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Österreich: KIM-Verordnung: Der Moralapostel der Kreditvergabe erklärt die Welt

51581 (CC0), Pixabay
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Helmut Ettl, oberster Aufpasser der Finanzmarktaufsicht, hat sich wieder einmal öffentlich zu Wort gemeldet – vermutlich, weil seine Kaffeemaschine zu wenig Widerstand geleistet hat. In einem Interview mit den Vorarlberger Nachrichten verteidigt er die mittlerweile auslaufende KIM-Verordnung, also jene Verordnung, bei der Banken nur dann einen Wohnkredit vergeben durften, wenn Antragsteller am besten gleichzeitig Beweise für Disziplin, Sparsamkeit und überdurchschnittliches Lungenvolumen vorlegen konnten.

„Die Standards galten vorher auch – nur eben als Empfehlung“, so Ettl. In etwa so wirksam wie die Empfehlung, bei IKEA-Anleitungen nicht aus Wut die Tischplatte zu essen.

Seit 2010, so berichtet er, seien die Banken nämlich ein bisschen… sagen wir: kreativ geworden. Das Problem? Die Preise für Immobilien zogen davon wie ein Goldhamster auf Koffein, während die Löhne irgendwo zwischen Stillstand und Zeitreise ins Jahr 2005 steckenblieben. Um dieses „Auseinanderklaffen“ zu schließen, vergaben Banken Kredite plötzlich mit der Großzügigkeit eines betrunkener Onkel auf einer Hochzeitsfeier.

Also musste der Staat einschreiten und sagen: „Liebe Banken, nein heißt nein.“ Die KIM-Verordnung wurde eingeführt – und plötzlich war es aus mit dem spontanen Häuslbauer-Lotto. Endlich wieder „nachhaltige Standards“, also: Wer nichts hat, bekommt auch nichts. Ordnung muss sein.

Aber keine Sorge!, sagt Ettl. Die Verordnung läuft nun aus, weil – Achtung, haltet euch fest – keine Gefahr mehr für die Finanzmarktstabilität besteht. Die Immobilienpreise sind zwar immer noch so hoch wie der durchschnittliche Ego-Level auf LinkedIn, aber immerhin ist das System wieder stabil. Wie ein Kartenhaus mit guter Bauaufsicht.

Der Vorwurf, die Verordnung habe den Immobilienmarkt eingebremst? Völlig aus der Luft gegriffen, meint Ettl. Das sei eher auf Zinserhöhungen und allgemeine Weltuntergangsstimmung zurückzuführen – nicht auf übertriebene Regulierung. Und siehe da: Jetzt, wo die Zinsen wieder sinken, geht’s auch mit den Krediten wieder bergauf. Nur blöd, dass man die KIM-Verordnung genau in dem Moment aufhebt – aber hey, Timing war noch nie die Stärke von Behörden.

Seine Warnung an die Banken ist jedenfalls klar: Wer nicht brav ist, wird geprüft. Wahrscheinlich sogar mit erhobenem Zeigefinger und einem besonders missbilligenden Blick aus dem dritten Stock der FMA-Zentrale.

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