Was für ein Abend! Was für ein Gefühl! Schalke ist wieder da! Königsblau gewinnt bei Union Berlin mit 3:1 – und nach diesem Spiel möchte man eigentlich nur noch den alten Klassiker anstimmen: Oh, wie ist das schön!
Nach den ersten beiden Bundesliga-Partien ohne eigenes Tor war die Sehnsucht riesig. Und dann kam endlich dieser Moment, auf den wir Schalker gewartet haben.
- Minute: Union bekommt den Ball im eigenen Strafraum nicht richtig weg, Robin Gosens nimmt Maß und zieht von halblinks volley ab. Der Ball klatscht an den langen Pfosten und von dort ins Netz.
TOOOOOOR FÜR SCHALKE!
Nach 1203 Tagen ist Königsblau wieder mit einem Treffer in der Bundesliga angekommen. 1203 Tage! Da darf man als Schalker ruhig einmal kurz überprüfen, ob man nicht doch träumt.
Ausgerechnet Gosens macht das Ding. Und weil er früher selbst für Union gespielt hat, verzichtet er aus Respekt auf den großen Jubel.
Völlig verständlich.
Den Jubel übernehmen wir!
Denn Schalke ist von Beginn an richtig drin in diesem Spiel. Selbst ohne Moussa Sylla, der wegen der Geburt seines dritten Kindes bei seiner Familie bleibt, erspielt sich Königsblau die besseren Chancen. Eigentlich hätten wir schon zur Halbzeit deutlicher führen müssen.
Aouchiche frei vor dem Tor – Rönnow hält.
Adamu aus kurzer Distanz – wieder Rönnow.
Man kennt das als Schalke-Fan: Wenn du solche Chancen liegen lässt, beginnt irgendwo im Hinterkopf schon die Stimme zu flüstern: „Das rächt sich noch.“
Aber diesmal nicht.
Was für ein Start in die zweite Halbzeit!
Kaum läuft das Spiel wieder, kombiniert Schalke plötzlich wie aus dem Bilderbuch.
Aouchiche legt einen langen Ball auf Adamu zurück, bekommt die Kugel direkt wieder in den Lauf – und dann hämmert er das Ding unter die Latte.
2:0!
Und spätestens jetzt war klar: Heute geht hier was.
Nicht irgendwie.
Nicht glücklich.
Sondern richtig!
Schalke spielt mutig, Schalke spielt mit Leidenschaft und Schalke wirkt plötzlich so, als hätte diese Mannschaft endgültig verstanden, dass sie wieder Bundesliga spielt.
Union kommt lange überhaupt nicht zurecht. Erst in der Schlussphase werden die Berliner gefährlicher.
Dann fällt in der Nachspielzeit tatsächlich noch das 1:2.
Und natürlich denkt jeder Schalker in diesem Moment sofort dasselbe:
Bitte. Nicht. Schon. Wieder.
Denn wir kennen unseren Verein schließlich lange genug.
Doch diesmal gibt es kein Drama.
Oder zumindest kein Drama gegen uns.
In der 13. Minute der Nachspielzeit macht Max Wöber den Deckel drauf.
1:3! AUS! VORBEI! DREI PUNKTE!
Und plötzlich fühlt sich Bundesliga wieder verdammt gut an.
Ein Abend mit einer ungewöhnlichen Unterbrechung
Bei aller Freude darf aber auch ein unschöner Moment des Spiels nicht untergehen.
Schiedsrichter Timo Gerach verletzte sich während der zweiten Halbzeit an der Wade und konnte die Partie nicht fortsetzen. Das Spiel war deshalb mehrere Minuten unterbrochen, ehe der vierte Offizielle Jarno Wienefeld übernahm.
An dieser Stelle deshalb ganz unabhängig von Vereinsfarben:
Gute Besserung, Timo Gerach! Hoffentlich ist die Verletzung nicht schlimmer und Sie stehen schnell wieder gesund auf dem Platz.
Fußball ist wichtig.
Gesundheit ist wichtiger.
Und Schalke?
Schalke nimmt drei Punkte mit nach Hause.
Schalke erzielt endlich wieder Bundesliga-Tore.
Schalke gewinnt auswärts.
Und Trainer Miron Muslic bringt es nach dem Spiel auf den Punkt: Seine Mannschaft ist in der Bundesliga angekommen.
Genau so fühlt es sich auch an.
Nach dem 0:3 gegen Augsburg und dem 0:0 gegen Bayern war noch viel Skepsis da. Jetzt steht dieser 3:1-Auswärtssieg bei Union Berlin.
Und plötzlich sieht die königsblaue Welt schon wieder ganz anders aus.
Natürlich wissen wir Schalker: Euphorie kann bei diesem Verein gefährlich sein.
Aber ganz ehrlich?
Heute ist uns das egal.
Heute wird nicht gerechnet.
Heute wird nicht gemeckert.
Heute wird nicht über die nächsten schweren Spiele gesprochen.
Heute genießen wir einfach diesen Abend.
Denn Schalke gewinnt wieder in der Bundesliga.
Drei Tore.
Drei Punkte.
Auswärtssieg.
Und deshalb gibt es eigentlich nur noch einen Satz:
Oh, wie ist das schön!
Glück auf – und gute Besserung an Schiedsrichter Timo Gerach!
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