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TGI AG: Was passiert eigentlich, wenn der Goldpreis explodiert?

Maklay62 (CC0), Pixabay
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Die TGI AG wirbt nach außen mit einem vergleichsweise einfach klingenden Modell: Kunden zahlen Geld ein, dafür soll unmittelbar physisches 24-Karat-Gold gekauft und anschließend verwahrt werden. Soweit zumindest die Darstellung des Unternehmens.

Doch genau an diesem Punkt stellen sich inzwischen zunehmend Fragen – insbesondere dann, wenn man das Modell einmal konsequent zu Ende denkt.

Denn ein Nutzer machte unsere Redaktion auf ein durchaus spannendes Szenario aufmerksam:

Angenommen, ein Kunde investierte vor zwei Jahren 20.000 Euro in ein Goldmodell der TGI AG. Nach Unternehmensdarstellung wurde dafür physisches Gold gekauft und eingelagert. Nun endet die Laufzeit des Investments – allerdings hat sich der Goldpreis inzwischen verdoppelt.

Die entscheidende Frage lautet dann:
Was erhält der Kunde tatsächlich zurück?

Bekommt er:

  • den aktuellen Gegenwert des inzwischen deutlich wertvolleren Goldes?
  • oder lediglich den ursprünglich eingezahlten Betrag?
  • oder vielleicht eine vertraglich definierte Mischform?

Genau hier beginnt die juristisch und wirtschaftlich interessante Zone.

Denn vieles hängt letztlich davon ab, wie die Verträge konkret ausgestaltet sind. Entscheidend wäre unter anderem:

  • Wird das Gold tatsächlich individualisiert für den jeweiligen Kunden gekauft?
  • Existiert echtes Eigentum des Kunden an konkreten Goldbeständen?
  • Oder handelt es sich wirtschaftlich eher um ein schuldrechtliches Forderungsmodell?
  • Gibt es Nachweise über Lagerorte, Seriennummern oder Besitzzuordnungen?
  • Und: Wie transparent ist die tatsächliche Verwahrung organisiert?

Besonders brisant:
Nach außen wird häufig der Eindruck vermittelt, Kunden würden direkt physisches Gold erwerben. Sollte dies tatsächlich so sein, dann wäre aus Sicht vieler Anleger naheliegend, dass ihnen auch der volle aktuelle Marktwert dieses Goldes zusteht – also inklusive zwischenzeitlicher Preissteigerungen.

Falls jedoch lediglich ein Rückzahlungsanspruch gegenüber dem Unternehmen besteht, könnte die Situation völlig anders aussehen.

Hinzu kommt ein weiterer Punkt:
Wo genau wird das Gold überhaupt gelagert? Wer kontrolliert die Bestände? Gibt es unabhängige Prüfungen oder Testate? Auch hierzu finden sich öffentlich bislang nur begrenzt nachvollziehbare Informationen.

Gerade in Zeiten stark steigender Goldpreise könnten solche Fragen für Anleger plötzlich sehr relevant werden.


Interview: Wie ist die rechtliche Lage zu bewerten?

Interview mit Rechtsanwalt Jens Reime

Frage:

Herr Reime, wenn ein Unternehmen damit wirbt, dass Kundengelder sofort in physisches Gold investiert werden – gehört dieses Gold dann automatisch dem Kunden?

Jens Reime:

Das kommt ganz entscheidend auf die vertragliche Konstruktion an. Viele Anleger glauben automatisch, sie würden Eigentum an konkretem Gold erwerben. Juristisch ist das aber keineswegs selbstverständlich. Dafür müsste das Gold eindeutig individualisiert und dem jeweiligen Kunden zugeordnet sein.

Frage:

Was bedeutet „individualisiert“ konkret?

Jens Reime:

Zum Beispiel konkrete Barren mit Seriennummern, eindeutige Lagerdokumentation oder eine nachvollziehbare Eigentumszuordnung. Fehlt das, kann es sein, dass der Anleger wirtschaftlich nur einen Anspruch gegen das Unternehmen besitzt – aber eben kein direktes Eigentum am Gold selbst.

Frage:

Und wenn sich der Goldpreis verdoppelt?

Jens Reime:

Dann wird es natürlich besonders spannend. Gehört dem Kunden tatsächlich das physische Gold, profitiert er grundsätzlich auch vom gestiegenen Marktwert. Hat er dagegen nur einen schuldrechtlichen Rückzahlungsanspruch, hängt alles vom Vertrag ab.

Frage:

Welche Risiken sehen Sie generell bei solchen Modellen?

