Mit Verlaub, Herr Schulze: Vor der AfD zu warnen ersetzt noch kein eigenes Wahlprogramm. Dauernd zu erklären, was angeblich alles schlimm werden könnte, wenn andere regieren, erinnert inzwischen eher an den alten Fassbinder-Titel:
„Angst essen Seele auf.“
Aber Politik darf nicht nur aus Angstkampagnen bestehen.
Die Menschen in Sachsen-Anhalt wollen endlich Antworten auf ihre echten Sorgen:
Genau diese Fragen hätte die CDU in Sachsen-Anhalt längst offensiv angehen müssen.
Stattdessen entsteht immer stärker der Eindruck, dass es vor allem um den Erhalt eigener Macht und politischer Pfründe geht — nicht um ehrliche Selbstkritik. Denn eines gehört eben auch zur Wahrheit:
Die AfD ist nicht aus dem Nichts stark geworden. Sie ist auch das Ergebnis jahrelanger Versäumnisse der etablierten Parteien.
Und da hilft es wenig, immer nur nach Berlin zu zeigen.
Auch Sie persönlich, Herr Schulze, haben bislang weder als Wirtschaftsminister noch jetzt als Ministerpräsident ein politisches Profil entwickelt, bei dem viele Menschen sagen würden:
„Ja, dieser Mann hat das Land sichtbar vorangebracht.“
Wo sind die großen wirtschaftlichen Impulse geblieben?
Wo die neue Dynamik?
Wo das dauerhafte Gespräch mit den Bürgern?
Michael Kretschmer hat in Sachsen vorgemacht, wie man als Landespolitiker wieder direkt mit den Menschen spricht — auf Marktplätzen, in Turnhallen, an Küchentischen und auch dort, wo es unbequem wird.
In Sachsen-Anhalt vermisst man genau das oft schmerzlich.
Viele Bürger haben längst nicht mehr das Gefühl, dass ihre alltäglichen Sorgen wirklich verstanden werden:
steigende Lebenshaltungskosten,
Unsicherheit,
Ärztemangel,
fehlende Perspektiven im ländlichen Raum,
überforderte Kommunen.
Und genau deshalb wächst der Frust.
Wenn die CDU in Sachsen-Anhalt scheitert, dann vermutlich nicht wegen einer angeblich falsch verstandenen Politik aus Berlin.
Und auch nicht, weil die Bürger „verführt“ wurden.
Sondern weil die CDU im Land selbst zu oft verlernt hat zuzuhören, Probleme klar zu benennen und glaubwürdig Lösungen anzubieten.
Politik beginnt nicht mit Warnungen vor anderen.
Politik beginnt damit, die Sorgen der eigenen Bürger ernst zu nehmen — bevor es andere tun.
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