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Tumulte um Meisterfinale: Schottischer Verband stärkt Schiedsrichter Robertson den Rücken

jorono (CC0), Pixabay
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Nach den chaotischen Szenen beim dramatischen Saisonfinale der Scottish Premiership hat sich der schottische Fußballverband SFA demonstrativ hinter Schiedsrichter Don Robertson gestellt. Der Verband veröffentlichte am Freitag Video- und Audioaufnahmen der letzten Spielminuten zwischen Celtic Glasgow und Heart of Midlothian, um zu belegen, dass Robertson die Partie regelkonform beendet habe.

Auslöser der Diskussion war ein Platzsturm im Celtic Park unmittelbar nach dem späten 3:1-Siegtreffer von Callum Osmand. Zahlreiche Celtic-Fans strömten auf das Spielfeld, während die Partie offiziell noch lief. Hearts-Trainer Derek McInnes hatte daraufhin aus Sicherheitsgründen gefordert, seine Mannschaft vom Feld zu holen.

Der schottische Verband erklärte nun, Robertson habe „die richtige Entscheidung getroffen“, als er die Begegnung nach Rücksprache mit McInnes endgültig abpfiff. In der Stellungnahme heißt es, der Referee habe klar kommuniziert, dass das Spiel beendet und nicht abgebrochen worden sei.

Hearts hatte zuvor scharfe Kritik geäußert. Der Verein sprach von einem „gefährlichen Präzedenzfall“, bei dem ein Platzsturm faktisch Einfluss auf die verbleibende Spielzeit genommen habe. Tatsächlich waren beim Treffer Osmands noch rund 30 Sekunden der angezeigten Nachspielzeit offen.

Für zusätzliche Brisanz sorgten Aussagen von Hearts-Anteilseigner Tony Bloom. Er behauptete, Spieler seines Vereins seien während des Platzsturms von Celtic-Anhängern angegriffen worden. Celtic-Trainer Martin O’Neill wies die Vorwürfe entschieden zurück und bezeichnete die Kritik als „Unsinn“. Die Behauptungen über Angriffe seien bislang nicht bewiesen.

Die Ereignisse haben die ohnehin aufgeheizte Stimmung im schottischen Fußball weiter verschärft. Zeitgleich warnte die Scottish Senior Football Referees’ Association vor einem zunehmend „toxischen Umfeld“ für Schiedsrichter.

Hintergrund ist unter anderem der Fall von Referee John Beaton. Nach einem umstrittenen Elfmeter für Celtic gegen Motherwell waren persönliche Daten des Schiedsrichters im Internet veröffentlicht worden. Laut Polizei wurde inzwischen ein 19-Jähriger wegen eines Datenschutzvergehens angeklagt.

Die Schiedsrichtervereinigung kritisierte in einer ungewöhnlich scharfen Erklärung „verantwortungslose Kommentare“ von Vereinen, Trainern und Teilen der Medien. Diese hätten dazu beigetragen, die Situation weiter anzuheizen.

Besonders deutlich fiel die Warnung hinsichtlich der Platzstürme aus. Das Betreten des Spielfelds durch Zuschauer sei „gefährlich und abscheulich“ und dürfe niemals zur Normalität werden. Sollten sich ähnliche Vorfälle wiederholen, werde man „alle verfügbaren Optionen“ prüfen.

Der Verband forderte zugleich strengere Sanktionen gegen Fehlverhalten im Stadion. Man müsse handeln, bevor Schiedsrichter oder Spieler ernsthaft verletzt würden.

Die Debatte trifft den schottischen Fußball in einer ohnehin sensiblen Phase. Während die Liga sportlich enorme Aufmerksamkeit erzeugt, wächst gleichzeitig die Sorge, dass die Atmosphäre rund um Entscheidungen und Rivalitäten zunehmend außer Kontrolle gerät.

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