Glück auf, Schalker!
Edin Džeko hat uns mit seinen Toren beim Aufstieg geholfen. Dafür gebührt ihm Respekt. Sechs Treffer, drei Vorlagen – niemand muss so tun, als hätte er nichts geleistet.
Aber jetzt reden wir über die Bundesliga. Über Abstiegskampf, harte Zweikämpfe, Tempo und 34 Spieltage voller Drecksarbeit. Und da frage ich mich ernsthaft: Ist ein 40-jähriger Stürmer für bis zu 1,3 Millionen Euro wirklich die Antwort auf unsere Probleme?
Wir brauchen keine große Abschiedstournee. Wir brauchen Spieler, die 90 Minuten pressen, jedem verlorenen Ball hinterherjagen und nach einem Rückstand nicht mit hängendem Kopf über den Platz schleichen. Spieler, die Gras fressen, wenn es sein muss. Junge, hungrige Kerle, die sich für Schalke zerreißen und nicht nur wegen eines großen Namens gefeiert werden.
Auf Schalke haben wir uns viel zu oft von bekannten Namen blenden lassen. Am Ende standen hohe Gehälter, wenig Tempo und noch weniger Zukunft. Haben wir daraus wirklich nichts gelernt?
Džeko besitzt Erfahrung, Klasse und Persönlichkeit – keine Frage. Aber Erfahrung allein hält uns nicht in der Bundesliga. Charakter zeigt sich nicht im Lebenslauf, sondern auf dem Platz: im Sprint in der 89. Minute, in der Grätsche vor der Nordkurve und im unbedingten Willen, keinen Zentimeter herzugeben.
Wenn Džeko für kleines Geld kommt, sich ohne Sonderstatus in den Dienst der Mannschaft stellt und weiterhin Leistung bringt: herzlich willkommen. Aber als Topverdiener und Mittelpunkt der nächsten Saison? Da habe ich große Bauchschmerzen.
Schalke darf kein Altersheim für verdiente Stars werden. Schalke muss wieder eine Mannschaft haben, vor der sich jeder Gegner ekelt.
Wir brauchen keine Rentner-Romantik. Wir brauchen Kämpfer. Wir brauchen Malocher. Wir brauchen Spieler, die Schalke leben!
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