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Trotz Krise: Trump zeigt weiter seine Macht über die Republikaner

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Steigende Benzinpreise, schlechte Umfragewerte und wachsende Kritik am Iran-Krieg – politisch läuft es für Donald Trump derzeit alles andere als rund. Doch die Vorwahlen im US-Bundesstaat Indiana haben jetzt gezeigt: Innerhalb der Republikanischen Partei bleibt Trump weiterhin der dominante Machtfaktor.

Bei den republikanischen Vorwahlen am Dienstag kassierten mehrere Parteikollegen, die sich zuvor gegen Trumps Wunsch nach einer Neuaufteilung der Wahlkreise gestellt hatten, eine empfindliche Niederlage. Von sieben republikanischen Senatoren, die Trump öffentlich kritisiert hatte, verloren fünf ihre parteiinternen Rennen gegen Kandidaten, die der Ex-Präsident ausdrücklich unterstützt hatte. Ein weiteres Rennen war zunächst noch offen.

Die Botschaft innerhalb der Partei ist damit eindeutig:
Wer sich Trump entgegenstellt, riskiert politisch seine Karriere.

Dabei ging es in Indiana eigentlich um vergleichsweise unbedeutende Senatsrennen auf Bundesstaatsebene. Doch Trump machte die Abstimmung zu einem Loyalitätstest. Inhaltliche Unterschiede spielten dabei kaum eine Rolle – entscheidend war vor allem die Frage, wer hinter Trump steht und wer nicht.

„Trump ist vielleicht nicht mehr ganz so beliebt wie früher“, sagte der republikanische Senator Spencer Deery während der Stimmenauszählung CNN. „Aber er ist in meinem Wahlkreis immer noch überwältigend populär.“

Trump selbst hatte seine Anhänger kurz vor der Wahl auf seiner Plattform Truth Social mobilisiert. Dort wetterte er gegen sogenannte „RINOs“ – also „Republicans In Name Only“, Republikaner, die aus seiner Sicht nicht loyal genug sind.

Die Vorwahl-Ergebnisse dürften viele republikanische Politiker erneut daran erinnern, wie riskant offene Kritik an Trump weiterhin ist. Gerade im Kongress zeigt sich seit Monaten, dass sich nur wenige Republikaner öffentlich gegen ihn stellen – selbst bei umstrittenen Themen wie Strafzöllen, dem Iran-Krieg oder seinen weitreichenden Eingriffen in staatliche Institutionen.

Allerdings zeigen nationale Umfragen gleichzeitig ein widersprüchliches Bild:
Während Trump in der republikanischen Basis weiterhin enormen Rückhalt genießt, verliert er bei unabhängigen Wählern massiv an Zustimmung.

Laut einer aktuellen Umfrage von ABC News/Washington Post/Ipsos unterstützen noch 85 Prozent der republikanischen Wähler Trumps Kurs. Insgesamt liegt seine Zustimmungsrate jedoch nur noch bei 37 Prozent, während 62 Prozent seine Arbeit ablehnen – ein miserabler Wert selbst im Vergleich zu seiner ersten Amtszeit.

Vor allem unabhängige Wähler, die bei nationalen Wahlen oft entscheidend sind, wenden sich zunehmend ab. Nur noch jeder Vierte bewertet Trump dort positiv.

Trotzdem bleibt sein Einfluss innerhalb der Partei enorm – und die nächsten Machtkämpfe stehen bereits bevor.

In den kommenden Wochen will Trump weitere republikanische Kritiker politisch ausschalten. Besonders im Fokus stehen Vorwahlen in Louisiana, Kentucky und Georgia. Dort unterstützt Trump erneut gezielt Kandidaten gegen Republikaner, die sich ihm widersetzt haben.

In Kentucky etwa versucht Trump, den republikanischen Kongressabgeordneten Thomas Massie abzulösen – einen der wenigen Republikaner im US-Kongress, der Trump regelmäßig offen kritisiert.

Die Vorwahl in Indiana zeigt deshalb vor allem eines:
Auch wenn Trump national angeschlagen wirkt, kontrolliert er die Republikanische Partei weiterhin mit bemerkenswerter Härte. Wer politisch überleben will, muss sich nach wie vor überlegen, wie viel Widerstand gegen Trump er sich leisten kann.

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