Manchmal dauert es Monate, bis politische Skandale aufgearbeitet werden. Manchmal dauert es nur so lange, bis jemand einen Nachfolger gefunden hat.
Die frühere US-Justizministerin Pam Bondi räumte nun ein, dass es bei der Veröffentlichung der sogenannten Epstein-Akten zu „Schwärzungsfehlern“ gekommen sei. Verantwortlich sei allerdings nicht sie selbst gewesen, sondern ihr damaliger Stellvertreter und heutiger Nachfolger Todd Blanche.
Damit folgt die Affäre einem bewährten politischen Grundsatz: Solange alles gut läuft, handelt es sich um Teamarbeit. Sobald Probleme auftauchen, wird die Personalakte des Nachfolgers interessant.
Bondi betonte gleichzeitig, nach ihrem Wissen habe das Justizministerium alles veröffentlicht, was gesetzlich vorgeschrieben gewesen sei. Die Fehler seien bedauerlich, Transparenz und Aufklärung hätten aber stets höchste Priorität gehabt. Kritiker dürften anmerken, dass Transparenz besonders dann schwierig wird, wenn die geschwärzten Stellen versehentlich nicht geschwärzt wurden.
Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgt, dass Bondi nicht unter Eid aussagen musste. Einige Abgeordnete hätten sich eine strengere Befragung gewünscht. Andere wiederum dürften erleichtert sein, dass in Washington zumindest die Schwärzungen und nicht die Mikrofone ausgefallen sind.
Die Epstein-Akten bleiben damit das politische Perpetuum mobile der amerikanischen Politik: Immer wenn jemand erklärt, nun sei wirklich alles aufgeklärt, tauchen neue Fragen, neue Dokumente oder neue Verantwortliche auf.
Für die Öffentlichkeit bleibt vorerst die Erkenntnis: Die Akten wurden veröffentlicht, geschwärzt, teilweise offenbar nicht ausreichend geschwärzt, anschließend erneut geschwärzt und nun wird darüber diskutiert, wer für die ursprünglichen Schwärzungen verantwortlich war. Transparenter wird es wahrscheinlich nicht mehr.
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