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Patriots-Quarterback schaut sich Super-Bowl-Pleite freiwillig an – manche Menschen lernen offenbar wirklich aus Schmerzen

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay
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Die neue NFL-Saison beginnt für die New England Patriots genau dort, wo die alte geendet hat: mit den Seattle Seahawks. Der kleine Unterschied: Diesmal dürfen die Patriots zunächst dabei zusehen, wie die Seahawks ihren Super-Bowl-Banner unter dem Jubel der Fans hochziehen.

Für Patriots-Quarterback Drake Maye dürfte das ungefähr so angenehm werden wie ein Klassentreffen mit dem Lehrer, der einem die schlechteste Note der Schulzeit verpasst hat.

Maye hat angekündigt, sich die Aufzeichnungen der Super-Bowl-Niederlage immer wieder anzuschauen. Eine bemerkenswerte Entscheidung. Die meisten Menschen vermeiden Videos ihrer größten beruflichen Katastrophen. NFL-Quarterbacks nennen das dagegen „Analyse“.

Dabei gäbe es durchaus Gründe, die Aufnahme lieber in einem Tresor zu verschließen. Sechs Sacks, zwei Interceptions und ein verlorener Fumble – die Seahawks-Verteidigung behandelte Maye damals ungefähr so gastfreundlich wie ein Türsteher einen Falschparker.

Der Quarterback gibt selbst zu, dass die Niederlage schwer zu verdauen sei. Manche Spielzüge könne er sich kaum ansehen. Andere schaut er sich mehrfach an. Das klingt ein wenig nach einer Mischung aus Therapie, Selbstbestrafung und beruflicher Weiterbildung.

Auch bei den Teamkollegen sitzt die Niederlage noch tief. Verteidiger Milton Williams berichtete sogar, manchmal nachts aufzuwachen und über verpasste Spielzüge nachzudenken. Andere Menschen zählen Schafe. NFL-Profis zählen offenbar verpasste Tackles.

Trainer Mike Vrabel versucht derweil, die Sache pragmatisch zu sehen. Niemand sei jetzt schon bereit für das Auftaktspiel in Seattle. Das ist vermutlich die vorsichtigste Formulierung für: „Wir würden die Banner-Zeremonie lieber überspringen.“

So bekommen die Patriots zum Saisonstart eine ganz besondere Motivationshilfe. Erst dürfen sie den Seahawks beim Feiern zusehen. Danach müssen sie gegen dieselbe Mannschaft antreten, die ihnen den Super Bowl vermiest hat.

Psychologen würden das vermutlich Konfrontationstherapie nennen. In der NFL heißt es schlicht: Spielplan.

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