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TGI AG Gold, Rabatte und ganz viel gute Laune – wenn der Taschenrechner plötzlich zum Motivationstrainer wird

stevepb (CC0), Pixabay
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Es gibt Vorträge, bei denen man nach zehn Minuten abschaltet. Und es gibt Präsentationen, nach denen man sich fragt, ob man gerade einen Goldhandel, eine Motivationsveranstaltung oder einen Crashkurs in Weltwirtschaft besucht hat.

Das vorliegende TGI-Webinar gehört eindeutig in die zweite Kategorie.

Über mehrere Stunden wird erklärt, warum Gold seit Jahrtausenden funktioniert, Papiergeld eher eine moderne Erfindung ist, Inflation grundsätzlich nichts Schönes darstellt und der Krügerrand vermutlich mehr Lebenserfahrung besitzt als manche Währung. Dazwischen gibt es jede Menge Rechenbeispiele, Fragen aus dem Publikum und eine bemerkenswerte Portion Optimismus.

Besonders sympathisch wirkt dabei die Überzeugung des Referenten. Zweifel? Fehlanzeige. Skepsis? Darf jeder haben – soll sich aber möglichst nach dem zweiten oder dritten Vortrag erledigt haben.

Der Grundgedanke wird immer wieder betont: Gold soll Kaufkraft sichern. Das ist kein neuer Gedanke und wird von vielen Anlegern seit Jahrzehnten so gesehen. Neu ist vielmehr die Idee, Goldkäufe mit Rabattmodellen und Empfehlungsprogrammen zu kombinieren. Genau dieses Modell wird ausführlich erläutert.

Dabei wird es stellenweise fast philosophisch. Es geht um Inflation, Zentralbanken, Goldminen, Förderkosten, Marktpreise und die Frage, warum eigentlich nicht schon früher jemand auf diese Geschäftsidee gekommen sei.

Spätestens an diesem Punkt dürfte sich der eine oder andere Zuhörer gedacht haben: „Gut, dass ich mir heute Abend nichts anderes vorgenommen habe.“

Besonders unterhaltsam wird es in der Fragerunde.

Dort wird mit beeindruckender Präzision diskutiert, ob acht Wochen Lieferzeit wirklich acht Wochen bedeuten oder vielleicht auch sechs Wochen sein könnten. Man erfährt außerdem, dass Dashboards keine Sparbücher ersetzen, Gold theoretisch sofort wieder verkauft werden kann und Brasilien zwar weit weg ist, eine IBAN aber durchaus hilfreich sein kann.

Zwischendurch wird über Wohnsitze in Österreich gesprochen, über automatische Wiederkäufe, über Empfehlungsboni und über die Frage, welche Scheideanstalt die Goldbarren liefert. Wer bis dahin noch glaubte, Gold sei ein eher ruhiges Investment, wurde eines Besseren belehrt.

Bemerkenswert ist außerdem der durchgehend optimistische Ton. Fast jede Frage endet mit einer positiven Perspektive. Man könnte sagen: Selbst wenn der Goldpreis einmal schwankt, bleibt zumindest die gute Stimmung konstant.

Natürlich ersetzt ein solcher Vortrag keine individuelle Anlageberatung. Wer in Gold investiert, sollte sich – wie bei jeder Vermögensentscheidung – umfassend informieren, Chancen und Risiken abwägen und gegebenenfalls unabhängigen fachlichen Rat einholen.

Eines muss man dem Webinar jedoch lassen: Langweilig ist anders.

Wer sich für Gold interessiert, bekommt reichlich Stoff zum Nachdenken. Wer sich für Präsentationstechniken interessiert, erlebt einen Referenten, der mit bemerkenswerter Ausdauer und Überzeugung durch ein komplexes Thema führt. Und wer einfach nur Unterhaltung sucht, dürfte spätestens bei der Diskussion über Lieferfristen, Dashboards und Empfehlungsboni feststellen, dass auch der Edelmetallmarkt seine ganz eigenen Geschichten schreibt.

Am Ende bleibt ein Eindruck, über den vermutlich Einigkeit besteht: Gold glänzt. Präsentationen können es manchmal auch.

43 Kommentare

  • Ja und übrigens, sind ja für uns “ Inseder“ psiram, die bewertung,etc. “ olle Kamellen“ ,
    Die Mr .Gunnar da bringt. GGMT, Vorleben Helmut eher zum Gähnen.
    Bin mir aber sicher,daß ihn sein “ Vertrag“ nicht in Haftung bringt.
    Zumindest juristisch….

