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Tote durch israelische Angriffe

jorono (CC0), Pixabay
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Bei drei aufeinanderfolgenden israelischen Angriffen im Süden des Libanon sind nach Angaben der libanesischen Behörden mindestens drei Sanitäter getötet worden. Unter den Opfern ist auch ein Rettungssanitäter, über den die BBC erst in dieser Woche berichtet hatte. Das Gesundheitsministerium in Beirut wirft Israel vor, Einsatzkräfte gezielt anzugreifen – und spricht von einem „eklatanten Verbrechen“.

Der Vorfall ereignete sich am Mittwoch in der Ortschaft Mayfadoun in der Region Nabatäa. Zunächst sei ein Team der Islamischen Gesundheitsvereinigung attackiert worden, als es nach einem israelischen Angriff Verletzte retten wollte, teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Ein Sanitäter sei dabei getötet worden, ein weiterer werde noch vermisst.

Als ein zweites Team derselben Organisation zum Einsatzort eilte, sei auch dieses unter Beschuss geraten. Drei Sanitäter wurden dabei verletzt. Kurz darauf seien zudem zwei Ambulanzfahrzeuge der Risala-Scout-Vereinigung und des Ambulanzdienstes von Nabatäa angegriffen worden. Dabei kamen nach libanesischen Angaben zwei weitere Rettungskräfte ums Leben, drei weitere wurden verletzt.

Die israelische Armee äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht.

Unter den Toten ist Fadel Serhan, ein 43-jähriger Sanitäter der Risala-Scout-Vereinigung. Die BBC hatte ihn Anfang des Monats mehrere Tage lang bei Einsätzen in Nabatäa begleitet – einer Stadt, die in den vergangenen Wochen immer wieder Ziel israelischer Angriffe war. Serhans Team arbeitete zuletzt aus einem Zelt vor dem Nabih-Berri-Krankenhaus, nachdem seine ursprüngliche Rettungsstation in Mayfadoun bereits zu Beginn des Krieges zerstört worden war. Bei diesem Angriff war damals ein Mensch getötet worden.

Ein Kollege und früherer Klassenkamerad, Ali Nasreddine, kannte Serhan seit mehr als 30 Jahren. Er beschreibt ihn als hilfsbereit, humorvoll und zutiefst menschlich. Serhan hinterlässt eine achtjährige Tochter. Schon im vorherigen Krieg sei er geblieben, um zu helfen, sagt Nasreddine. Auch diesmal habe er sich entschieden, nicht zu fliehen.

Seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der Hisbollah am 2. März sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mehr als 2100 Menschen im Libanon getötet und rund 7000 verletzt worden. Die Behörde unterscheidet nicht zwischen Zivilisten und Kämpfern. Unter den Toten seien mindestens 260 Frauen und 172 Kinder.

Besonders alarmierend ist die Bilanz für medizinisches Personal. Nach Angaben des Ministeriums wurden bislang 91 Beschäftigte im Gesundheitswesen getötet und 208 verletzt. Zudem habe es mehr als 120 israelische Angriffe auf Krankenwagen und medizinische Einrichtungen gegeben.

Die Islamische Gesundheitsvereinigung gilt als mit der Hisbollah verbunden, die Risala-Scout-Vereinigung steht der schiitischen Amal-Bewegung nahe. Israel wirft der Hisbollah seit Jahren vor, Ambulanzen und medizinische Einrichtungen für militärische Zwecke zu nutzen, ohne dafür bislang öffentlich belastbare Belege vorzulegen. Der libanesische Gesundheitsminister weist diese Vorwürfe zurück.

In einer scharf formulierten Erklärung erklärte das Gesundheitsministerium in Beirut, Sanitäter seien zu direkten Zielen geworden. Das Vorgehen zeige eine „vollständige Missachtung aller Normen und Grundsätze des humanitären Völkerrechts“.

Menschenrechtsorganisationen warnen seit Wochen vor genau diesem Muster. Kristine Beckerle von Amnesty International erklärte bereits im vergangenen Monat, Zivilisten – darunter auch medizinisches Personal – verlören ihren Schutzstatus nach internationalem Recht nicht allein wegen einer organisatorischen Zugehörigkeit. Wer Sanitäter gezielt bei ihrer humanitären Arbeit angreife, begehe womöglich einen schweren Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht – und möglicherweise ein Kriegsverbrechen.

Auch auf israelischer Seite gibt es Opfer. Nach offiziellen Angaben wurden seit Beginn der Kämpfe zwei Zivilisten in Israel durch Hisbollah-Angriffe getötet. Zudem kamen 13 israelische Soldaten bei Gefechten im Libanon ums Leben.

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