Startseite Allgemeines Selenskyj zieht die richtige Konsequenz und entlässt Armeechef Syrskyj
Allgemeines

Selenskyj zieht die richtige Konsequenz und entlässt Armeechef Syrskyj

ChiaJo (CC0), Pixabay
Teilen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Armeechef Oleksandr Syrskyj abgesetzt und damit auf die wachsende Kritik innerhalb der Streitkräfte und der Bevölkerung reagiert. Nach den schweren Spannungen zwischen Syrskyj und dem zuvor entlassenen Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow war dieser Schritt notwendig geworden.

In mehreren ukrainischen Städten hatten Tausende Menschen gegen Fedorows Entlassung demonstriert und zugleich den Rücktritt Syrskyjs gefordert. Dem General wurde vorgeworfen, dringend benötigte Reformen im Verteidigungsministerium blockiert und problematische Strukturen innerhalb der Armee begünstigt zu haben.

Syrskyj hatte sich in den ersten Jahren des russischen Angriffskrieges große Verdienste erworben. Er war maßgeblich an der Verteidigung Kiews und an erfolgreichen ukrainischen Gegenoffensiven beteiligt. Diese Leistungen dürfen nicht vergessen werden. Dennoch wuchs in den vergangenen Monaten die Kritik an seiner Führung deutlich.

Vor allem die hohen Verluste bei militärischen Operationen, Berichte über Missstände in der Ausbildung sowie ungeklärte Todesfälle unter Rekruten hatten das Vertrauen in den Oberbefehlshaber geschwächt. Hinzu kam der offene Machtkampf mit Fedorow, der die Handlungsfähigkeit der politischen und militärischen Führung zunehmend belastete.

Selenskyj hatte nach eigenen Angaben mehrfach versucht, zwischen beiden Seiten zu vermitteln. Wenn zentrale Verantwortliche jedoch nicht mehr miteinander arbeiten können und notwendige Reformen blockiert werden, muss ein Präsident handeln.

Die Entlassung Syrskyjs ist deshalb kein Zeichen von Schwäche, sondern von Verantwortung. Gerade in einem Krieg kann sich die Ukraine keine persönlichen Machtkämpfe, gegenseitigen Ultimaten und festgefahrenen Strukturen leisten. Militärische Verdienste dürfen niemanden dauerhaft vor berechtigter Kritik schützen.

Mit Mychajlo Drapatyi soll nun ein jüngerer General die Führung der Streitkräfte übernehmen. Von ihm wird erwartet, dass er verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnt, die Ausbildung verbessert und die Zusammenarbeit zwischen Militär und politischer Führung neu ordnet.

Selenskyj hat mit der Absetzung Syrskyjs spät, aber richtig reagiert. Wer Reformen behindert, innerhalb der Truppe umstritten ist und die Einheit der ukrainischen Führung gefährdet, kann in einer solchen Position nicht bleiben.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

BaFin warnt vor protrader-finanz.de

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt vor Angeboten über die Internetseite protrader-finanz.de...

Allgemeines

Marlon B. James ist tot – Eine Stimme der Söhne Mannheims ist verstummt

Der frühere Söhne-Mannheims-Musiker Marlon B. James ist im Alter von 60 Jahren...

Allgemeines

DAX stabilisiert sich zum Wochenschluss – doch die Nervosität bleibt

Zum Ende einer schwachen Börsenwoche versucht der deutsche Aktienmarkt am Freitag eine...

Allgemeines

Bundestag streitet über Haushalt, Sicherheit und Deutschlands Rolle in der Welt

In der 92. Sitzung des Deutschen Bundestages am 9. September 2026 stand...