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Warnung vor der AfD aus Thüringen

Maklay62 (CC0), Pixabay
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Die Warnungen aus der Politik werden immer dramatischer. Thüringens Innenminister Georg Maier spricht inzwischen sogar von möglichen „Zügen eines Staatsstreichs“, sollte die Alternative für Deutschland nach einem Wahlsieg in Sachsen-Anhalt tatsächlich versuchen, hunderte Stellen in der Landesverwaltung neu zu besetzen.

Hintergrund sind Aussagen des AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund, der angekündigt hatte, im Falle einer Regierungsübernahme zahlreiche Führungspositionen in Ministerien und landeseigenen Betrieben neu besetzen zu wollen.

Die Kritik daran ist juristisch nachvollziehbar. Das deutsche Beamtenrecht setzt klare Grenzen. Beamte können nicht einfach politisch ausgetauscht werden, weil eine neue Regierung an die Macht kommt. Das Prinzip der sogenannten Bestenauslese sowie die Verpflichtung zur Verfassungstreue gehören zu den Grundpfeilern des deutschen Berufsbeamtentums.

Und trotzdem stellt sich bei der gesamten Debatte eine andere, viel grundsätzlichere Frage:
Warum erreicht die AfD überhaupt solche Zustimmungswerte?

Denn solange etablierte Parteien wie Sozialdemokratische Partei Deutschlands, Christlich Demokratische Union Deutschlands, Christlich-Soziale Union in Bayern, Bündnis 90/Die Grünen oder Die Linke den Menschen überzeugende Politik liefern würden, bräuchte es solche Warnungen vermutlich gar nicht.

Genau darin liegt das eigentliche Problem.

Seit Jahren erleben viele Bürger politische Dauerkrisen:
steigende Lebenshaltungskosten,
Migration,
Wohnungsmangel,
Bürokratie,
schwaches Wirtschaftswachstum,
Unsicherheit bei Energiepreisen
und zunehmendes Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen.

Gleichzeitig entsteht bei vielen Menschen der Eindruck, dass politische Debatten häufig mehr von moralischer Abgrenzung als von konkreten Lösungen geprägt sind.

Die Folge:
Immer mehr Wähler wenden sich aus Protest oder Frust Parteien zu, die sich als Gegenmodell zum politischen Establishment präsentieren.

Natürlich darf und muss man Aussagen kritisieren, wenn sie rechtsstaatliche Prinzipien infrage stellen könnten. Das gehört zur Demokratie dazu. Ebenso selbstverständlich ist es, auf die Bedeutung von Verfassungstreue und Gewaltenteilung hinzuweisen.

Aber dauerhafte Alarmrhetorik allein löst kein einziges politisches Problem.

Denn wenn Bürger ständig hören, wie gefährlich bestimmte Parteien seien, gleichzeitig aber im Alltag das Gefühl haben, ihre eigenen Sorgen würden nicht ernst genommen, dann verliert genau diese Warnstrategie irgendwann ihre Wirkung.

Die politischen Wettbewerber der AfD müssten sich deshalb vielleicht stärker mit einer unbequemen Wahrheit beschäftigen:
Parteien werden nicht allein durch Warnungen klein gehalten – sondern vor allem durch bessere Politik.

Wenn Menschen wieder Vertrauen in Regierungshandeln hätten,
wenn Wirtschaft, Sicherheit, Infrastruktur und soziale Stabilität überzeugender funktionieren würden,
wenn politische Entscheidungen nachvollziehbarer wären,
dann hätte Protestpolitik deutlich weniger Nährboden.

Denn am Ende wächst Zustimmung für radikale oder populistische Parteien oft dort am stärksten, wo Bürger das Gefühl entwickeln, dass die etablierten Kräfte ihre Probleme nicht mehr lösen.

Und genau deshalb reicht es nicht, nur vor politischen Gegnern zu warnen.
Demokratie muss auch durch Leistungsfähigkeit überzeugen.

1 Komment

  • Wer das „Gefühl“ hat die AfD würde seine Probleme stattdessen lösen ist entweder ein Idiot oder ein Faschist. Es gibt auch so etwas wie eine intellektuelle Bringschuld in einer Demokratie und die Pflicht sich nicht von Populisten am Ring durch die Manege führen zu lassen.

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