Jens Reime:

Transparenz ist der zentrale Punkt. Anleger sollten immer genau prüfen:
Wo liegt das Gold? Wer verwahrt es? Gibt es unabhängige Prüfungen? Kann ich mir das Gold physisch ausliefern lassen? Und wie eindeutig ist mein Eigentum dokumentiert?


Interview mit Maurice Högel

Frage:

Herr Högel, warum sind gerade steigende Goldpreise ein möglicher Belastungstest für solche Modelle?

Maurice Högel:

Weil sich dann zeigt, ob das Modell tatsächlich so funktioniert, wie es beworben wird. Solange Goldpreise stabil bleiben, hinterfragt das kaum jemand. Aber wenn sich der Wert verdoppelt oder verdreifacht, wollen Anleger natürlich wissen, ob sie wirklich an dieser Entwicklung partizipieren.

Frage:

Wo sehen Sie mögliche Konfliktpunkte?

Maurice Högel:

Vor allem bei der Frage der Eigentumsverhältnisse. Viele Verbraucher unterscheiden nicht zwischen „Goldinvestition“ und tatsächlichem Eigentum an physischem Gold. Das ist aber ein erheblicher Unterschied.

Frage:

Was sollten Anleger konkret tun?

Maurice Högel:

Sie sollten sich sämtliche Vertragsunterlagen genau ansehen und kritisch hinterfragen, was dort tatsächlich garantiert wird. Wichtig sind klare Aussagen zu Eigentum, Verwahrung und Auszahlungsmechanismen. Wenn Formulierungen unklar bleiben, sollte man vorsichtig sein.

Frage:

Kann ein Unternehmen theoretisch auch einfach nur den ursprünglichen Anlagebetrag zurückzahlen?

Maurice Högel:

Das hängt vom jeweiligen Vertragsmodell ab. Genau deshalb ist Transparenz so wichtig. Anleger sollten genau wissen, ob sie in Gold investieren – oder ob sie letztlich nur einen Zahlungsanspruch gegen eine Gesellschaft erwerben.

28 Kommentare

    • Helmut hat es, ganz zum Schluss gut auf den Punkt gebracht: Die neue Kalteneggersekte.

      Ansonsten wie erwartet viel Blabla, die Vermeidung von nachprüfbaren Informationen und vehemente Angriffe auf Journalisten und Kritiker. Peinlich, hätte noch gefehlt dass die Klatschhansel Unterwäsche auf die Bühne geworfen hätte.

    • Ein für die Online-Zuschauer etwas kurzes, aber recht anschauliches Spektakel. Die üblichen Tiraden gegen Berichterstatter, einige besondere Liebesbezeugungen Richtung Diebewertung.de und Thomas Bremer und ein Kaltenegger, der im Grunde exakt ausspricht (warum eigentlich?), an was das ganze Schauspiel mich heute Abend erinnerte: Die haben da im Grunde eine Sekte gegründet.

      Wo war die werte Gattin eigentlich? Bringt sie schon einmal vorsorglich ihre kostbare Schuhkollektion in Sicherheit, weil demnächst die große Absatzbewegung ansteht?

      • Mal eine andere Frage, wie lange gibt’s diese Partnerschaft zu dem Kalaschnikov-Belgier in Sierra Leone schon? Wie ist sein Name? Ist er genauso vertrauenswürdig wie er in dem Video rüberkommt?

    • Der wievielte Prospekt, im letzten Jahr, war das den Kaltenegger bei der Veranstaltung, für ganz bald angekündigt hat?
      Dieser skurile Auftritt war ab offenbar nur ein kleiner Ausschnitt einer Ganztagesveranstaltung eines Jürgen Obersteiner, scheinbar einer der relativ weit oben in der Empfehlungsgeberpyramide positioniert ist. Witzereisser Helmut: „Weil aus dieser Bewertung machen wir jetzt eine Verwertung“.

  • Laufen eigentlich schon irgendwo Wetten, ob und wenn ja, wann die BAFin das Sofortrabattmodell mit den Rabatt-Ketten-Verträgen der TGI auch noch verbietet?

