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Trump gegen Powell: Wenn der Präsident die Notenbank für eine Filiale seiner Reality-Show hält

905513 (CC0), Pixabay
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Donald Trump hat mal wieder klargemacht, wie er sich unabhängige Institutionen vorstellt:
unabhängig – solange sie genau das tun, was er will.

Nun droht der US-Präsident offen damit, Fed-Chef Jerome Powell im kommenden Monat zu feuern, sollte dieser nicht freiwillig Platz machen.
„Dann werde ich ihn eben entlassen“, erklärte Trump im Gespräch mit Fox Business.
So spricht ein Mann, der offenbar glaubt, die amerikanische Notenbank sei ungefähr dasselbe wie ein ungehorsamer Hotelmanager in Atlantic City.

Powell soll gehen – notfalls mit der Brechstange

Powells Amtszeit als Chef der US-Notenbank endet am 15. Mai.
Eigentlich wollte Trump seinen Wunschkandidaten Kevin Warsh längst auf den Thron der Zinspolitik setzen.
Blöd nur: Der Senat hat da noch ein Wörtchen mitzureden – und das ist in Trumps Welt bekanntlich immer unerquicklich, wenn er nicht sofort bekommt, was er bestellt hat.

Sollte Warsh bis dahin nicht bestätigt werden, könnte Powell laut den Regeln der Fed zunächst übergangsweise im Amt bleiben.
Für normale Demokratien wäre das ein Verwaltungsdetail.
Für Trump ist es natürlich ein persönlicher Affront, beinahe schon ein Staatsstreich.

Die große Baustellen-Oper des Donald Trump

Besonders empört zeigt sich Trump über die milliardenteure Renovierung des Fed-Hauptquartiers in Washington.
Ein Projekt, das für ihn offenbar zur neuen Lieblingswaffe gegen Powell geworden ist.

Trump behauptet, er hätte das Ganze „für 25 Millionen Dollar“ erledigt, während es nun womöglich vier Milliarden Dollar koste.
Wer Donald Trump kennt, ahnt:
Vermutlich hätte er dafür einen Cousin dritten Grades, zwei Golfclub-Freunde und einen dubiosen Teppichhändler aus Florida beauftragt – und am Ende wäre das Gebäude vielleicht golden gestrichen, aber nicht zwingend standsicher.

Dass selbst Staatsanwälte inzwischen erklärt haben, es gebe keine belastbaren Beweise für eine strafrechtliche Verfolgung Powells, stört den Präsidenten naturgemäß wenig.
In Trumps politischer Welt gilt schließlich seit Jahren die einfache Formel:
Wenn ich jemanden loswerden will, wird erst beschuldigt – Beweise kann man später suchen.

„Ich hasse Kontroversen“ – selten war Satire so überflüssig

Besonders bemerkenswert war Trumps Satz:
„Ich wollte ihn schon lange feuern, aber ich hasse Kontroversen.“

Das muss man erst einmal schaffen.
Ein Mann, der gefühlt jeden zweiten Tag mit der Verfassung ringt, Verbündete beleidigt, Richter attackiert, den Papst beschimpft und halbe Weltregionen per Social Media dirigieren will, erklärt ernsthaft, er hasse Kontroversen.

Das ist ungefähr so glaubwürdig wie ein Kettenraucher, der Werbung für Atemtherapie macht.

Die eigentliche Botschaft

Hinter dem ganzen Theater steckt wie so oft dasselbe Muster:
Trump will niedrigere Zinsen, sofort, bedingungslos und am besten gestern.
Dass die US-Notenbank eigentlich unabhängig sein soll, interessiert ihn ungefähr so sehr wie eine rote Ampel auf leerer Straße.

Jerome Powell ist für Trump deshalb kein Zentralbankchef, sondern ein Störfaktor.
Einer, der es wagt, Geldpolitik nicht nach Trumps Laune, Wahlkalender oder Truth-Social-Stimmungslage auszurichten.

Und genau das macht ihn in Trumps Augen offenbar untragbar.

Fazit

Amerikas Präsident droht also erneut damit, eine der wichtigsten Institutionen des Landes wie einen unbotmäßigen Angestellten zu behandeln.
Nicht weil Jerome Powell versagt hätte – sondern weil er nicht gehorcht.

Oder anders gesagt:
Für Donald Trump ist selbst die Notenbank nur dann unabhängig, wenn sie abhängig von ihm ist.

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