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Tote und Verletzte nach ukrainischen Drohnenangriffen auf russische Logistikzentren

BrownMantis (CC0), Pixabay
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Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf zwei Lagerstandorte des russischen Onlinehändlers Wildberries sind nach Angaben russischer Behörden mehrere Menschen ums Leben gekommen. Insgesamt sollen acht Personen getötet und 62 weitere verletzt worden sein.

Besonders schwer betroffen war ein Lager in der Stadt Tambow, rund 475 Kilometer südöstlich von Moskau. Dort starben nach Angaben des Regionalgouverneurs sieben Menschen, 25 weitere wurden verletzt. Ein weiterer Todesfall sowie 37 Verletzte wurden aus einem Wildberries-Lager in Elektrostal in der Region Moskau gemeldet.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Angriffe hätten sich gegen große Logistikeinrichtungen gerichtet. Diese seien nach ukrainischer Darstellung auch zur Versorgung mit sanktionierten Bauteilen für Drohnenproduktion und Navigationstechnik genutzt worden. Zudem habe die Ukraine weitere Ziele im Schwarzen Meer, im Asowschen Meer sowie auf der von Russland annektierten Krim angegriffen.

Auf nicht unabhängig verifizierten Aufnahmen sollen große Brände an einem der Lagerstandorte zu sehen sein. Die Bilder zeigen nach Angaben internationaler Medien Flammen, dichte schwarze Rauchwolken und Beschäftigte, die das Gelände verlassen. Weitere Videos sollen Explosionen sowie beschädigte Gebäudeteile zeigen. Eine unabhängige Überprüfung der Aufnahmen lag zunächst nicht vor.

Die Angriffe ereigneten sich nach ukrainischer Darstellung als Reaktion auf russische Attacken gegen zivile Infrastruktur in der Ukraine. In der Nacht zuvor waren bei russischen Angriffen auf ukrainische Städte und Gemeinden nach ukrainischen Angaben 14 Menschen getötet worden.

Wildberries gilt als einer der größten Onlinehändler Russlands und wird häufig mit Amazon verglichen. Das Unternehmen ist Teil der RWB-Gruppe, die aus der Verbindung von Wildberries mit dem Werbeunternehmen Russ hervorging. Die Gruppe wurde zuletzt auf mehrere Milliarden Dollar geschätzt.

Der ukrainische Sicherheitsexperte Serhii Kuzan bezeichnete Wildberries gegenüber der BBC als wichtigen Bestandteil russischer Logistikstrukturen. Über die Plattform seien nach seiner Darstellung auch Güter beschafft worden, die militärisch nutzbar seien, darunter Funkgeräte, Schutzwesten und Drohnenkomponenten. Ziel solcher Angriffe sei es, Lieferketten für militärisch relevante Ausrüstung, sanktionierte Waren und elektronische Bauteile zu stören.

Russische Regionalbehörden verurteilten die Angriffe scharf. Der Gouverneur der Region Tambow, Jewgeni Perwischow, sprach von einem besonders schweren Angriff auf die Region. Nach seinen Angaben wurden 28 Drohnen im Anflug abgeschossen. Viele der Verletzungen seien durch Splitter verursacht worden; mehrere Personen befänden sich in ernstem Zustand.

Auch der Gouverneur der Region Moskau, Andrej Worobjow, meldete schwere Verletzungen nach dem Angriff auf das Lager in Elektrostal. Zudem seien in der Region 48 Drohnen abgefangen worden. Ein herabstürzender Flugkörper habe außerdem ein Öllager getroffen und dort erhebliche Folgen verursacht. Einsatzkräfte und Feuerwehr seien weiterhin vor Ort tätig.

Selenskyj bestätigte separat, dass auch eine Ölanlage Ziel ukrainischer Angriffe gewesen sei. Die Ukraine hat ihre Drohnenangriffe auf russische Energie- und Logistikinfrastruktur zuletzt ausgeweitet. Kiew argumentiert, dass Öl- und Gasanlagen legitime Ziele seien, weil Russland Einnahmen aus fossilen Energieträgern zur Finanzierung seines Angriffskrieges nutze.

Russland wiederum greift seit Beginn des Krieges regelmäßig ukrainische Infrastruktur an, darunter Energieanlagen, Logistikzentren, Post- und Verteilzentren sowie Einrichtungen des zivilen Alltags. Beide Seiten werfen einander vor, mit Angriffen auf Infrastruktur die Versorgung und Widerstandskraft der Gegenseite schwächen zu wollen.

Unabhängig überprüfen lassen sich viele der Angaben aus dem Kriegsgebiet nur eingeschränkt. Fest steht jedoch: Die ukrainischen Angriffe reichen zunehmend tiefer in russisches Gebiet hinein und treffen neben Energieanlagen nun auch große Logistikstandorte. Für Russland bedeutet dies wachsenden Druck auf Versorgungsketten, Infrastruktur und Bevölkerung weit entfernt von der Front.

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