Autos zusammenschrauben, Operationen durchführen oder Pakete sortieren – all das schaffen moderne Roboter längst problemlos. Doch bei einem einfachen T-Shirt stoßen selbst Hightech-Maschinen bis heute erstaunlich schnell an ihre Grenzen. Der Grund: Stoff ist weich, flexibel und chaotisch.
Trotz aller Automatisierung wird Kleidung weltweit deshalb noch immer überwiegend von Menschen gefertigt – meist in Niedriglohnländern in Asien.
Mehrere Technologieunternehmen arbeiten nun daran, genau das zu verändern. Besonders radikal ist der Ansatz des US-Unternehmens CreateMe: Statt Stoffe klassisch zu vernähen, werden sie verklebt. Roboter tragen dabei spezielle Klebstoffe auf und pressen die Textilien zusammen.
Bereits heute produziert die Firma auf diese Weise Damenunterwäsche. In den kommenden Monaten sollen auch T-Shirts folgen. Langfristig könnte dadurch ein Teil der Textilproduktion zurück in die USA oder nach Europa verlagert werden.
Befürworter sehen darin eine Chance, Lieferketten zu verkürzen und die Umweltbelastung der Modeindustrie zu reduzieren. Derzeit entstehen weltweit jedes Jahr rund 92 Millionen Tonnen Textilmüll. Hinzu kommen enorme Transportwege und hohe Wasserverbräuche.
Studien zeigen, dass automatisierte Produktion in Europa oder den USA die CO₂-Emissionen bei der Herstellung eines T-Shirts deutlich senken könnte. Vor allem sogenannte „On-Demand-Produktion“ gilt als Hoffnungsträger: Kleidung würde erst dann hergestellt, wenn sie tatsächlich bestellt wird.
Ganz ohne menschliche Arbeitskräfte wird die Branche jedoch auf absehbare Zeit nicht auskommen. Experten betonen, dass Roboter bislang Schwierigkeiten mit unterschiedlichen Stoffarten, Designs und komplexen Kleidungsstücken haben. Gerade modische Elemente wie sichtbare Nähte oder individuelle Schnitte seien technisch weiterhin anspruchsvoll.
Auch die wirtschaftlichen Folgen sorgen für Diskussionen. Millionen Menschen weltweit arbeiten in der Textilindustrie. Eine umfassende Automatisierung könnte zahlreiche Arbeitsplätze gefährden.
Branchenkenner gehen deshalb davon aus, dass Roboter und menschliche Arbeitskräfte künftig eher nebeneinander existieren werden. Während Spezialprodukte oder hochwertige Einzelanfertigungen zunehmend automatisiert entstehen könnten, dürfte die Massenproduktion günstiger Kleidung vorerst weiter in Asien bleiben.
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