    • Jedenfals hat er sich erstmal ein neues Auto gekauft, sind ja über 700 Kilometer von Berlin nach Wien.

      Gunnar ist ja auch ne Nummer. Zuerst stellt er sich selber die Frage ob er Helmut glaubt. Um dann genau die Antwort auf diese Frage zu verweigern, und lieber die Frage beantwortet ob er glaubt, dass Helmut sich selber glaubt. Vielleicht beantwortet er die erste Frage, wenn er aus dem Urlaub zurück ist.

  • Günter Eberle auf Trustpilot.
    Die TGI ist lebensverlängernd!
    Sind jetzt auch Thiel und Page dabei??
    Ach, wie werde ich diese Absurditäten vermissen….

    • Aber schau mal bei Trustpilot unter „Berformance AG“.

      Da kam noch am 16. Jan. 2025 eine Fünfsternebewertung.

      „Ich bin bis heute zufriedener Kunde der Berformance Gruppe und es steht außer Frage dass sie in ihrer Branche eines der besten Unternehmen sind. “

      Zu diesem Zeitpunkt war deren Homepage längst abgeschaltet und die Gründer saßen bereits im Knast (wenn auch zu diesem Zeitpunkt noch nicht rechtskräftig verurteilt.)

  • Lassen Sie den Husterblitz doch einfach seine kleinen Videos machen. Man braucht ja auch lustige Sachen am Tag.

    Jeder weiß doch jetzt, auf wessen Payroll Gunnar steht. Und jeder kennt doch das alte Sprichwort: Wer die Musik bezahlt, bestellt auch das Lied.

    Den lieben Gunnar kann man also mit all den Dingen und Aussagen, die jetzt kommen, nicht mehr ernst nehmen. Grundsätzlich fand ich es bisher lobenswert, wie er an TGI herangegangen ist, aber das ist jetzt Schnee von gestern.

    Übrigens, Herr Gunnar: Herr Kaltenegger verspricht viel in Sachen Rechtsanwälte, aber er wird Sie im Regen stehen lassen, wenn es um die Kosten geht. Wenn Sie dann wegen falscher beziehungsweise unwahrer Aussagen belangt werden, wird Herr Kaltenegger das Geld dafür auch nicht lockermachen.

    • Soll er machen, hat doch keine Reichweite. War ja verwundert das man sich seitens der TGI bei durchschnittlich 700 Views so aufregt, kann ja so gut wie keiner gesehen haben.

      Wenn die Kohle knapp wird bleiben alle im Regen stehen, und die gegenseitigen Schuldzuweisungen starten, immer das selbe Spiel.

      Es gibt Warnungen, die Behörden ermitteln, das sollte jeden „normal“ denkenden Menschen vom investieren abhalten. Die Struckis sind immer ein eigenes Thema.

    • …und die Strukis sind schon drauf angesetzt, bei der enthaltenen Leserumfrage „vertrauensbildend“ anzuklicken….

      (Es gilt natürlich, wie immer, die Unschuldsvermutung.)

    • Fünf einfache Fragen – und keine einzige Antwort

      Interessant: Das Nachrichtenmagazin „News“ bekommt offenbar genauso viele Fragen beantwortet wie Thomas Bremer – nämlich keine. An der Reichweite von „News“ in Österreich wird’s ja wohl kaum liegen.

      Dabei sind es echt simple Fragen.

      Erstens: Wie heißt dieser angekündigte „Bond“ eigentlich? Ein echtes Wertpapier hat einen Namen und eine Kennnummer, eine ISIN. News.at hat genau danach gefragt – und keine Antwort bekommen.

      Zweitens: Wer soll ihn überhaupt eintragen? Präsentiert wurde er von der GTI Bank, einer in Malaysia (Labuan) lizenzierten Investmentbank. Nur: Ein Papier bei Euroclear einstellen kann ausschließlich eine Bank, die dort selbst Teilnehmerin ist. Und genau das ist die GTI Bank laut News.at nicht. Sie bräuchte also zwingend eine gelistete Partnerbank, die die Sache tatsächlich einbringt. Gibt es die? Auch dazu: Schweigen.

      Drittens: Wo kann man den Bond finden? In den öffentlichen Wertpapierdatenbanken – Euroclear, Clearstream, ISIN-Register – taucht bislang kein solcher Bond auf. Wie weit der angebliche Registrierungsprozess ist, blieb laut News.at ebenfalls offen.

