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Trump, Iran und die Kunst der Verhandlung mit Marschflugkörpern

geralt (CC0), Pixabay
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Es ist wieder einer dieser Tage, an denen man sich fragt, ob internationale Diplomatie inzwischen vollständig durch Social-Media-Posts ersetzt wurde.

US-Präsident Donald Trump erklärte am Mittwoch, Iran werde nun den „Preis bezahlen“, weil das Land „zu lange gebraucht habe, um ein Abkommen auszuhandeln“. Noch vor wenigen Tagen hatte Trump allerdings mehrfach betont, ein Deal sei praktisch fertig und könne innerhalb von „zwei oder drei Tagen“ unterschrieben werden. Nun scheint die Verhandlungstaktik geändert worden zu sein: Statt Handschlag gibt es Luftschläge.

Auslöser der neuen Eskalation war der Abschuss beziehungsweise die Beschädigung eines US-Apache-Hubschraubers nahe der Straße von Hormus. Die USA reagierten mit Angriffen auf iranische Ziele, die wiederum iranische Vergeltungsschläge gegen amerikanische Einrichtungen in der Region nach sich zogen. Die Diplomatie erinnert inzwischen an eine Paartherapie, bei der beide Seiten während der Sitzung mit Stühlen werfen.

Besonders bemerkenswert ist dabei die rhetorische Geschwindigkeit des Weißen Hauses. Am Montag hieß es noch, niemand wolle Bombardierungen, weil dabei Menschen sterben könnten. Am Mittwoch erklärte Trump bereits, man könne notfalls weitere Infrastrukturziele im Iran angreifen. Offenbar liegen zwischen Friedensnobelpreis-Ambitionen und militärischen Drohungen inzwischen nur noch wenige Stunden.

Währenddessen versuchen katarische Vermittler in Teheran weiterhin, die Gespräche zu retten. Man muss sich diese Diplomaten wie Feuerwehrleute vorstellen, die mit einer Gießkanne zu einem brennenden Ölfeld geschickt werden. Denn offiziell wird weiterhin verhandelt. Gleichzeitig fliegen Raketen, Drohnen und gegenseitige Schuldzuweisungen durch die Gegend.

Auch auf iranischer Seite zeigt man sich wenig begeistert. Die Führung wirft den USA vor, mit widersprüchlichen Botschaften und neuen Angriffen die Voraussetzungen für ernsthafte Verhandlungen selbst zu zerstören. Der iranische Präsident Masoud Peseschkian erklärte, man müsse den Zustand zwischen Krieg und Frieden endlich überwinden. Ein vernünftiger Gedanke – der allerdings in einer Region geäußert wird, in der Vernunft derzeit keinen Sitz am Verhandlungstisch zu haben scheint.

Die Folgen spüren längst nicht nur die beteiligten Staaten. Laut Berichten wurden bei Angriffen Wasserreservoirs beschädigt, zehntausende Menschen sind betroffen. Gleichzeitig bleiben die Sorgen um die Schifffahrt durch die Straße von Hormus bestehen. Die Ölpreise steigen bereits wieder – ein zuverlässiger Nebeneffekt geopolitischer Abenteuer.

So bleibt am Ende das bekannte Bild: Alle betonen, sie wollten Frieden. Alle sprechen von Verhandlungen. Und währenddessen bereitet sich jeder auf die nächste Eskalation vor.

Man könnte fast meinen, die Beteiligten hätten unterschiedliche Definitionen des Wortes „Diplomatie“.

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