    Auf Investmentcheck munkelt man, es könne sich um ein s.g. „optionales“ Einlagengeschäft handeln, das wäre dann auch prospektpflichtig.
    Zitat:
    „Aus meiner Sicht handelt es sich um ein „optionales“ Einlagengeschäft. Gegenüber einem normalen Festgeld mit 1-2 Monaten Laufzeit muss der Kunde sich zwar aktiv für die Option „Gold-Rückkauf durch die TGI“ entscheiden, aber auch ein „optionales“ Einlagengeschäft ist ein erlaubnispflichtiges Einlagengeschäft – übrigens auch in Liechtenstein. Je nach zeitlichem Abstand zwischen Zahlungsausgang (z.B. 9.800 €) und Zahlungseingang (z.B. 10.000 €) hätte dieses „Gold-Festgeld“ eine Rendite von 24,49% p.a. bei 1 Monat Laufzeit bzw. 12,24% p.a. bei 2 Monaten Laufzeit. Damit sollte die nächste Verbrauchermitteilung der BaFin („… es gibt Anhaltspunkte für Einlagengeschäfte ohne Erlaubnis …“) vorprogrammiert sein.“
    investmentcheck.community/viewtopic.php?t=3016&start=25

    • Das größere Problem würde ich darin sehen, dass, was man so liest, der originale Kaufpreis für den Nachkauf garantiert wird, unabhängig vom Tagespreis.

      Da sind wir natürlich wieder in der verdeckten Festgeldverzinsung.

    • Es existiert dazu eine Excel-Tabelle, die für das Sofortkaufmodell kumulierte Rabatte von bis zu 134 Prozent über drei Jahre ausweist.

      Ich gehe im Übrigen auch davon aus, das wir uns auch hier von der Einordnung her bei einem „Einlagemodell“ befinden.

      Hinzu kommt ein weiteres Problem: Der hinterlegte Doré-Barren erreicht nicht die Werthaltigkeit des vom Kunden vertraglich gekauften LBMA-zertifizierten Feingolds. Damit deckt sich die Hinterlegung weder vom Titel her – Doré ist kein LBMA-Feingold – noch vom Wert her mit dem, was tatsächlich gekauft wurde.

  • Wer alle Kommentare hier auf dem Blog und die Berichte der Medien einmal Revue passieren lässt, der muss doch einfach verstehen: Nicht alle haben sich gegen die TGI verschworen, sondern die TGI AG steht in einem unheimlichen Verdacht – dem Verdacht, ein Schneeballsystem zu betreiben. Und sie steht jetzt auch im Verdacht, einen der größten Kryptobetrüger Europas zu beschäftigen. Was soll da noch an positivem Image übrig bleiben? Nennt die TGI AG das ein Resozialisierungsprogramm für Anlegerbetrüger? Da darf der geneigte Leser nur noch den Kopf schütteln.

    Ganz mies ist auch die Transparenz des Unternehmens und mit so vielen Widersprüchen verbunden, dass man einfach berechtigte Zweifel am System TGI AG haben muss. Die TGI AG ist kein Unternehmen, dem man vertrauen kann, als Anleger ja sogar schnell weglaufen muss – und zwar so lange, bis die wichtigen Punkte geklärt sind, und nicht über Gefälligkeitsgutachten, sondern über unabhängige Gutachten.

    Ein Unternehmen, bei dem alles in Ordnung ist, muss sich nicht so in die Ecke drängen lassen von den Medien. Ein seriöses Unternehmen legt seine Karten offen und bringt alle Kritiker damit zum Schweigen.

  • Ich verfolge nun seit geraumer Zeit dieses Forum, und manche Kommentare sind echt gut. Meine Frage ist nun, warum schmeisst man nicht „Trolle“ wie JW aus dem Forum heraus, denn liest man seine Kommentare, dnan muss man davon ausgehen, dass er dafür bezahlt wird. Kein Kunde, auch ein zufriedener Kunde nicht, schreibt soviel Positives über ein Unternehmen, wenn er nichts davon hat.

  • Die Antwort haben Sie selbst am 30.04. vermutlich mit schriftlicher Genehmigung der TGI AG veröffentlicht.
    Ich investierte nicht in ein Goldmodell, sondern ich kaufte konkrete Goldbarren und bekomme die nach drei Jahren geliefert. Da die TGI AG das Gold gleich auch bei den Partnerunternehmen (in Form von Doré-Barren) kaufte, entwickelte sich der Wert mit; bei steigenden Goldpreisen erhöhte sich zusätzlich der Profit, da die Produktionskosten von Gold und Feingoldbarren im Verhältnis sanken. In meinem Backoffice kann ich meinen gekauften Goldbestand sowie die Wertentwicklung ganz genau sehen. Die Frage ist also ganz eindeutig beantwortet.

    Anmerkung der Redaktion: Sie wissen schon das die Anleger dann betrogen wurden. Dahingehend wurde bereits, meiner Kenntnis nach, damals von 3 Anlegern eine Strafanzeige erstattet. Die Strafanzeige haben wir Auszugsweise zur Kenntnis bekommen.

