Tom Cruise mit grauen Haaren, Bauchansatz und Südstaaten-Akzent? Genau das bekamen Fans bei der CinemaCon in Las Vegas erstmals zu sehen. Mit „Digger“ wagt sich der Hollywood-Star an eine ungewohnte Rolle – und offenbar an eine seiner mutigsten Verwandlungen.
Bei der CinemaCon 2026 in Las Vegas hat Tom Cruise erstmals Szenen aus seinem neuen Film „Digger“ präsentiert – und dabei für überraschte Gesichter gesorgt. Der sonst für jugendliche Energie, waghalsige Stunts und makellosen Action-Glanz bekannte Superstar zeigt sich in dem Film von Regisseur Alejandro G. Iñárritu in einer Rolle, die man so von ihm bislang kaum gesehen hat: sichtbar gealtert, schwerer, graumeliert und mit markantem Südstaaten-Tonfall.
Cruise spielt in der düsteren Komödie den Ölmanager Digger Rockwell, einen älteren Energie-Magnaten, dessen Unternehmen offenbar im Zentrum einer weltweiten Krise steht. In den gezeigten Szenen trägt Cruise graue Haare, wirkt körperlich deutlich massiger und verkörpert eine Figur, die sich weit von seinem üblichen Leinwandimage entfernt.
„Darum wollte ich Filme machen“
Bei der Vorstellung des ersten Materials schwärmte Cruise regelrecht von dem Projekt.
„Das ist die Art von Film, weshalb ich überhaupt Filme machen wollte“, sagte der Schauspieler auf der Bühne.
Er fügte hinzu, es habe ihn 40 Jahre gekostet, um „in die Stiefel von Digger Rockwell zu schlüpfen“ und die vielen Facetten dieser Figur spielen zu können. Ein Satz, der fast klingt wie eine kleine Selbstinszenierung – aber eben auch wie ein Hinweis darauf, wie ernst Cruise diese Rolle nimmt.
Iñárritu lobt Cruises „andere Art von Mut“
Regisseur Alejandro G. Iñárritu, bekannt für Filme wie Birdman oder The Revenant, erklärte, die Idee zu „Digger“ sei bereits vor neun Jahren entstanden. Vor sieben Jahren habe er Cruise erstmals für das Projekt angesprochen.
Dabei lobte er den Hollywood-Star in ungewöhnlich deutlichen Worten.
Man kenne Cruise als furchtlosen Schauspieler – bei Flugzeugen, Sprüngen und halsbrecherischen Action-Szenen. Doch diese Rolle sei eine „andere Art von Furchtlosigkeit“.
Iñárritu sagte sogar, „Digger“ könnte für Cruise die anspruchsvollste Rolle seiner Karriere sein.
John Goodman spielt den US-Präsidenten
Zusätzliche Aufmerksamkeit bekam das Projekt durch eine weitere prominente Besetzung: John Goodman spielt in dem Film den Präsidenten der Vereinigten Staaten. Damit deutet sich an, dass „Digger“ nicht nur Charakterstudie, sondern auch eine größere politische und gesellschaftliche Satire werden könnte.
Der Film soll am 2. Oktober 2026 in die Kinos kommen.
Ein Film „nur fürs Kino“
Wie so oft nutzte Cruise die Bühne auch, um für das klassische Kinoerlebnis zu werben. „Digger“ sei ein Film, der „nur fürs Kino gemacht“ worden sei, betonte Iñárritu. Cruise ergänzte, das Publikum wolle originelle und fesselnde Filme sehen – also nicht nur Franchise-Wiederholungen und Superhelden-Dauerware.
Das passt zum Trend, den Warner Bros. auf der CinemaCon ebenfalls betonte: Das Studio kündigte ein neues Indie-Label namens Warner Bros. Clockwork an. Co-CEO Michael DeLuca formulierte es so:
„Wir müssen alle wieder mehr hochwertige Filme machen, nicht weniger.“
Fazit
Mit „Digger“ scheint Tom Cruise bewusst gegen sein eigenes Image anzuspielen.
Statt ewiger Action-Jugend gibt es diesmal Alter, Schwere, Abgründigkeit und Charakterarbeit. Genau das macht die ersten Bilder so spannend.
Ob der Film tatsächlich zu Cruises mutigstem Werk wird, bleibt abzuwarten.
Aber eines steht schon jetzt fest: Tom Cruise als gealterter Ölbaron mit Bauch ist vermutlich das Letzte, womit Hollywood-Fans 2026 gerechnet haben.
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