieser könnte umfangreicher werden als die Ende Februar begonnene Operation Epic Fury. Eine endgültige Entscheidung habe er noch nicht getroffen.

Trump wird mit den Worten zitiert, die bisherigen Angriffe hätten dem Iran „noch nicht genug wehgetan“.

Damit ist die strategische Leitlinie klar: Diplomatie gilt offenbar erst dann als ausreichend vorbereitet, wenn auf der anderen Seite genügend Gebäude fehlen.

Dass ein größerer Angriff eine noch größere Gegenreaktion auslösen könnte, dürfte in Washington bekannt sein. Möglicherweise befindet sich diese Information aber gerade in jener Aktenschublade, in der auch die langfristigen Folgen früherer Nahostkriege aufbewahrt werden.

Die Huthi greifen an, der Iran soll bezahlen

Trump macht den Iran für die Aktionen der Huthi mitverantwortlich. Die Miliz wird von Teheran unterstützt, handelt jedoch als eigenständiger bewaffneter Akteur. Die USA betrachten ihre Angriffe auf den Schiffsverkehr dennoch als Teil der iranischen Einflussstrategie in der Region.

Das vereinfacht die militärische Buchhaltung erheblich: Die Huthi feuern, der Iran erhält die Rechnung und der Rest der Welt bezahlt an der Tankstelle.

Eine Stellungnahme aus Teheran zu den jüngsten Ankündigungen lag zunächst nicht vor. Vermutlich war man dort noch damit beschäftigt, zwischen den bereits erfolgten Angriffen und den angekündigten größeren Angriffen zu unterscheiden.

Frieden ist weiterhin vorgesehen

Trump hat nach dem Axios-Bericht noch keine endgültige Entscheidung über eine neue Großoperation getroffen. Gleichzeitig deutete er an, dass der Iran an Verhandlungen interessiert sei, aber noch keinem Abkommen zustimme.

Damit bleibt die Tür zur Diplomatie geöffnet.

Sie befindet sich allerdings inzwischen zwischen mehreren Raketeneinschlägen, zwei bedrohten Seewegen und einem Ölpreis, der bereits den nächsten Konfliktschritt einkalkuliert.

Vielleicht kommt es noch zu Verhandlungen. Vielleicht folgt ein weiterer Militärschlag. Vielleicht erklärt anschließend wieder jede Seite, sie habe ausschließlich auf die vorherige Eskalation der anderen reagiert.

Und irgendwann wird jemand verkünden, man habe den Krieg nur ausgeweitet, um ihn schneller zu beenden.

Schließlich war Frieden schon immer am überzeugendsten, wenn man ihn mit möglichst vielen Bombern ankündigte.

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