    • „Da die TGI AG das Gold gleich auch bei den Partnerunternehmen (in Form von Doré-Barren) kaufte…“

      Wie clownesque soll diese Lügenshow von J.W. noch werden? Zitat von der TGI- homepage:

      „Bei der TGI AG mit Sitz in Liechtenstein erwerben Sie physische Feingoldbarren und sind mit dem Kauf sofort Eigentümer.“

      Da steht nichts von Ramschgold, dass erstmal für die Investoren irgendwoim tiefsten Afrika , von geheimen Partnern in geheimen Kellern zwischengelagert wird.

      • Ja, so stand es bei den nicht mehr verfügbaren Kaufmodellen auf der Homepage; es gab auch die Möglichkeit, Gold sofort zu kaufen (ohne, und seit April mit Sofortrabatt). Aber klar war (mir zumindest) auch von Anfang an) dass diese beim Kauf erworbene Feingoldbarren bei den anderen Modellen erst in drei Jahren erwirtschaftet und dann ausgeliefert werden können, das wurde in jeder Präsentation unter der Überschrift „Wirtschaftskette“ ausführlich erklärt. Aber wenn man es nur so auf der Webseite las, was ich damals nicht tat (denn man konnte sich ja nur über einen Empfehlungsgeber und nach Webinar-Teilnahme registrieren und Gold kaufen), könnte es missverständlich sein, da gebe ich Ihnen recht.
        Aktuell steht auf der Homepage „Bei der TGI AG mit Sitz in Liechtenstein kaufen Sie physische Feingoldbarren und profitieren sofort von einem Rabatt von 2 % bis 3 % auf Ihren Kaufpreis.“ Durch das Treue-System (Aufstieg auf bis zu 3% durch monatliche Wiederkäufe) wird es hoffentlich weiterhin möglich sein, dass die Rabatte zuversichtlich erwirtschaftet werden können, oder es wird durch die weiter bestehenden anderen Kaufmodelle in den anderen Ländern mitgetragen – das ist mir aktuell noch nicht ganz klar. Ich werde es auch erst mal kritisch weiter beobachten, bevor ich dort evtl. noch mal Gold nachkaufe. Aber ich lasse mich auch nicht durch jede unbelegte Meinung oder Verdrehung verunsichern. Ich bin wie gesagt nur Kunde.

        • Zumindest in irgendeiner TV-Show behaupteten sie, das Geld würde bei einer Bank hinterlegt als Sicherheit für Kredite der Goldbergwerke. Solange diese Kredite offen wären, könnte man also nicht an die Barren dran.

          Wie mehrfach gesagt, ich habe kein Insiderwissen, ich versuche nur logisch nachzudenken:

          Wenn die TGI sofort nach Eingang des Kundengelds damit Barren zum Marktwert kauft, dann ist das Geld für die TGI ja weg. Warum sollte dann der Barrenverkäufer 24% Zinsen im Jahr dafür zahlen (plus die Provisionen für die Vermittler plus die Administrationskosten der TGI plus den Gewinn der TGI plus die Marketingkosten (Yacht!), dass er die Barren kostenfrei im Tresor lagern darf, normalerweise zahlt man ja Tresormiete und Versicherung? Und überhaupt, was spräche denn dann dagegen, die Barren sofort zu liefern und nicht erst nach drei Jahren?

          Ich find’s ganz einfach nicht plausibel. Warum bekommen die angeblich so reichen Goldbergwerksbesitzer keinen normalen Bankkredit zu einem einstelligen Prozentsatz, wie das (fast) jeder Würstelstand bekommt?

          Nur als Denkanstoß – wissen tue ich auch nichts, was nicht allgemein bekannt ist.

        • „Aktuell steht auf der Homepage „Bei der TGI AG mit Sitz in Liechtenstein kaufen Sie physische Feingoldbarren und profitieren sofort von einem Rabatt von 2 % bis 3 % auf Ihren Kaufpreis.“ “

          Da steht nichts von Dorebarren. Feingold hat per Definition einen Reinheitsgehalt von 999,9.

