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Samsung liebäugelt mit Mistral – Europa bekommt vielleicht endlich eine KI mit ordentlich Speicher

2857440 (CC0), Pixabay
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Samsung denkt offenbar darüber nach, beim französischen KI-Unternehmen Mistral einzusteigen. Laut einem Bericht der „Financial Times“ könnte der südkoreanische Chipkonzern in der nächsten Finanzierungsrunde bis zu eine Milliarde Euro investieren.

Das wäre für Mistral ein ziemlich komfortabler Geldregen. Das Unternehmen würde dabei mit rund zwanzig Milliarden Euro bewertet. Vor knapp einem Jahr, beim Einstieg des Chipmaschinenherstellers ASML, waren es noch etwa zwölf Milliarden.

Mit anderen Worten: Die KI hat in wenigen Monaten acht Milliarden Euro dazugelernt. Menschen brauchen für so einen Wertzuwachs meist mehrere Immobilien, ein Erbe und sehr optimistische Steuerberater.

Mistral gilt als europäische Antwort auf OpenAI und Anthropic. Europa hat damit endlich eine eigene große KI-Hoffnung – also ein Unternehmen, über das man sagen kann: „Wir sind technologisch unabhängig“, während gleichzeitig amerikanische Cloudanbieter, asiatische Chiphersteller und internationale Investoren mit am Tisch sitzen.

Samsung könnte dabei gleich mehrfach profitieren. Der Konzern produziert Speicherchips, und moderne KI braucht davon ungefähr so viel wie politische Strategiepapiere das Wort „Transformation“. Je größer die Modelle werden, desto mehr Rechenleistung und Speicher werden benötigt.

Ein Einstieg wäre also nicht nur romantische Technologiefreundschaft, sondern möglicherweise auch ein sehr geschickter Weg, einem künftigen Großkunden gleich ein Stück des Unternehmens abzukaufen.

Für Mistral wiederum wäre Samsung ein Partner mit tiefen Taschen und noch tieferen Chipfabriken. Das französische Unternehmen profitiert davon, dass Unternehmen und Behörden in Europa nach Alternativen zu den dominierenden KI-Anbietern aus den USA und China suchen.

Die Sehnsucht ist groß: eine europäische KI, europäische Daten, europäische Regeln – und vielleicht sogar eine Datenschutzerklärung, die kürzer ist als ein russischer Roman.

Ganz ohne amerikanische Hilfe geht es allerdings offenbar nicht. Erst am Dienstag vereinbarte Mistral eine milliardenschwere Kooperation mit Microsoft.

Damit nimmt Europas KI-Unabhängigkeit langsam konkrete Formen an: entwickelt in Frankreich, finanziert womöglich aus Südkorea und betrieben mit Unterstützung eines US-Cloudkonzerns.

Man könnte auch sagen: strategische Souveränität mit internationaler Wohngemeinschaft.

Sollte Samsung tatsächlich einsteigen, dürfte Mistral finanziell noch stärker dastehen. Und Europa könnte stolz verkünden, nun über eine ernsthafte Antwort auf OpenAI zu verfügen.

Die Antwort lautet dann ungefähr:

„Bonjour, powered by Samsung and hosted by Microsoft.“

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