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Rache angekündigt – Iran bleibt seiner außenpolitischen To-do-Liste treu

Kaufdex (CC0), Pixabay
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Kaum ist Ajatollah Ali Chamenei beigesetzt, läuft in Teheran wieder der gewohnte Sendebetrieb. Die neue Staatsführung hat angekündigt, dass es für den Tod des ehemaligen Revolutionsführers selbstverständlich Rache geben werde. Schließlich wäre es im Nahen Osten fast schon unhöflich, nach einem solchen Ereignis einmal tief durchzuatmen.

In einer im Staatsfernsehen verlesenen Erklärung, die Chameneis Sohn und Nachfolger Modschtaba zugeschrieben wird, heißt es unmissverständlich: „Rache ist die Forderung unseres Volkes.“ Man könnte meinen, das Außenministerium arbeite inzwischen nach dem Motto: Diplomatie ist gut – Vergeltung klingt entschlossener.

Dabei herrscht offiziell seit Anfang April eine Waffenruhe zwischen dem Iran, den USA und Israel. Doch wie so oft in dieser Region scheint der Begriff „Waffenruhe“ eher als unverbindliche Handlungsempfehlung verstanden zu werden. Geschossen wird trotzdem – nur eben mit etwas mehr Gesprächsbereitschaft dazwischen.

Besonders die Straße von Hormus sorgt weiterhin für Hochspannung. Während die Welt auf freie Schifffahrt hofft, liefern sich die Beteiligten regelmäßig Diskussionen darüber, wem die strategisch wichtigste Wasserstraße der Welt eigentlich gehört. Man könnte fast glauben, die internationale Diplomatie sei inzwischen eine Mischung aus Monopoly und Risiko.

Für zusätzliche Spekulationen sorgt der neue oberste Führer Modschtaba Chamenei. Seit seiner Ernennung vor mehreren Monaten hat ihn niemand öffentlich gesehen. Keine Fernsehansprache, keine Pressekonferenz, kein Selfie, nicht einmal ein verwackeltes Handyvideo.

Stattdessen veröffentlicht die Führung regelmäßig schriftliche Botschaften. Das Staatsfernsehen bezeichnete ihn bereits als „Kriegsversehrten“, konkrete Informationen über seinen Gesundheitszustand bleiben jedoch aus. Westliche Medien spekulieren seit Monaten, ob er bei dem israelischen Luftangriff schwer verletzt wurde.

So bleibt der neue Revolutionsführer derzeit wohl einer der geheimnisvollsten Staatschefs der Welt. Während andere Regierungschefs täglich auf X, Instagram oder TikTok um Aufmerksamkeit kämpfen, setzt Teheran weiterhin auf das bewährte Prinzip: maximale Geheimhaltung, minimale Sichtbarkeit und möglichst viele Fragezeichen.

Eines allerdings scheint sicher: Solange jede neue Erklärung mit dem Versprechen von Vergeltung endet, dürfte der Nahe Osten seinem Ruf als Krisenregion leider treu bleiben. Frieden scheint dort nach wie vor die einzige Ankündigung zu sein, die regelmäßig verschoben wird.

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