Was für ein Finale – und was für ein Nervenkrimi im Crucible Theatre. Wu Yize hat sich in einem der dramatischsten Endspiele der vergangenen Jahrzehnte zum Snooker-Weltmeister gekrönt. Mit 18:17 bezwang der Chinese den Engländer Shaun Murphy erst im alles entscheidenden letzten Frame.
Damit schreibt Wu Geschichte: Er ist der zweitjüngste Weltmeister der Crucible-Ära – und tritt in die Fußstapfen seines Landsmanns Zhao Xintong, der erst im Vorjahr den Titel nach China holte. Spätestens jetzt ist klar: Die neue Snooker-Macht kommt aus Fernost.
Das Finale selbst hatte alles, was diesen Sport ausmacht. Hochklassige Breaks, taktische Finessen – und vor allem: maximale Spannung. Immer wieder ging Wu in Führung, immer wieder kämpfte sich Murphy zurück. Noch im vorletzten Frame schien der Titel greifbar für Wu, doch ein einfacher Fehler brachte Murphy zurück ins Spiel. Der Routinier nutzte die Chance eiskalt und erzwang ein Entscheidungsframe.
Dort aber behielt Wu die Nerven. Mit einem starken Break von 85 Punkten machte er alles klar – und krönte sich nach Wochen konstanter Leistungen zum neuen Champion.
Für Murphy bleibt erneut nur die Rolle des tragischen Verlierers. Bereits zum vierten Mal scheitert er im Finale. Dabei zeigte auch er Snooker auf höchstem Niveau, unter anderem mit einer 131er-Clearance. Doch am Ende fehlte wieder das letzte Quäntchen Glück.
Wu hingegen erlebt den größten Moment seiner Karriere. Emotional bedankte er sich bei seinen Eltern, die ihn auf seinem Weg unterstützt haben. Sportlich katapultiert ihn der Triumph in die Weltspitze – und macht ihn endgültig zu einem der neuen Gesichter des Snookers.
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