Wer erstmals in physisches Gold investieren möchte, steht meist vor einer grundlegenden Entscheidung: Soll es ein Goldbarren oder doch lieber eine Goldmünze sein? Beide Varianten bestehen aus hochwertigem Anlagegold und dienen dem langfristigen Vermögensschutz. Dennoch unterscheiden sie sich in einigen wichtigen Punkten, die Anleger kennen sollten.
Warum Anleger überhaupt physisches Gold kaufen
Gold besitzt einen entscheidenden Vorteil gegenüber vielen anderen Anlageformen: Es ist ein realer Sachwert. Es kann weder durch eine Insolvenz wertlos werden noch hängt sein Bestand von Banken oder Staaten ab.
Gerade in Zeiten hoher Inflation, geopolitischer Krisen oder wirtschaftlicher Unsicherheit gewinnt physisches Gold deshalb regelmäßig an Bedeutung.
Doch welche Form eignet sich besser?
Goldbarren – möglichst viel Gold für möglichst wenig Aufpreis
Goldbarren bestehen in der Regel aus 999,9er Feingold und sind in zahlreichen Größen erhältlich – vom 1-Gramm-Barren bis zum Kilobarren.
Vorteile von Goldbarren
- sehr hoher Feingoldgehalt
- häufig etwas geringere Aufgelder gegenüber Münzen
- ideal für größere Anlagebeträge
- platzsparende Lagerung
- international anerkannt
Nachteile
Gerade größere Barren lassen sich später nur komplett verkaufen.
Wer beispielsweise einen 250-Gramm-Barren besitzt, kann nicht einfach 50 Gramm davon veräußern.
Dadurch fehlt häufig die Flexibilität.
Außerdem werden größere Barren beim Wiederverkauf oftmals intensiver auf Echtheit geprüft.
Der Krügerrand – die bekannteste Goldmünze der Welt
Der Krügerrand wurde bereits 1967 eingeführt und gilt als die erste moderne Gold-Anlagemünze überhaupt.
Heute ist er weltweit die am häufigsten gehandelte Goldmünze.
Jede Ein-Unzen-Münze enthält exakt eine Feinunze Gold (31,103 Gramm).
Obwohl der Goldgehalt bei 91,67 Prozent liegt, enthält jede Münze exakt dieselbe Goldmenge wie eine Feingoldmünze aus 999,9er Gold.
Die Beimischung von Kupfer macht den Krügerrand deutlich widerstandsfähiger gegen Kratzer und Beschädigungen.
Die Vorteile des Krügerrands
1. Weltweite Bekanntheit
Kaum eine Goldmünze genießt weltweit eine vergleichbare Akzeptanz.
Nahezu jede Bank und jeder Edelmetallhändler kennt den Krügerrand.
2. Hohe Liquidität
Gerade beim Wiederverkauf zeigt sich der größte Vorteil.
Da der Krügerrand täglich millionenfach gehandelt wird, findet sich nahezu jederzeit ein Käufer.
3. Enge An- und Verkaufsspannen
Die hohe Nachfrage sorgt häufig für vergleichsweise geringe Preisunterschiede zwischen Kauf und Verkauf.
4. Robustheit
Durch den Kupferanteil ist der Krügerrand weniger empfindlich als reine Feingoldmünzen.
5. Internationale Standardgröße
Die Ein-Unzen-Version gilt weltweit als Referenzgröße im Edelmetallhandel.
Welche Rolle spielt das Prägejahr?
Bei Goldbarren praktisch keine.
Beim Krügerrand ebenfalls kaum.
Da der Krügerrand ausdrücklich als Investmentprodukt entwickelt wurde, spielt das Prägejahr beim professionellen Edelmetallhandel normalerweise keine Rolle.
Entscheidend sind:
- Echtheit
- Erhaltungszustand
- aktueller Goldpreis
Was ist günstiger?
Goldbarren besitzen häufig einen etwas niedrigeren Aufpreis.
Allerdings relativiert sich dieser Vorteil häufig beim späteren Wiederverkauf.
Gerade der Krügerrand profitiert von seiner enormen Bekanntheit und seiner hohen Marktliquidität.
Was kaufen professionelle Anleger?
Die Antwort lautet häufig:
Beides.
Viele Anleger kombinieren Goldbarren und Goldmünzen.
Größere Vermögen werden oft teilweise in Barren angelegt, während Krügerrand-Münzen für Flexibilität beim späteren Verkauf sorgen.
Worauf sollte man beim Kauf achten?
Unabhängig davon, ob Sie sich für Goldbarren oder den Krügerrand entscheiden:
- Kaufen Sie ausschließlich bei seriösen Edelmetallhändlern.
- Achten Sie auf transparente Preise.
- Vergleichen Sie die Aufgelder.
- Bewahren Sie Rechnungen sorgfältig auf.
- Lagern Sie Gold sicher und möglichst versichert.
Der steuerliche Vorteil
Anlagegold ist in Deutschland nach § 25c Umsatzsteuergesetz mehrwertsteuerfrei.
Darüber hinaus können Gewinne aus dem Verkauf von physischem Gold bei privater Haltung nach einer Haltedauer von mindestens zwölf Monaten nach derzeitiger Rechtslage grundsätzlich steuerfrei sein. Da steuerliche Regelungen von den persönlichen Umständen abhängen können und sich ändern können, empfiehlt sich bei Fragen eine individuelle steuerliche Beratung.
Für wen eignet sich Goldbarren?
Goldbarren sind insbesondere interessant für Anleger,
- die größere Beträge investieren möchten,
- möglichst wenig Aufgeld zahlen wollen,
- Gold langfristig halten,
- keinen regelmäßigen Teilverkauf planen.
Für wen eignet sich der Krügerrand?
Der Krügerrand eignet sich besonders für Anleger,
- die maximale Handelbarkeit wünschen,
- weltweit akzeptierte Anlagemünzen bevorzugen,
- flexibel bleiben möchten,
- auf eine seit Jahrzehnten etablierte Investmentmünze setzen.
Das Fazit
Eine pauschale Antwort gibt es nicht.
Wer ausschließlich möglichst viel Gold für sein Geld erwerben möchte, findet in Goldbarren eine interessante Lösung.
Wer dagegen besonderen Wert auf internationale Akzeptanz, hohe Liquidität und einen unkomplizierten Wiederverkauf legt, ist mit dem Krügerrand hervorragend aufgestellt.
Viele erfahrene Edelmetallanleger kombinieren beide Anlageformen und nutzen damit die jeweiligen Vorteile. Unabhängig von der gewählten Form gilt: Physisches Gold sollte nicht als kurzfristige Spekulation verstanden werden, sondern als langfristiger Baustein einer breit aufgestellten Vermögensstrategie.
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