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Burnham stellt sich auf Konfrontation mit Trump ein: „Britanniens Interessen stehen an erster Stelle“

aitoff (CC0), Pixabay
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Der neue britische Premierminister Andy Burnham schlägt gegenüber US-Präsident Donald Trump einen selbstbewussten Ton an. In seinem ersten großen Interview seit dem Amtsantritt macht er deutlich: Sollte es nötig sein, werde er dem mächtigsten Verbündeten Großbritanniens offen widersprechen.

Andy Burnham ist erst seit kurzer Zeit im Amt, doch seine außenpolitische Linie formuliert er bereits unmissverständlich. Großbritannien werde eng mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten – aber nicht um jeden Preis.

In einem exklusiven Interview mit der BBC erklärte Burnham, er sei bereit, Donald Trump öffentlich entgegenzutreten, wenn dies zur Verteidigung der britischen Interessen erforderlich sei.

„Man muss die eigenen nationalen Interessen vor alles andere stellen“, sagte der Premierminister. Genau das werde von jemandem erwartet, der dieses Amt verantwortungsvoll ausüben wolle.

Sein erstes Gespräch mit Trump beschrieb Burnham zwar als positiv. Der US-Präsident sei ihm gegenüber „wirklich herzlich“ aufgetreten. Doch auf die Frage, ob er Trump vertraue, wich der Premierminister gleich zweimal einer eindeutigen Antwort aus.

Die Welt befinde sich im Wandel, sagte Burnham. Deshalb müsse man politische Entwicklungen von Fall zu Fall bewerten.

Damit ließ er bewusst offen, wie belastbar das Verhältnis zwischen London und Washington künftig sein wird.

Kritik an Trumps Iran-Politik

Besonders deutlich wurde Burnham beim Thema Iran. Die Entscheidung des US-Präsidenten, den Konflikt zu beginnen, habe ihm Sorgen bereitet.

Er werde sich nicht davor scheuen, seine Meinung auszusprechen, wenn er glaube, dass eine Entscheidung falsch sei, betonte Burnham.

„Ich kann nicht versprechen, dass ich niemals eine andere Position als Präsident Trump vertreten werde“, sagte er. Wenn eine abweichende Haltung für Großbritannien richtig sei, müsse er sie auch öffentlich formulieren.

Die Aussagen markieren einen spürbaren Balanceakt: Burnham will die enge Partnerschaft mit den USA erhalten, zugleich aber demonstrieren, dass Großbritannien unter seiner Führung keine amerikanischen Entscheidungen automatisch mittragen wird.

Streitpunkt Verteidigungsausgaben

Weniger eindeutig äußerte sich der Premierminister zur Zukunft des britischen Verteidigungshaushalts.

Burnham wollte keinen konkreten Zeitpunkt nennen, bis zu dem Großbritannien drei Prozent seiner Wirtschaftsleistung für die Verteidigung ausgeben soll.

Das Thema ist politisch brisant. Sein neuer Finanzminister John Healey hatte die vorherige Regierung verlassen, weil sie sich nicht verbindlich dazu bekannte, das Drei-Prozent-Ziel bereits bis 2030 zu erreichen. Healey warnte damals, ohne eine solche Zusage könne die Sicherheit des Landes gefährdet sein.

Burnham erklärte, ihm sei diese Haltung bekannt gewesen, als er Healey in sein Kabinett berief.

Zunächst müsse die Regierung jedoch sicherstellen, dass der bestehende Investitionsplan für die Streitkräfte vollständig finanziert sei. Weitere Entscheidungen sollten auf dem Weg zum Haushalt später im Jahr getroffen werden.

Auf die erneute Frage, wann das Drei-Prozent-Ziel erreicht werden könne, antwortete Burnham lediglich: „Wir müssen herausfinden, wie wir das schaffen.“

Keine vorgezogene Neuwahl

Innenpolitisch sorgte Burnham ebenfalls für Klarheit. Spekulationen über eine vorgezogene Parlamentswahl vor 2029 wies er ausdrücklich zurück.

„Ich schließe das aus“, erklärte der Premierminister. Die Bevölkerung wolle derzeit keine weitere Wahl.

Seine Priorität sei es vielmehr, Großbritannien wirtschaftlich und politisch wieder zu stabilisieren und „das Land dorthin zurückzubringen, wo es sein sollte“.

Burnhams Botschaft nach den ersten Tagen im Amt ist damit klar: außenpolitische Eigenständigkeit, vorsichtige Entscheidungen bei den Staatsausgaben und keine schnelle Flucht an die Wahlurnen. Gegenüber Donald Trump setzt er auf Zusammenarbeit – behält sich aber den offenen Widerspruch ausdrücklich vor.

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