Die USA verschärfen im Konflikt mit dem Iran den Druck weiter – und sprechen bereits von einer faktischen Lahmlegung des iranischen Seehandels. Das US-Zentralkommando erklärte, die Blockade iranischer Häfen sei inzwischen „vollständig umgesetzt“ und habe den wirtschaftlichen Schiffsverkehr des Landes binnen weniger als 36 Stunden nahezu zum Erliegen gebracht. Ganz so absolut, wie Washington es darstellt, ist die Lage allerdings nicht: Durch die Straße von Hormus läuft weiterhin ein Teil des kommerziellen Schiffsverkehrs, denn die Blockade selbst erfasst die Meerenge bislang nicht direkt.
Teheran reagiert mit scharfen Drohungen. Ein ranghoher Militärvertreter erklärte laut iranischen Staatsmedien, sollte die US-Blockade andauern, werde der Iran keine Importe und Exporte mehr im Persischen Golf, im Golf von Oman und sogar im Roten Meer dulden. Gerade die Einbeziehung des Roten Meeres ist brisant: Zwar grenzt der Iran nicht an diese Region, verfügt dort aber über erheblichen Einfluss über verbündete Kräfte wie die Huthi-Miliz im Jemen.
Parallel dazu bleibt unklar, ob die ohnehin fragile Waffenruhe zwischen Washington und Teheran verlängert wird. Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter stellte klar, dass es bislang keine formelle Einigung auf eine Verlängerung gebe. Zwar laufen die Gespräche weiter, doch Washington drängt offenbar auf einen schnellen Abschluss. Präsident Donald Trump deutete zugleich an, dass noch in dieser Woche neue Verhandlungen in Pakistan stattfinden könnten. Beobachter sehen darin den Versuch, militärischen Maximaldruck mit diplomatischen Öffnungssignalen zu kombinieren – eine Mischung, die bislang eher für zusätzliche Unsicherheit sorgt.
Trump selbst präsentierte sich derweil einmal mehr als Dirigent der Weltpolitik. Auf seiner Plattform Truth Social behauptete er, China sei „sehr glücklich“, dass die USA die Straße von Hormus dauerhaft offen hielten, und habe zugesagt, keine Waffen an den Iran zu liefern. Zugleich fabulierte er von einem bevorstehenden „großen, fetten Umarmungsgruß“ durch Chinas Staatschef bei einem Treffen in Peking. Auch Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bekam erneut ihr Fett weg, weil sie den US-Kurs im Iran-Krieg nicht unterstützt.
Während im Hintergrund erste direkte Gespräche zwischen Israel und dem Libanon seit Jahrzehnten angelaufen sind, verschärft sich die regionale Lage weiter. Die militärische Eskalation, die Blockadepolitik der USA und Trumps erratische Kommunikation zeigen vor allem eines: Von Stabilität ist der Nahe Osten derzeit weiter entfernt denn je.
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