Großbritannien darf aufatmen:
Wenn irgendwann einmal Prinz William auf dem Thron sitzt, wird das Königshaus offenbar nicht revolutioniert, nicht modernisiert bis zur Unkenntlichkeit und schon gar nicht mit allzu viel Temperament umgebaut.
Kurz gesagt:
Es bleibt alles anders – aber nur in homöopathischen Dosen.
Ein Adelsexperte erklärt jetzt nämlich, dass Prinz William im Gegensatz zu seinem Vater nicht „instinktiv radikal“ sei.
Was im königlichen Kontext ungefähr bedeutet:
Er wird vermutlich keine spontanen Grundsatzreden über Architektur, Umwelt, Kultur, Bildung oder die exakte korrekte Faltung von Servietten halten, während er durch einen Rosengarten schreitet.
Stattdessen gilt Prinz William als das, was das britische Establishment am meisten liebt:
verlässlich, geschniegelt, familienfreundlich und bitte maximal kontrolliert.
Er ist der royale Traum aller Menschen, die bei Veränderungen nervös werden.
Während frühere Thronfolger gerne mal öffentlich über den Zustand der Welt sinnierten, scheint Prinz William eher die Philosophie zu vertreten:
„Die Welt ist kompliziert genug, da muss wenigstens der Palast funktionieren.“
Und das tut er offenbar – zumindest auf dem Papier.
Denn Prinz William gilt als bodenständig.
Ein echtes Kunststück, wenn man in Schlössern lebt, von Personal umgeben ist und trotzdem als Mann des Volkes verkauft wird, weil man einmal Jeans getragen und erzählt hat, dass man Windeln gewechselt hat.
Ja, richtig:
Im modernen Königshaus reicht es inzwischen schon für das Prädikat „nahbar“, wenn ein zukünftiger Monarch nicht panisch vor einem Baby davonläuft.
Prinz William hat außerdem den Ruf, ein echter Familienmensch zu sein.
In königlicher Übersetzung heißt das:
Er verbringt tatsächlich Zeit mit Frau und Kindern und gilt damit schon fast als revolutionär – obwohl er laut Experten eben gerade nicht radikal ist.
Das ist die faszinierende Magie der Monarchie:
Wenn ein Mann seinen Nachwuchs kennt und im Homeschooling mithilft, wird daraus direkt eine Charakterstudie über die Zukunft der Krone.
Die Botschaft der Adelsbeobachter ist jedenfalls klar:
Prinz William wird eines Tages wohl nicht der große Umbauer, sondern eher der große Verwalter sein. Weniger Drama, weniger Vision, weniger historische Erschütterung.
Also genau das, was man sich in einem System wünscht, das seit Jahrhunderten davon lebt, mit maximalem Pomp möglichst wenig echte Veränderung zu produzieren.
Er soll die Monarchie „etwas weniger zeremoniell“ machen, heißt es.
Das klingt ungefähr so, als würde man Titanic-Passagieren mitteilen, dass das nächste Dinnerbuffet künftig mit etwas kleineren Silberhauben serviert wird.
Fazit:
Prinz William wird offenbar der König für alle, die Stabilität lieben, große Gefühle misstrauisch beäugen und Reformen am liebsten in Zeitlupe serviert bekommen.
Oder anders gesagt:
Nicht der Mann, der die Monarchie neu erfindet.
Sondern der Mann, der sie freundlich anlächelt, ein bisschen entstaubt – und dann genauso weitermacht wie immer.
Kommentar hinterlassen