      Viertens: Wer gibt der TGI über diesen Bond eigentlich frisches Geld? Ein Bond ist normalerweise dazu da, Geld einzusammeln. Also: Wer zeichnet ihn? Auch auf mehrmalige Nachfrage, ob es schon Investoren gibt, kam nichts.

      Fünftens: Wo liegen die Vermögenswerte im behaupteten Gegenwert – mal ist von 430, mal von 750 Millionen Euro die Rede? Wer hat die unabhängig bewertet, und wem gehören sie? Zu den Details hieß es nur, es stünden „finale Schritte noch aus“. Und kurios wäre es ja, wenn das angeblich für die Kunden gelagerte Gold zugleich als Sicherheit für den Bond diente – dann würde sich die TGI faktisch Geld leihen, besichert mit dem Gold ihrer eigenen Kunden.

      Schaun mer mal …

      • Hustlerbiz erzählt, in einem Videoschnippsel, dass er jetzt alle zwei Wochen Donnerstags im TGI TV alle seine Fragen live beantwortet bekommt inclusive aller notwendigen Belege. Er sei zwar nicht dafür angestellt würde aber dafür bezahlt…….. auf Rückfragen reagiert er etwas dünnhäutig. Schaun mer mal …

        • Vielleicht hätte Gunnar mal einen fähigen Unternehmensberater beauftragen sollen, der hätte womöglich verhindert, dass die Reputation von hustlerbiz innerhalb von vier Tagen von 100 auf null fällt.

          • Ist in Wirklichkeit egal. 700 Views pro Short sind so gut wie nichts. Der gute Gunnar will offensichtlich Geld verdienen, den Eindruck vermittelte er bereits seit der Ankündigung des Treffens. Gibt halt nicht viele die nicht käuflich sind.

          • Jedenfalls scheint sich Gunnars Fanbase um einige Mitglieder erweitert zu haben die bisher eher dadurch aufgefallen sind, dass sie Fünfsternebewertungen für die TGI auf Trustpilot geschrieben haben. Aber vielleicht gehört dieser neue Support ja zum „Deal“?

            Zitat: „Find ich stark, dass Du das Gespräch zur Aufklärung suchst. Bis jetzt war ich von Deiner „Berichterstattung“ diesbezüglich ja recht genervt. Da ich jedoch über umfangreiches Hintergrundwissen verfüge, wusste ich, dass sich alles schlüssig und lückenlos aufklären wird, wenn Du es nur zulässt. Du wirst, im Laufe der Podcasts, nach und nach mehr Einblicke in die Prozesse und Wertschöpfungskette des Unternehmens erhalten. Viel Spaß dabei und danke für Deinen Einsatz. Vor solchen wie Dir brauchen nur wirkliche Scamer Angst haben. Nicht jedoch, die ehrlichen und transparenten Unternehmen wie die TGI. Im Gegenteil. Diese Vorgänge stärken sie sogar noch.“

          • Ein bisschen weniger auffällig hätte der das ja machen können…..

            Aber ich meinte ja schon an anderer Stelle, dass der Mann auf mich etwas „einfach gestrickt“ wirkt.

          • Lieber Urs.
            Da habe ich mich wohl echt getäuscht!.
            Guter Unternehmensberater,seriös…
            Ja, meide die Gezeichneten.
            Hatte echt drei schöne Firmen – die wollten mit Hr. Wolf plaudern.
            Schön sich gleich die Vorgespräche erspart zu haben.
            Die Macht des Geldes.
            Der kleine “ Berliner“ ick mach auf seriös entzaubert.

          • Er will halt auch was vom TGI Kuchen abhaben und das war ggf. auch genau darauf ausgerichtet.
            Einer von vielen.

            Wenn man ehrlich ist hat er ja in seinen Videos das Geschäftsmodell der TGI schon in Teilen falsch erklärt, man kann sich dort also nicht wirklich mit tiefer Recherche befasst haben.

            Und wenn es das erklärte Ziel war – mit der TGI einen Deal einzugehen – dann hat er das geschafft, who cares.

            Ich denke das die Warnungen und Berichte normal denkende Menschen vom Investieren abhalten sollten, ich persönlich kenne keinen der bei so massiven Vorhalten investieren würde. Die Struckis sind immer an Bord bis der Kahn abzusaufen beginnt.

