Nach mehreren Tagen ohne direkte gegenseitige Angriffe haben sich die Spannungen im Nahen Osten erneut deutlich verschärft. Nach Angaben des US-Regionalkommandos Centcom feuerte der Iran mehrere ballistische Raketen auf US-Streitkräfte in der Region ab. Der als Überraschungsangriff bezeichnete Beschuss sei jedoch vollständig abgewehrt worden.
Zugleich griffen die USA und Saudi-Arabien nach eigenen Angaben gemeinsam proiranische Milizen im Irak an. Diese sollen zuvor mehr als zwei Dutzend Drohnenangriffe auf US-Truppen und die saudische Energieinfrastruktur ausgeführt haben. Washington und Riad erklärten, die Milizen hätten auf Anweisung der iranischen Revolutionsgarden gehandelt. Saudi-Arabien bezeichnete die gemeinsamen Militärschläge als Maßnahme zur Selbstverteidigung.
Auch im Roten Meer kam es zu neuen Zwischenfällen. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen erklärte, sie habe den saudi-arabischen Öltanker „NCC Ghazal“ mit Raketen angegriffen. Das Schiff habe eine von den Huthis verhängte Seeblockade missachtet und sei nach dem Beschuss zur Umkehr gezwungen worden. Bereits zuvor hatte die Miliz Angriffe auf saudische Öltanker, Förderanlagen und wichtige Knotenpunkte des Öltransports gemeldet.
Saudi-Arabien wiederum erklärte, mehrere aus dem Irak gestartete Drohnen abgefangen zu haben, die auf Ölanlagen des Landes gerichtet gewesen seien. Verantwortlich machte Riad auch dafür mit dem Iran verbündete Milizen.
Die jüngste Eskalation gefährdet zugleich die seit 2022 weitgehend bestehende Feuerpause zwischen Saudi-Arabien und den Huthis im Jemen. Obwohl US-Präsident Donald Trump zuletzt noch von einer möglichen Verhandlungslösung mit Teheran gesprochen hatte, lassen die neuen Raketen-, Drohnen- und Luftangriffe eine weitere Ausweitung des Konflikts befürchten.
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