Im Fall eines großen Durchfallausbruchs in den USA gibt es eine neue Wendung: Eine Probe von Eisbergsalat, die zunächst positiv auf den Parasiten Cyclospora getestet worden war, war offenbar doch nicht positiv.
Die US-Lebensmittelbehörde FDA überprüfte das Ergebnis erneut und kam zu dem Schluss, dass es sich um einen Fehlalarm handelte. Damit ist klar: Der Salat war möglicherweise unschuldig – der wahre Übeltäter ist weiterhin auf freiem Fuß.
Tausende Erkrankte, Quelle weiter unbekannt
Mehrere Tausend Menschen sollen sich mit Cyclospora infiziert haben. Mindestens 94 Betroffene mussten im Krankenhaus behandelt werden. Todesfälle wurden bislang nicht gemeldet.
Die Infektion kann heftigen, wässrigen Durchfall, Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit auslösen. Die Symptome treten teilweise erst nach zwei Wochen auf – genug Zeit also, um den verdächtigen Salat längst gegessen, vergessen und möglicherweise erneut bestellt zu haben.
Die betroffene Probe stammte vom Lebensmittelzulieferer Taylor Farms, der unter anderem die Fast-Food-Kette Taco Bell beliefert. Das Unternehmen hatte vorsorglich Eisbergsalat aus Zentralmexiko vom Markt genommen.
FDA findet Fehler im eigenen Test
Nach Angaben der FDA war der Nachweis des Parasiten technisch besonders kompliziert. Fachleute hätten die Laborergebnisse deshalb noch einmal überprüft und festgestellt, dass das vermeintlich positive Signal kein echter Nachweis gewesen sei.
Oder einfacher gesagt: Der Test sagte zunächst „Ja“, das Labor später „Eigentlich nein“.
Die genaue Ursache des Ausbruchs bleibt damit unbekannt. Die FDA untersucht weiter, welches Produkt tatsächlich für die Erkrankungen verantwortlich sein könnte.
Taco Bell entfernt Salat
Die US-Gesundheitsbehörde CDC rät weiterhin davon ab, geraspelten Eisbergsalat in bestimmten Taco-Bell-Filialen in Indiana, Kentucky, Michigan, Ohio und West Virginia zu essen.
Taco Bell erklärte, der betroffene Salat sei inzwischen vollständig aus den Restaurants entfernt worden. Taylor Farms stoppte außerdem die Annahme und Verteilung bestimmter Lieferungen aus Zentralmexiko.
Für die Kundschaft bleibt damit vorerst nur eine einfache Regel: Taco bestellen, aber beim Salat lieber misstrauisch schauen.
Kein Freispruch für den Eisberg
Obwohl die positive Probe falsch war, ist die Untersuchung noch nicht abgeschlossen. Die Behörden prüfen weiterhin, welche Produkte mit dem Parasiten belastet gewesen sein könnten.
Der Eisbergsalat ist also nicht verurteilt – aber vollständig aus dem Schneider ist er auch noch nicht.
Bis die Quelle gefunden ist, gilt: In amerikanischen Fast-Food-Restaurants könnte ausgerechnet das Gemüse der riskanteste Teil der Bestellung sein.
Kommentar hinterlassen