            Damit sich das auch rechnerisch belegen lässt hab ich einige Varianten durchgerechnet und gepostet und stelle daher fest, das Modell der TGI ist mit den vorgestellten Minen nicht annähernd durchführbar. Und es ist wirklich sehr, sehr bedauerlich das man das im GGMT Verfahren seitens der Anklage nicht belegen konnte. Nur weil eine Mine im gesamten genug Gold hat um die Kundenforderungen theoretisch zu erfüllen, sagt das Null darüber aus ob das auch wirtschaftlich gefördert werden kann. Aber im Zweifel für den Angeklagten.

            Rückabwickler nach wie vor nur ausgehoben und nicht zurückgezahlt. Bafin Rückabwicklung nicht mal erwähnt, so cool wie man sich gibt, läuft das im Hintergrund mit Sicherheit nicht.

          • Ab Ende Juli der Grantler ( Betrüger) und der Piefke ( ein entbehrlicher Blogger samt Hoffnung Kohle zu machen).
            Sollte keiner anschauen – weil völlig substanzlos.
            Und: Beim Geld offenbart sich der Charakter…

  • Hustlerbiz alias Gunnar Wolf hatte ja für gestern Abend ein live angekündigt in dem er ausführlich von seinem Besuch in Wien bei der TGI und seinem „deal“ mit Helmut (Kaltenegger) berichten wollte, hat das jemand gesehen oder weiss jemand wo man das nachschauen kann?

  • Es ist natürlich ein Ponzi für naive Anleger. Woher soll diese hohe Rendite kommen. Völlig unmöglich. Und dann noch ein MYlM Vertrieb bezahlt werden ??? Wer das glaubt der glaubt auch noch an die Frau Holle

    • Tja auf das läufts leider hinaus. Im von der TGI vorgestellten Modell mit den vorgestellten Minen ist das nicht ansatzweise machbar. Mitunter ein Grund warum die Lagerstättennachweise nicht vorgelegt werden, oder nicht existent sind. Hat man in der Aulicio Mine 2020 noch Aktivität verzeichnet, scheint man diese nach verfügbaren Dokumenten eingestellt zu haben. Wie also und woher also ist denn das Gold (2.182 kg) zum angeblichen Verwahrer nach Sierra Leone oder den Kosovo gekommen?

      @Patrick oder sonstige PRO-TGIs. Bitte erklären wie denn das ohne jedwede Dokumente möglich sein soll.

      • Die peinliche Nummer mit den Minen wird ja von Kaltenegger erst seit gut einem Jahr abgezogen, vorher war die Geschichte doch die Golden Empire und Goldcrest würden ihm jährlich 70% Zinsen auf das Geld das er von den Zahlschaffen aus Europa, heranschafft zahlen. Womöglich hat mal jemand ber Amardeep Singh Hari und der CEO der Golden Empire angerufen….

        • zum Schluss noch eine Info:

          AISC wurde 2013 vom World Gold Council eingeführt und gilt NUR für börsennotierte INDUSTRIEMINEN. Also die Giganten im Goldabbau.
          90% der dort gelisteten Minen schaffen einen AISC von unter USD 2.500,00

          Und natürlich schafft Kalteneggers 60 Mann Handbetriebs Aulicio Quetsche einen Wert etwas über der besten Mine weltweit. Liebe TGI es wäre langsam an der Zeit die Story mal wieder zu wechseln.
          Und Sambia mit den USD 5.000.000,00 Kugelmühlen die offensichtlich bis heute nichts fördern. Lachhaft gegen Industrie Derivate von Mühlen.

          Die Frage die sich mir in den Zusammenhang formlich aufdrängt: Wem gehören die 2.182 kg Gold die eingelagert sind, die Aulicio kann die nicht gefördert haben. Die würde dafür im besten Fall 15-21 Jahre ununterbrochen fördern müssen.

          • Irgendwo habe ich mal einen Kommentar gelesen, dass Kaltenegger dem Albaner, Kosovaren 100K überwiesen hat, dass er diese Dorebarren als seine eigenen ausgeben darf. Das ist aber wahrscheinlich übelste Verleumdung und wir durche den strenggeheimen Gutachter aus Graz bald widerlegt werden?

          • Wenn er das getan hätte, würde er das vermutlich nicht rumerzählen. Daher….

            Allerdings glaube ich auch nicht, dass Herr Wahsh Gold in dieser Größenordnung besitzt, das er der TGI „leihen“ könnte.

          • Also Du ziehst in Erwägung, dass dieser windige Typ, gegen den alle TGI-Proponenten hocheriös wirken, 2 Tonnen Gold besitzt?

