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Als VfL Wolfsburg-Fan habe ich Angst: Wer baut jetzt eigentlich die neue Mannschaft auf?

jorono (CC0), Pixabay
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Ganz ehrlich: Als Wolfsburg-Fan schlafe ich derzeit nicht besonders gut.

Nicht wegen des Abstiegs. An den hat man sich nach dieser Saison fast schon gewöhnt.

Nein, die eigentliche Angst beginnt jetzt erst.

Denn während andere Vereine für die neue Saison ein paar Spieler verpflichten, sieht es beim VfL aktuell eher so aus, als würde jemand mitten im Umzug feststellen, dass die Hälfte der Möbel verschwunden ist.

Die große Völkerwanderung

Gefühlt verlässt gerade jeder Zweite den Verein.

Leihspieler gehen zurück.

Verträge laufen aus.

Leistungsträger wollen weg.

Andere Leistungsträger wollen vermutlich auch weg.

Und bei manchen Spielern fragt man sich, ob sie überhaupt noch wissen, wo Wolfsburg liegt.

Wenn das so weitergeht, wird beim ersten Training der neuen Saison vermutlich der Platzwart gefragt, ob er im zentralen Mittelfeld aushelfen kann.

Wer stellt die Mannschaft zusammen?

Die viel wichtigere Frage lautet:

Wer plant eigentlich den Neuaufbau?

Wer entscheidet, welche Spieler kommen?

Wer entscheidet, welche Spieler bleiben?

Wer verhindert, dass wir in zwölf Monaten plötzlich gegen Verl II statt gegen den HSV spielen?

Als Fan bekommt man momentan das Gefühl, dass niemand so richtig weiß, wie die Reise aussehen soll.

Und genau das macht Angst.

Von Europa in Richtung Tabellenkeller

Noch vor wenigen Jahren wurde in Wolfsburg über Europa gesprochen.

Jetzt diskutieren wir darüber, ob wir überhaupt eine konkurrenzfähige Zweitligamannschaft zusammenbekommen.

Das ist ungefähr so, als würde jemand mit einem Sportwagen starten und plötzlich feststellen, dass er auf einem Einrad unterwegs ist.

Die Hoffnung heißt Elvis

Immerhin gibt es einen Lichtblick.

Elvis Rexhbecaj kommt zurück.

Ein Kämpfer.

Ein Spieler mit Herz.

Einer, der wenigstens weiß, dass ein Fußballspiel nicht nach dem ersten Rückpass beendet ist.

Aktuell wirkt seine Verpflichtung allerdings ein bisschen wie der Versuch, mit einem Feuerlöscher einen Waldbrand zu bekämpfen.

Sympathisch.

Aber möglicherweise nicht ganz ausreichend.

Die Angst vor der Abwärtsspirale

Das wirklich Beunruhigende ist die Geschichte anderer Vereine.

Hamburg.

Schalke.

Kaiserslautern.

1860 München.

Der Weg zurück nach oben ist deutlich schwieriger als viele glauben.

Und wenn der Kader im Sommer komplett auseinanderfällt, kann aus einem Betriebsunfall schnell eine jahrelange Baustelle werden.

Man muss nur nach Gelsenkirchen schauen, um nachts schweißgebadet aufzuwachen.

Der Albtraum heißt 3. Liga

Natürlich wird jetzt jeder sagen:

„Ach komm, Wolfsburg ist doch viel zu groß für die 3. Liga.“

Das haben sie in Hamburg, Hannover, Kaiserslautern und Schalke teilweise auch gedacht.

Die 2. Liga ist kein Wellnessurlaub.

Sie ist ein Haifischbecken.

Und wer ohne Plan hineinspringt, kann sehr schnell feststellen, dass es immer noch eine Liga darunter gibt.

Fazit

Als Wolfsburg-Fan hoffe ich natürlich auf einen schnellen Wiederaufstieg.

Aber aktuell überwiegt die Sorge.

Denn bevor wir über die Bundesliga reden können, brauchen wir erst einmal eine Mannschaft.

Und wenn jeden Tag neue Spieler verschwinden, stellt sich irgendwann eine ganz einfache Frage:

Wer läuft eigentlich im August für den VfL auf?

Momentan habe ich das ungute Gefühl, dass die Antwort darauf noch niemand wirklich kennt.

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