Russland hat offenbar ein kleines Problemchen: Die ukrainischen Drohnen treffen inzwischen nicht mehr nur symbolisch irgendwelche Felder oder Lagerhallen, sondern zunehmend genau die Stellen, an denen Putins Kriegskasse besonders empfindlich ist – die Öl- und Raffinerie-Infrastruktur.
Die Folge: Moskau stoppt jetzt bis Ende November den Export von Kerosin. Offizielle Begründung des Kremls:
Man wolle die „Stabilität des heimischen Kraftstoffmarktes gewährleisten“.
Übersetzt heißt das ungefähr:
„Uns geht langsam der Sprit aus.“
Bereits zuvor hatte Russland den Benzinexport eingeschränkt. Jetzt trifft es auch Kerosin – also genau den Stoff, den Flugzeuge und Militärlogistik nicht ganz unwichtig finden.
Und das kommt nicht von ungefähr:
Die Ukraine greift seit Monaten gezielt russische Raffinerien, Öllager und Energieanlagen an. Immer öfter steigen irgendwo in Russland gigantische schwarze Rauchwolken auf, begleitet von den inzwischen traditionellen Sätzen:
„Die Lage ist unter Kontrolle.“
und
„Es gibt keine größeren Schäden.“
Kurz darauf wird dann meistens doch der Notstand ausgerufen.
Besonders unangenehm dürfte für Moskau der Angriff auf die Raffinerie in Saratow gewesen sein. Dort brannte es so heftig, dass selbst Satellitenbilder vermutlich kurz dachten:
„Das sieht teuer aus.“
Auch auf der Krim wird inzwischen Benzin rationiert. Der von Russland eingesetzte Gouverneur versucht die Bevölkerung zwar zu beruhigen, aber wenn Menschen plötzlich nur noch begrenzt tanken dürfen, wird selbst in Russland irgendwann klar:
Vielleicht läuft der Krieg wirtschaftlich doch nicht ganz nach Plan.
Besonders bitter:
Russland profitiert derzeit eigentlich von hohen Ölpreisen wegen der Spannungen im Nahen Osten und der Blockade der Straße von Hormus. Eigentlich perfekte Bedingungen für den Kreml.
Nur blöd, wenn gleichzeitig die eigenen Raffinerien in Flammen stehen.
Experten sprechen inzwischen offen davon, dass die ukrainischen Angriffe Wirkung zeigen. Die Dieselproduktion sank laut Reuters bereits zwei Monate in Folge um rund zehn Prozent. Raffinerien müssen ihre Produktion drosseln oder zeitweise ganz einstellen.
Und während Russland versucht, den heimischen Markt irgendwie stabil zu halten, läuft der Krieg natürlich trotzdem weiter. Denn wie immer gilt:
Weniger Kerosin bedeutet nicht weniger Raketen.
Nur mehr Stress für die Logistik.
Die eigentliche Ironie:
Russland galt jahrzehntelang als Energiegigant.
Jetzt muss ausgerechnet die „Tankstelle der Welt“ anfangen, selbst Treibstoff zu rationieren.
Das ist ungefähr so, als würde Italien plötzlich Pasta nur noch auf Bezugsschein ausgeben.
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