Startseite Allgemeines Deutlich weniger unerlaubte Einreisen und Schleusungen nach Deutschland
Allgemeines

Deutlich weniger unerlaubte Einreisen und Schleusungen nach Deutschland

TechLine (CC0), Pixabay
Teilen

Bundeslagebild verzeichnet für 2025 einen starken Rückgang – lebensgefährliche Transportmethoden bleiben ein Problem

Die Zahl der unerlaubten Einreisen und der registrierten Schleusungsdelikte nach Deutschland ist im Jahr 2025 deutlich zurückgegangen. Das geht aus dem neuen Bundeslagebild zur Schleusungskriminalität hervor.

Nach Angaben der Behörden wurden trotz verstärkter Kontrollen an den deutschen Binnengrenzen weniger unerlaubt einreisende Personen festgestellt. Dies könne darauf hindeuten, dass sich die Situation bereits an den europäischen Außengrenzen verändert habe und insgesamt weniger Menschen irregulär nach Deutschland gelangten.

Zahl der Schleusungsfälle sinkt um fast 42 Prozent

Nach mehreren Jahren mit steigenden Zahlen ging die Gesamtzahl der Fälle des Einschleusens von Ausländern nach den Paragrafen 96 und 97 des Aufenthaltsgesetzes im Vergleich zu 2024 um 41,9 Prozent zurück.

Auch die Zahl der Tatverdächtigen sank deutlich. Während 2024 noch 4.015 Personen registriert worden waren, waren es 2025 insgesamt 3.088. Das entspricht einem Rückgang von 23,1 Prozent.

Als wesentlichen Grund nennt das Bundeslagebild die insgesamt gesunkene irreguläre Migration.

Beim allgemeinen Einschleusen von Ausländern nach Paragraf 96 des Aufenthaltsgesetzes verringerte sich die Zahl der registrierten Fälle von 7.607 auf 4.475. Das entspricht einem Minus von 41,2 Prozent.

Die Zahl der Tatverdächtigen in diesem Bereich ging von 3.788 auf 2.878 zurück und sank damit um rund 24 Prozent.

Weniger bandenmäßige und besonders schwere Schleusungen

Auch bei gewerbs- und bandenmäßig organisierten Schleusungen sowie beim Einschleusen mit Todesfolge meldeten die Behörden einen deutlichen Rückgang.

Die Zahl dieser Straftaten sank von 347 Fällen im Jahr 2024 auf 147 Fälle im Jahr 2025. Das entspricht einem Rückgang von 57,6 Prozent.

Die Zahl der Tatverdächtigen verringerte sich dagegen vergleichsweise gering: von 227 auf 210 Personen und damit um 7,5 Prozent.

Menschen weiterhin in Containern und Kofferräumen transportiert

Trotz der insgesamt rückläufigen Zahlen bleiben besonders gefährliche Schleusungsmethoden ein erhebliches Problem. Dazu gehören sogenannte Behältnisschleusungen, bei denen Menschen in geschlossenen Fahrzeugen, Containern, Lastwagen oder Kofferräumen transportiert werden.

Im Jahr 2025 wurden 142 solcher Fälle registriert. Ein Jahr zuvor waren es noch 279 gewesen.

Die Betroffenen werden dabei häufig über längere Zeit ohne ausreichend Luft, Wasser oder Bewegungsmöglichkeiten eingeschlossen. Die Transporte können zu Erstickung, Dehydrierung, Unterkühlung oder schweren Verletzungen führen.

Nach Schleusungen über den Seeweg gehören Behältnistransporte zu den Schleusungsformen mit den meisten bekannten Todesopfern auf dem Weg nach oder innerhalb Europas. Bei Überfahrten über das Mittelmeer werden häufig überfüllte und nicht seetaugliche Boote eingesetzt.

Wichtigste Route führte über das östliche Mittelmeer

Schleusungen nach Deutschland erfolgten 2025 vor allem über die ostmediterrane Route. Diese führt von der Türkei über das östliche Mittelmeer nach Griechenland und anschließend häufig über Staaten entlang der Balkanroute in weitere Länder der Europäischen Union.

Für Schleusungen nach Europa insgesamt blieb die zentrale Mittelmeerroute besonders bedeutend. Sie führt von nordafrikanischen Staaten über das Mittelmeer, insbesondere in Richtung Italien und Malta.

Schleusungsnetzwerke reagieren nach Einschätzung der Behörden flexibel auf verstärkte Grenzkontrollen, politische Veränderungen und neue Fluchtrouten. Werden einzelne Wege stärker überwacht, verlagern sich die Aktivitäten häufig auf andere Grenzabschnitte oder gefährlichere Transportmöglichkeiten.

Behörden wollen Geldströme der Netzwerke treffen

Die Bekämpfung der Schleusungskriminalität erfordert nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden eine enge internationale Zusammenarbeit. Ermittler in Herkunfts-, Transit- und Zielländern müssten Informationen austauschen und gemeinsam gegen grenzüberschreitende Netzwerke vorgehen.

Dabei soll nicht nur die eigentliche Beförderung von Menschen verfolgt werden. Zunehmend richtet sich der Blick auf die wirtschaftlichen Strukturen der kriminellen Organisationen.

Strafverfolgungsbehörden, Zoll, Steuerfahndung und Finanzaufsicht sollen enger zusammenarbeiten, um Zahlungswege aufzudecken, Vermögenswerte zu beschlagnahmen und den Schleusernetzwerken ihre finanzielle Grundlage zu entziehen.

Die Zahlen für 2025 zeigen zwar eine deutliche Entspannung bei den registrierten Fällen. Eine Entwarnung geben die Behörden dennoch nicht. Schleusungen bleiben ein international organisiertes Geschäft, bei dem Menschen häufig erheblichen Gefahren ausgesetzt werden.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Internationale Ermittler zerschlagen weltweiten Phishing-Dienst „Kratos“

Mehr als 200 Server abgeschaltet – mutmaßlicher Administrator in Indonesien festgenommen Deutschen...

Allgemeines

Sexueller Missbrauch Minderjähriger: Fallzahlen bleiben auf alarmierend hohem Niveau

Immer mehr Taten finden im Internet statt – auch künstliche Intelligenz eröffnet...

Allgemeines

Goldpreis schlägt Alarm – Finanzsystem legt vorsorglich Ohrstöpsel an

Der Goldpreis ist zu Jahresbeginn auf mehr als 5.500 Dollar je Feinunze...

Allgemeines

XSUPRA GmbH: Vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet

Das Amtsgericht Halle (Saale) hat im Insolvenzantragsverfahren über das Vermögen der XSUPRA...