            Hast Du mal die Videos von dem mit dem glatzköpfigen albanischen Fernsehmoderator gesehen?

        • Auch noch Interessant:

          Das 2% TGI Modell mit Treuerabatt muss für die Rabatte, die Provisionen und die Rangboni pro Monat 5,96% erwirtschaften = 71,52% im Jahr und 214,56% in drei Jahren.
          Das Feingold mit Sofortrabatt Modell muss pro Abschluss (pro Kauf) = 12,1% für Rabatt, Prov und Rangbonus erwirtschaften – kauft die TGI das Gold zum tagesaktuellen Verkaufspreis zurück würden in einem Jahr (bei 8 Wochen Lieferzeit = 6 Käufe) = 72,6% erwirtschaftet werden müssen.

  • Warum die AISC-Rechnung der TGI nicht aufgehen kann

    In der Präsentation rechnet die TGI mit Förderkosten (AISC) von rund 1.500 US-Dollar je Unze – bei einem angenommenen Verkaufspreis von 4.500 Dollar sind das etwa ein Drittel, also grob 30 %. Und es werde „nach und nach“ in die Minen investiert, während laufend Gold gefördert wird.

    Genau das passt nicht zusammen. Und zwar aus einem einfachen, technischen Grund.

    Kurz erklärt: Was ist AISC?

    AISC steht für „All-in Sustaining Costs“ – die vollständigen Kosten, um eine Unze Gold zu fördern und den Betrieb aufrechtzuerhalten. Je niedriger dieser Wert im Verhältnis zum Goldpreis, desto größer die Marge. Ein AISC von 30 % lässt also 70 % Marge übrig, ein AISC von 60 % nur noch 40 %.

    Das Problem: Die Aulicio ist ein Handbetrieb

    Die Aulicio-Mine wird als alluvialer Kleinbetrieb beschrieben, der überwiegend händisch und mit einfachen Verfahren arbeitet. Solche Verfahren sind günstig in der Anschaffung, haben aber eine deutlich schlechtere Ausbeute pro Tonne Material. Für einen solchen Betrieb ist ein AISC von nur 30 % praktisch AUSGESCHLOSSEN; realistisch liegt er nach Branchenmaßstäben eher bei 60–70 % des Goldwerts. Damit bleibt weit weniger Marge übrig, als die Präsentation unterstellt.

    Und hier liegt der Denkfehler im „nach und nach“

    Einen AISC von 30 % erreichen bestenfalls große Industrieminen – mit Mühlen, industrieller Aufbereitung und moderner Technik. Um aus einem Handbetrieb eine solche Industriemine zu machen, müsste man zuerst hunderte Millionen investieren – und zwar VOR der Förderung. Denn es geht nicht darum, langsam ein bisschen mehr vom Gleichen zu machen: Die Aufbereitungsverfahren sind grundlegend andere, die Anlagentechnik ist eine andere, und vor allem die Ausbeute ist eine andere.

    Man kann einen Handbetrieb nicht „Häppchen für Häppchen“ in eine Industriemine mit 30 %-AISC verwandeln. Entweder man hat die industrielle Anlage – dann brauchte es die große Vorabinvestition. Oder man hat den Handbetrieb – dann gilt der hohe AISC und die kleine Marge.

    Fazit

    Die Präsentation nimmt die niedrigen Kosten einer Industriemine (30 %) und kombiniert sie mit dem schrittweisen Aufbau eines Kleinbetriebs. Beides zusammen geht technisch nicht. Entweder stimmt die Kostenannahme nicht – oder das „nach und nach investieren“ führt eben nicht zu diesen Kosten.

    Bewertung des Verfassers auf Basis öffentlich zugänglicher Informationen und branchenüblicher Kennzahlen. Die AISC-Angabe von 30 % ist die Darstellung der TGI; die Einordnung für Kleinbergbau ist eine Schätzung nach Branchenmaßstäben. Keine Rechts- oder Anlageberatung.

    • Ja, und selbst wenn das alles technisch ginge, die Unze Gold für 1500 Euro zu produzieren…..

      Warum verkauft die TGI das Gold nicht einfach zum Marktpreis und freut sich über die hohen Gewinnspannen, statt Keiler darauf anzusetzen, den Gewinn mit den Kunden zu teilen?

      Und nächste Frage: Wer sollte so dumm sein, so ertragreiche Goldlagerstätten so billig herzugeben?

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