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Thema: Offene Immobilienfonds – solide Anlage oder riskante Wette?

qimono (CC0), Pixabay
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Redaktion: Herr Iwanow, Anbieter wie hausInvest werben aktuell intensiv für Investitionen in Offene Immobilienfonds. Wie bewerten Sie solche Angebote aus rechtlicher Sicht?

Michael Iwanow: Offene Immobilienfonds wie hausInvest können tatsächlich ein attraktives Anlageinstrument sein, insbesondere für Anleger, die auf eine gewisse Stabilität und breite Risikostreuung setzen. Die Betonung auf weltweite Top-Immobilien und aktives Management ist positiv. Allerdings sollten sich Anleger nicht täuschen lassen: Auch hier bestehen erhebliche Risiken, über die man sich im Klaren sein muss.

Redaktion: Welche Risiken sind das konkret?

Michael Iwanow: Immobilienwerte können schwanken, insbesondere in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Mietausfälle, sinkende Immobilienpreise oder auch politische Entwicklungen können den Wert eines Fonds erheblich beeinflussen. Besonders kritisch: Anleger müssen eine Mindesthaltedauer von 24 Monaten und eine zwölfmonatige Kündigungsfrist beachten. Im schlimmsten Fall kann die Rücknahme von Anteilen ausgesetzt werden – dann kommt man vorübergehend nicht an sein Geld.

Redaktion: Auf der Webseite von hausInvest wird auch eine hohe Vermietungsquote und breite Streuung betont. Reduziert das nicht das Risiko?

Michael Iwanow: Eine breite Streuung über verschiedene Länder, Standorte und Nutzungsarten reduziert natürlich das Klumpenrisiko. Dennoch bleiben fundamentale Marktrisiken bestehen. Selbst in Top-Lagen können sich Marktbedingungen ändern. Zudem sollten Anleger bedenken: Immobilieninvestitionen sind langfristig und vergleichsweise illiquide.

Redaktion: Manche Anleger vergleichen Offene Immobilienfonds mit Tagesgeld oder Sparbuch. Ist das ein gefährlicher Trugschluss?

Michael Iwanow: Absolut. Offene Immobilienfonds sind keine Ersatzprodukte für sichere Bankeinlagen. Sie unterliegen Schwankungen und Liquiditätsrisiken. Besonders in Krisenzeiten kann es zu erheblichen Rückgaben kommen – dann müssen Fonds möglicherweise Immobilien unter Wert verkaufen oder die Rücknahme von Anteilen aussetzen. Anleger sollten immer mit einem Anlagehorizont von mehreren Jahren planen.

Redaktion: Was sollten Anleger beachten, bevor sie in einen Fonds wie hausInvest investieren?

Michael Iwanow: Anleger sollten genau prüfen, ob sie den Kapitalbedarf während der Mindesthaltedauer decken können und sich bewusst machen, dass Immobilienfonds – auch wenn sie oft stabil erscheinen – keine Garantien bieten. Auch steuerliche Aspekte sollten berücksichtigt werden. Eine unabhängige Beratung vor der Anlageentscheidung ist aus meiner Sicht dringend zu empfehlen.

Redaktion: Herr Iwanow, herzlichen Dank für Ihre klaren und differenzierten Einschätzungen!

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