Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat eine dringende Warnung vor den Internetseiten ravion-cryptiq-ai(.)net, ravioncryptiqai(.)org sowie ravioncryptiqai-system(.)com veröffentlicht. Nach Erkenntnissen der Finanzaufsicht besteht der Verdacht, dass die unbekannten Betreiber ohne die erforderliche Erlaubnis Finanz-, Wertpapier-, Kryptowerte- oder Zahlungsdienstleistungen anbieten.
Besonders gefährlich: Verbraucher werden offenbar gezielt dazu verleitet, vermeintliche Handelskonten zu eröffnen und dabei persönliche Daten preiszugeben. Die BaFin warnt ausdrücklich vor betrügerischen Handelsplattformen im Internet.
Nach Angaben der Behörde verfügen die Betreiber über keinerlei Zulassung für Finanzdienstleistungen in Deutschland. Trotzdem treten solche Plattformen häufig professionell auf, werben mit hohen Renditen und setzen Anleger oftmals massiv unter Druck, immer höhere Summen einzuzahlen.
Thomas Bremer: „Betroffene sollten sofort reagieren“
Der bekannte Graumarkt-Experte und Verbraucherschützer Thomas Bremer sieht in solchen Fällen ein typisches Muster organisierter Online-Anlagebetrüger.
„Viele dieser Plattformen arbeiten international organisiert und psychologisch äußerst geschickt. Die Webseiten wirken seriös, teilweise werden sogar angebliche KI-Handelssysteme oder automatisierte Kryptogewinne versprochen. Tatsächlich geht es häufig nur darum, Anleger möglichst schnell zu Einzahlungen zu bewegen“, erklärt Bremer.
Besonders kritisch sei laut Bremer, dass Betroffene oft erst sehr spät merken würden, dass sie Opfer eines mutmaßlichen Betrugs geworden sind.
„Viele Anleger hoffen zunächst noch auf Auszahlungen und zahlen immer weiter ein, weil ihnen angebliche Gewinne angezeigt werden. Genau das ist die große Gefahr. Die dargestellten Gewinne existieren häufig nur virtuell innerhalb des Systems.“
„Keine weiteren Zahlungen leisten“
Thomas Bremer rät Betroffenen deshalb dringend:
- keine weiteren Einzahlungen vorzunehmen,
- keine angeblichen Gebühren oder Steuern zu bezahlen,
- sämtliche Kommunikation und Zahlungsnachweise zu sichern,
- Passwörter und Zugänge sofort zu ändern,
- und Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten.
Besondere Vorsicht sei geboten, wenn angebliche „Broker“ oder „Account Manager“ telefonisch Druck ausüben.
„Sobald emotionaler Druck aufgebaut wird oder man zu schnellen Entscheidungen gedrängt wird, sollten bei Verbrauchern sämtliche Alarmglocken angehen“, so Bremer weiter.
Gefahr durch Datenmissbrauch
Hinzu kommt nach Einschätzung von Bremer ein weiteres Risiko: der Missbrauch persönlicher Daten.
„Wer Ausweiskopien, Telefonnummern oder Bankdaten auf solchen Plattformen hochgeladen hat, muss damit rechnen, dass diese Daten weiterverwendet oder verkauft werden. Deshalb sollten Betroffene auch ihre Bank informieren und Kontobewegungen genau überwachen.“
Die BaFin weist ebenfalls darauf hin, dass Unternehmen, die in Deutschland Finanz- oder Kryptodienstleistungen anbieten, zwingend über eine behördliche Zulassung verfügen müssen. Ob ein Anbieter registriert ist, können Verbraucher jederzeit in der Unternehmensdatenbank der BaFin überprüfen.
„Scham hilft nur den Tätern“
Thomas Bremer appelliert zudem an Betroffene, sich nicht aus Angst oder Scham zurückzuziehen.
„Viele Opfer schweigen viel zu lange, weil sie sich Vorwürfe machen. Aber genau davon profitieren die Täter. Wichtig ist, schnell zu handeln und sich Hilfe zu holen.“
Die aktuellen Warnungen zeigen erneut, wie professionell dubiose Online-Handelsplattformen inzwischen auftreten. Gerade im Bereich Kryptowährungen und KI-Anlagen nutzen Betrüger gezielt die Hoffnung vieler Menschen auf schnelle Gewinne aus. Umso wichtiger sei es, Angebote im Internet kritisch zu hinterfragen und niemals unter Zeitdruck Geld zu investieren.
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