    • Nein, davon weiß ich nichts und finde auch keine Belege dafür. Bei mir läufts seit Mitte 2023, also seit fast drei Jahren einwandfrei, und mein Empfehlungsgeber bekam schon, nach allen Rabatten, das erste damals gekaufte Gold geliefert, ist also auch zufrieden. Von daher wundere ich mich über die Darstellungen hier. Natürlich interessiert mich, wie nachhaltig das Geschäftsmodell auch in der Zukunft funktioniert, aber bisher präsentierten Sie keine Belege dafür, dass es nicht weiter funktionieren kann, Sie verunsichern mich nur in Bezug für neue Käufe aus den bisher zurückbekommenen Rabatten – Aktuell habe ich fast alle Kaufbeträge durch die Rabattzahlungen zurück und persönlich kaum noch etwas zu verlieren.
      Kennen Sie einen Menschen, der seit dem Start des Geschäftsmodells 2021 mit diesen Kaufmodellen nicht die versprochene Rabatte oder das gekaufte Gold nach drei Jahren bekommen hat (und dies belegen kann)?

      • So funktionieren solche Systeme. Solange genug frisches Geld reinkommt, werden alle Verpflichtungen erfüllt. Und irgendwann knallt’s dann.

        Die Commerzialbank Mattersburg hat 15 Jahre gehalten, alle Sparer haben immer ihre Zinsen gutgeschrieben bekommen und konnten Geld abheben, soviel sie wollten.

        Was jetzt für die TGI nichts heißen muss. Ich habe auch kein Insiderwissen. Es klingt halt nur unwahrscheinlich, dass rational handelnde Goldproduzenten über 100% Jahreszinsen zahlen. (Neben den sogenannten Rabatten müssen ja auch noch die Provisionen der Empfehlungsgeber in ähnlicher Größenordnung gezahlt werden, und die ganze Administration, und ein Gewinn soll ja auch noch rauskommen.)

      • @J.W.
        Erklär mir einfach: Wie kann man 72 Prozent Rabatt plus 36 Prozent Treuebonus auszahlen, wenn die Mine damit von Anfang an im Negativbereich startet – noch bevor der erste Bagger anspringt? Beim neuen Modell mit kumulierten 134 Prozent stellt sich dieselbe Frage in verschärfter Form.

        Schau dir auch die Punkte zu Dokumentationspflichten und Eigentumsgestaltung im anderen Thread an. Und dann erklär mir bitte: Wie willst du im Insolvenzfall gegen den Partner vorgehen, dem das Gold gehört, wenn deine Verträge ausschließlich mit der TGI bestehen? Im besten Fall hältst du am Ende einen Doré-Barren in der Hand – und was machst du damit? Im normalen Edelmetallhandel kauft den niemand an.

        Langsam tut die Argumentation weh, weil vorne und hinten Lücken entstehen und immer noch nichts Belastbares auf dem Tisch liegt. Jeder Wirtschaftsprofessor käme bei dieser Konstruktion stundenlang aus dem Lachkrampf nicht mehr heraus.

        „Ich hab ein Gutachten, aber ich zeig’s euch nicht“ – wie im Kindergarten. Und darauf soll ein Millionengeschäft aufgebaut sein? Echt jetzt?

        Madoff hat auch jahrzehntelang ausgezahlt – das war Teil des Problems, nicht der Beweis seiner Seriosität.

  • Wenn Gold zum aktuellen Kurs augeliefert werden muss ergibt sich doch folgende Rechnung. Wenn wir mal mit einer Unze rechnen, und davon ausgehen, dass das Gold heute eingekauft wird.

    Einnahme vor drei Jahren: + 2000 USD
    Rabatte 72%: – 1440 USD
    Bonus 36% : -720 USD
    Kaufpreis heute: – 4550 USD
    —————————————————
    Summe -4710 USD

    Die TGI AG hätte in diesem Szenario an einem Goldbarren für 2000 USD, 4710 USD verloren. Oder anders ausgedrückt, die Partnerfirmen hätten ihr eigenes Gold im Wert von 2000 USD verschenkt und zusätzlich nochmal 4710 USD als Geschenk onen draufgelegt. Wenn das Amardeep Singh Hari wüsste.

    • Oder wie heisst es auf der homepage der TGI so schön?
      Zitat:
      „Bei der TGI AG mit Sitz in Liechtenstein erwerben Sie physische Feingoldbarren und sind mit dem Kauf sofort Eigentümer.“ 😂

    • Das darf dann auch noch jemand erklären: Wie segregiert man Barren für einzelne Kunden, wenn keinerlei Serien- oder Zuordnungsnummer eingestanzt ist? Ohne eindeutige Kennzeichnung gibt es weder eine Bestandsführung noch eine im Insolvenzfall belastbare Eigentumszuweisung.

      Hier in der Kiste liegen die Goldbestände der Kunden 00001-12452, oder wie?

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